Geld im Alter wird neu geregelt

Mütterrente 3 – lohnt sich das? Gewinner, Verlierer und Kosten im Überblick

  • Juliane Reyle
    VonJuliane Reyle
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Politiker und Experten diskutieren aktuell über die Einführung der Mütterrente 3. Für wen würde sie Gewinn bedeuten und für wen Verlust?

Die geplante Einführung der Mütterrente 3 sorgt für hitzige Diskussionen. Während Millionen Mütter von einer höheren Rente profitieren könnten, warnen Experten vor finanziellen Risiken für Rentenkasse und Beitragszahler. Doch was bedeutet die Reform konkret? Wer könnte gewinnen und wer müsste draufzahlen? echo24.de fasst zusammen.

Neue Pläne der Bundesregierung: Was ist die Mütterrente 3?

Die Mütterrente 3 ist eine von Union und SPD geplante Reform, die eine Gleichstellung aller Mütter in der Rentenversicherung vorsieht. Derzeit erhalten Mütter, deren Kinder vor 1992 geboren wurden, nur 2,5 Entgeltpunkte (30 Kalendermonate Kindererziehungszeit), während Mütter von später geborenen Kindern drei Entgeltpunkte (36 Kalendermonate) erhalten. Die Mütterrente 3 soll diesen Unterschied ausgleichen und allen Müttern drei Entgeltpunkte pro Kind anerkennen.

Bisherige Entwicklung der Mütterrente in Deutschland:

  • Vor 01.07.2014: 12 Kalendermonate pro Kind, 1 Entgeltpunkt
  • Mütterrente 1 (ab 2014): 24 Kalendermonate pro Kind, bis zu 2 Entgeltpunkte
  • Mütterrente 2 (ab 2019): 30 Kalendermonate pro Kind, bis zu 2,5 Entgeltpunkte
  • Geplante Mütterrente 3: 36 Kalendermonate pro Kind, bis zu 3 Entgeltpunkte

Neben der Einführung der Mütterrente 3 in Deutschland, hat Friedrich Merz aber auch die Kürzung des Kindergelds angekündigt – welche Familien weniger Geld bekommen sollen.

Wem würde die Mütterrente 3 Vorteile bringen?

Für betroffene Mütter bedeutet die Reform eine spürbare Rentenerhöhung. Rund zehn Millionen Mütter könnten von zusätzlichen Leistungen profitieren, wenn die Mütterrente 3 eingeführt werde, berichtet tagesschau. Das würde insbesondere ältere Frauen finanziell stärken, die aufgrund von Kindererziehungszeiten geringere Rentenansprüche haben.

Mütterrente 3 als Nachteil: Wer könnte bei einer Umsetzung verlieren?

Obwohl die geplante Reform für viele Mütter vorteilhaft ist, gibt es finanzielle Bedenken. Gundula Roßbach, Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung, kritisiert die Pläne als teuer und nicht gegenfinanziert, wie der MDR berichtet. Nach aktuellen Berechnungen würde die Mütterrente 3 den Staat jährlich fünf Milliarden Euro kosten.

Sollte die Finanzierung nicht aus Steuermitteln erfolgen, könnte der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung um 0,25 Prozentpunkte steigen. Dies würde alle Beitragszahler finanziell belasten, schreibt MDR. Zudem könnten die steigenden Ausgaben die Rentenkasse langfristig in finanzielle Schwierigkeiten bringen und künftige Rentenerhöhungen oder andere Sozialleistungen gefährden.

Das bedeutet: Während einige Mütter von einer Einführung profitieren würden, könnte die Allgemeinheit der Steuerzahler von höheren Abgaben betroffen sein und somit künftig weniger Geld auf dem Konto haben.

Wird die Mütterrente 3 in Deutschland kommen?

Die Reform ist aber bislang nicht final beschlossen, berichtet auch die Deutsche Rentenversicherung, die deshalb auch noch keine telefonische Auskunft an Versicherte über die Mütterrente 3 gibt. Union und SPD haben die Mütterrente 3 zwar in ihren Sondierungsgesprächen festgehalten, doch eine konkrete Umsetzung steht noch aus. Unklar ist vor allem die Finanzierung. Experten fordern eine vollständige Steuerfinanzierung, um eine höhere Belastung der Arbeitnehmer zu vermeiden.

Ist Mütterrente 3 ein Gewinn oder Verlust? Steuerzahler sollten einiges wissen. (Symbolfoto)

Die Mütterrente 3 wäre ein wichtiger Schritt in Richtung Gleichberechtigung für Mütter, doch die Finanzierung bleibt unklar. Während Millionen Mütter finanziell profitieren würden, könnte eine unzureichende Gegenfinanzierung zu höheren Rentenbeiträgen und einer Mehrbelastung der Steuerzahler führen. Ob die Reform umgesetzt wird, hängt maßgeblich von der politischen und finanziellen Machbarkeit ab.

Steuerzahler sollten die Entwicklungen genau beobachten – denn die Entscheidung zur Mütterrente 3 könnte Auswirkungen auf ihre eigenen Abgaben haben. Ansonsten stehen noch weitere wichtige Renten-Änderungen 2025 an, die rund 21 Millionen Senioren betreffen.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Wolfilsler

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