Neues Gesetz

Große Pfand-Neuerung: Lidl-Kunden müssen künftig wichtige Entscheidung treffen

  • VonSophia Lavcanski
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Für viele Discounter wie Lidl und Co. steht eine große Umstellung bevor: Durch ein neues Gesetz soll das Pfandsystem verändert werden. Doch was bedeutet das für Kunden?

Durch ein neues Gesetz des Bundesumweltministeriums kommt es bald zu wesentlichen Änderungen beim Pfand. Durch die vorgesehenen Maßnahmen soll der Handel in Deutschland häufiger als bisher Mehrweg- statt Einwegverpackungen anbieten. Vor allem für viele Discounter bedeutet das nun eine Umstellung und Erweiterung des eigenen Sortiments. Bereits Anfang 2022 gab es eine Änderung für Discounter, die die Pfandpflicht betraf.

Große Pfand-Änderung in Discountern: Darum geht es bei dem neuen Gesetz konkret

Bereits seit dem 1. Januar 2019 gilt in Deutschland das Verpackungsgesetz, das unter anderem eine sogenannte Mehrwegquote von 70 Prozent vorschreibt. Laut dem Recyclingexperten der Umwelthilfe, Thomas Fischer, sei der Anteil von Mehrwegflaschen an allen Getränkebehältern im vergangenen Jahr bei rund 42 Prozent gelegen, wie „Focus“ berichtet.

Die Europäische Union in Brüssel habe bereits entsprechende Vorgaben für eine Mehrwegquote vorgeschlagen. Die „Packaging & Packaging Waste Regulation“ (PPWR) schreibe außerdem Mehrwegquoten vor und fordere die Mitgliedstaaten auf, mehr Glas oder andere Mehrwegverpackungen zu verwenden. Für Deutschland bedeutet das, dass ab 2030 zehn Prozent aller alkoholischen und alkoholfreien Getränke in Mehrwegverpackungen verkauft werden sollen, bis 2040 solle die Mehrwegquote sogar auf 25 Prozent steigen.

Einweg oder Mehrweg? Hier haben Kunden bald die Wahl

Für Kunden von Lidl, Aldi und Co. gibt es aufgrund des Gesetzes also wohl schon bald spürbare Veränderung: In den nächsten zwei Jahren sollen sie bei Getränken zwischen Einweg und Mehrweg wählen können - auch beim Discounter. Das bedeutet, dass es Produkte wie Joghurt oder Milch auch im Mehrwegbehälter geben soll. Gleiches gelte für Erfrischungsgetränke, Mineralwasser oder Säfte. Seit kurzem gibt es auch eine große Veränderung bezüglich der Deckel von Plastikflaschen.

Laut „Focus“ würde das geplante Gesetz sogar so weit gehen, dass Verbraucher frühestens ab 2024 bei Wasser, Cola, Saft oder Milch zwischen Einweg und Mehrweg wählen müssen. Dadurch müssten Discounter ihr Angebot zeitnah erweitern. „Nach Verabschiedung des Gesetzes können den Händlern Übergangsfristen eingeräumt werden. Spätestens Ende nächsten Jahres könnte das Gesetz aber in Kraft treten“, heißt es.

Umrüstung in Supermärkten – auch die Pfandrückgabe soll sich ändern

Auch bei der Pfandrücknahme wird es in Discountern dementsprechende Änderungen geben. Während Kunden bisher in den meisten Discountern nur Einwegverpackungen zurückgeben konnten, sollen diese in Zukunft auch Mehrwegverpackungen annehmen. Wie „Focus“ berichtet, könnten die Supermärkte hierzu möglicherweise erstmals die Kassenzone nutzen, um später die Automaten umzurüsten.

Ein Branchenkenner berichtete gegenüber „Focus“, dass die Umstellung „kompliziert“ und „teuer“ sei und „mehrere Jahre Vorlauf“ brauche. Ein klassischer Pfandautomat für Einweg würde nicht einfach durch eine Mehrwegmaschine ersetzt werden können. Einige Händler wie Netto oder Penny würden diese Möglichkeit sogar bereits anbieten, jedoch nur für Bierflaschen der Marken, die sie selbst verkaufen.

Neues Pfandsystem kommt: Discounter testet Mehrweg-Rückgabe bereits

In einigen ersten Discountern, wie Aldi Süd, wurden laut „Focus“ bereits Tests zur Rücknahme von Mehrwegflaschen angekündigt. Bei den Tests handele es sich bisher jedoch nur um eine Projektphase, die Tests würden keine endgültige Einführung bedeuten.

Anders sieht es jedoch in Österreich aus, denn hier musste die Aldi-Schwester Hofer wohl bereits umrüsten, um der Mehrwegannahmepflicht im Einzelhandel im kommenden Jahr gerecht zu werden.

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