Spritsorten an der Zapfsäule

Neue Diesel-Kraftstoffe zugelassen: XTL und B10 bald an den Tankstellen

  • Lisa Klein
    VonLisa Klein
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Autofahrer haben künftig mehr Auswahl an der Zapfsäule: Der Verkauf von zwei neuen Dieselsorten darf in Deutschland starten.

An den Zapfsäulen gibt es künftig zwei Kraftstoffe mehr: XTL-Diesel und B10-Diesel. echo24.de berichtete bereits, was es mit den neuen Diesel-Sorten auf sich hat. Unklar war, wann die neuen Spritsorten eingeführt werden. Nach dem Beschluss der Bundesregierung kann der Verkauf von XTL-Kraftstoffen und B10-Diesel an deutschen Tankstellen beginnen. Grundlage dafür ist die geänderte Verordnung über die Beschaffenheit und die Auszeichnung der Qualitäten von Kraft- und Brennstoffen (10. BImSchV), wie die „dpa“ berichtet.

XTL und B10 bald an den Tankstellen: Neue Diesel-Kraftstoffe zugelassen

Dazu sagt Prof. Christian Küchen, Hauptgeschäftsführer en2x - Wirtschaftsverband Fuels und Energie: „Die Zulassung von XTL-Kraftstoffen für den Verkauf ist eine wichtige Ergänzung der Produktpalette. Damit können erstmals Dieselkraftstoffe wie zum Beispiel HVO100 aus biogenen Rest- und Abfallstoffen auf dem deutschen Markt angeboten werden, die die Treibhausgasemissionen im Vergleich zur Nutzung rein fossilen Dieselkraftstoffs um bis zu 90 Prozent senken.“

Weiter erklärt Prof. Christian Küchen: „Bisher waren im Rahmen der Standard-Dieselnorm EN 590 nur Beimischungen mit einem begrenzten Anteil erneuerbaren Komponenten möglich, die zu einer CO2-Emissionsreduzierung von bis zu 25 Prozent führen. Ebenso ermöglicht die Einführung von B10-Diesel mit einem Anteil von bis zu zehn Prozent Biodiesel, den bisherigen Anteil von bis zu sieben Prozent (B7) im Sinne von mehr Klimaschutz anzuheben.“

Aber Achtung: Nicht alle Diesel-Fahrzeuge dürfen auch die neuen Kraftstoffe tanken. echo24.de berichtet, welche Autos die neuen Dieselsorten tanken dürfen. So erklärt etwa BMW, welche Modelle für „XTL“ und „B10“ geeignet sind.

Reform für Energiesteuer gefordert – Kraftstoffe sollen nach Klimaauswirkung besteuert werden

echo24.de berichtet außerdem, was die neuen Kraftstoffe an der Tankstelle kosten sollen. Wichtig sei es, für die Tankkunden und die Kraftstoffhersteller bessere Voraussetzungen für die Nachfrage und das Angebot zusätzlicher Mengen dieser klimaschonenden Kraftstoffsorte zu schaffen: „Dazu gehört insbesondere eine Reform der Energiesteuer, mit der Kraftstoffe nicht mehr wir bisher rein nach ihrem Volumen, sondern insbesondere nach ihrer Klimawirkung besteuert würden“, meint  Prof. Christian Küchen.

Dieses schaffe einen wichtigen Anreiz für den notwenigen Einsatz alternativer Kraftstoffe, damit auch der Bestand an Kraftfahrzeugen mit Verbrennungsmotor zum Erreichen der Klimaziele im Straßenverkehr beitragen kann.

Rubriklistenbild: © IMAGO / Jürgen Ritter

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