Bonussysteme im Check

Bei Lidl oder Kaufland? Hier sparen Verbraucher mit Kundenkarten am meisten

  • Adrian Kilb
    VonAdrian Kilb
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In der Studie vom Handelsblatt wurden 40 Bonussysteme auf ihren Nutzen für den Kunden getestet. Wo in dem Ranking Kaufland und Lidl platziert sind – und für welche Möbelhäuser das Urteil gar nicht gut ausfiel.

Viele Supermärkte und Discounter verführen mit Rabattkarten ihre Kunden. Besonders Schnäppchenjäger sind dafür anfällig, in der Hoffnung, ein paar Cent mehr in ihrer Geldbörse behalten zu können. Doch wie lohnenswert sind diese Karten wirklich?

Für die Lebensmittelhändler sind sie oftmals ein teures Unterfangen. So soll der Handelskonzern Rewe nach Zahlen der „Lebensmittelzeitung“ jährlich mehr als 150 Millionen Euro an Payback zahlen – die Kooperation endet zum Jahresende 2024. Den Schritt kündigte Rewe bereits Anfang vergangenen Jahres an.

Kunden profitieren neben Bonussystemen auch von Apps

Der Supermarktriese kooperiert seit dem Jahr 2014 mit dem weitverbreiteten Punkte-Sammelsystem und will nun eigene Wege gehen. In Zukunft könnte der Konzern auf ein komplett eigenes Bonussystem setzen, auch um noch gezielter Kundendaten zu erfassen. Dafür setzt ab 2025 Edeka auf die Payback-Card.

Welchen Nutzen haben die Kunden? Profitieren diese ähnlich von den Bonussystemen wie von den Apps der Supermärkte und Discounter? Diese haben mittlerweile einige Funktionen, mit denen sich Geld sparen lässt. Ob sich die Rabattkarten genauso rentieren, hat eine aktuelle Studie untersucht, die vom Handelsblatt in Auftrag gegeben wurde.

Rewe landet mit Vorteilskarte auf Platz eins – wo sich Kaufland und Lidl einreihen

Das Deutsche Kundeninstitut in Düsseldorf (DKI) hat für die Studie 40 firmeneigene Bonussysteme verglichen und sieht Rewe auf dem Spitzenplatz. Doch diese erhielt der Konzern nicht etwa für die Payback-Karte. Vielmehr erreichte Rewe die Pole-Position mit seiner hauseigenen Vorteilskarte. Auch die Konsumenten werden also wohl der endenden Kooperation mit Payback kaum eine Träne nachweinen – konnten sie doch von der Vorteilskarte deutlich besser profitieren.

Auf den Plätzen zwei und drei landen die Supermarktkette Kaufland mit seiner Kaufland-Card und der Tankstellenbetreiber Shell. Auch andere Unternehmen wie der Textilhändler S.Oliver, der Elektronik-Gigant Mediamarkt, der Drogeriemarkt Müller und Galeria Kaufhof erhielten die Bestnote „sehr gut“. Weniger gut schnitten dagegen der Discounter Lidl mit der Lidl Plus App und Rossmann ab. Sie bekamen nur die Note befriedigend und belegten die Plätze 30 und 31.

Möbelhäuser und Baumärkte abgeschlagen

Noch düsterer fiel das Urteil für zwei große Möbelhäuser aus. So bewerteten die Tester die Kundenkarten von Ikea und Höffner nur mit der Note ausreichend. Auch die Baumärkte Obi und Hornbach wurden mit Note vier abgestraft.

In der DKI-Studie bewerteten die Tester die angebotenen Rabatte der Händler. Auch die Nutzerfreundlichkeit, die Ausstattung des Systems und die Servicequalität ließen sie in die Bewertung mit einfließen.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/EMD - European Marketing Distrib/Lidl

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