Änderung für Senioren und Eltern

Mütterrente 3 in Planung: Wer mit der neuen Regelung Geld verliert

  • Juliane Reyle
    VonJuliane Reyle
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Weniger Rente im Alter oder höhere Abgaben zu Arbeitszeiten? Aktuell wird über die Mütterrente 3 diskutiert. Welche Vor- und Nachteile bringt sie?

Die Bundestagswahl 2025 bringt nicht nur Veränderungen in der Politik mit sich, sondern hat auch Auswirkungen auf die Bürger und die Rente in Deutschland. Die Diskussion um die sogenannte Mütterrente 3 sorgt derzeit für viel Aufmerksamkeit und Kontroversen. Während Millionen Mütter auf eine höhere Rente und damit mehr Geld hoffen, gibt es auch kritische Stimmen. Doch wer gewinnt eigentlich – und wer könnte am Ende sogar finanziell benachteiligt werden?

Was ist die Mütterrente 3?

Union und SPD haben am 8. März 2025 ihre Sondierungsgespräche erfolgreich abgeschlossen und damit ihre Haltung zu bestimmten Themen bekannt gemacht. Laut rentenbescheid24.de hat sich die CSU mit ihrem Herzensprojekt durchgesetzt: Die Mütterrente 3 soll kommen. Ziel ist es, die Kindererziehungszeiten für Mütter von vor 1992 geborenen Kindern an die Regelung für später geborene Kinder anzugleichen. Damit würden rund zehn Millionen Mütter von einer höheren Rente profitieren.

Aber Achtung, es sind nicht nur Erhöhungen im Gespräch. Auch Kürzungen werden durchgesetzt. Zum Beispiel gilt eine Kürzung beim Elterngeld ab April und einige Familien gehen leer aus.

Was soll sich mit der Mütterrente 3 konkret ändern?

Mütter, die ihre Kinder nach dem 31. Dezember.1991 geboren haben, erhalten derzeit bis zu 36 Kalendermonate Kindererziehungszeiten angerechnet, was bis zu drei Entgeltpunkten entspricht. Bisher erhalten Mütter mit vor 1992 geborenen Kindern lediglich 30 Kalendermonate und maximal 2,5 Entgeltpunkte. Die geplante Reform würde diesen Unterschied ausgleichen und eine Gleichstellung schaffen.

Bisherige Änderungen in der Mütterrente:

  • Vor dem 01.07.2014: 12 Kalendermonate pro Kind, 1 Entgeltpunkt
  • Mütterrente 1 (ab 01.07.2014): 24 Kalendermonate pro Kind, bis zu 2 Entgeltpunkte
  • Mütterrente 2 (ab 01.01.2019): 30 Kalendermonate pro Kind, bis zu 2,5 Entgeltpunkte
  • Geplante Mütterrente 3: 36 Kalendermonate pro Kind, bis zu 3 Entgeltpunkte

Wer verliert durch die Mütterrente 3?

Obwohl die geplante Reform viele Mütter finanziell besser stellt, gibt es auch Verlierer. Die Präsidentin der Rentenversicherung, Gundula Roßbach, kritisiert das Vorhaben als unverhältnismäßig und weist darauf hin, dass die Finanzierung nicht geklärt sei. Laut tagesschau kostet die Ausweitung der Mütterrente jährlich fünf Milliarden Euro. Sollten diese nicht aus Steuermitteln finanziert werden, könnte der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung steigen – was letztlich alle Beitragszahler treffen würde. Eine Einführung der Mütterrente 3 könnte also für einige Menschen weniger Geld auf dem Konto bedeuten.

Zudem bemängelt Roßbach gegenüber tagesschau, dass die Anpassung für die betroffenen Mütter lediglich einen Rentenzuwachs von rund 20 Euro pro Monat bedeuten würde. Gleichzeitig würde der Beitragssatz in der Rentenversicherung bis 2027 auf über 19 Prozent steigen, sollten keine zusätzlichen Steuermittel bereitgestellt werden.

Wird die Mütterrente 3 eingeführt, könnten Steuerzahler bald höhere Beitragszahlungen treffen. (Symbolfoto)

Nach der Bundestagswahl sorgen einige Pläne der Politiker für Kritik und Verwirrung. Merz plant eine Kindergeld-Kürzung, einige Familien sollen bald weniger Geld bekommen.

Pläne rund um die Rente und Eltern: Wie geht es weiter?

Ob und wann die Mütterrente 3 tatsächlich kommt, ist noch ungewiss. Laut der Deutschen Rentenversicherung handelt es sich bisher lediglich um Pläne, die in den Sondierungsgesprächen diskutiert wurden. Eine Umsetzung ist noch nicht garantiert, und es ist unklar, wann eine endgültige Entscheidung fällt. „Wir bitten daher um Verständnis, dass die Deutsche Rentenversicherung am Servicetelefon keine Auskünfte zu diesem Thema erteilen kann“, heißt es auf der Website der Deutschen Rentenversicherung.

Die Mütterrente 3 wäre ein großer Schritt in Richtung Gleichberechtigung für Millionen von Müttern. Doch die Finanzierung ist ungeklärt, und es gibt erhebliche Bedenken hinsichtlich der finanziellen Belastung für die Rentenkasse und Beitragszahler. Es bleibt abzuwarten, ob und wie die Mütterrente 3 tatsächlich umgesetzt wird. Doch 2025 stehen einige Renten-Änderungen bereits fest, die rund 21 Millionen Senioren betreffen.

Rubriklistenbild: © IMAGO / Zoonar

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