Niveau eher niedrig
So wenig Rente erhalten Deutsche wirklich: Vergleich mit Frankreich und Italien
VonAdrian Kilbschließen
Ein Blick auf eine Renten-Übersicht könnte Ruheständler in Deutschland unzufrieden stimmen. Ihr Rentenniveau fällt im Vergleich zu anderen europäischen Staaten deutlich geringer aus.
Ruheständler hierzulande frohlocken: Seit Juli 2024 gibt es in Deutschland 4,57 Prozent mehr Rente. Witwen- und Witwerrenten steigen ebenfalls entsprechend an und die Freibeträge wachsen. Die Neuregelungen bedeuten zudem auch eine erfreuliche Botschaft für Rentner, die nur noch erwerbsgemindert auf dem Arbeitsmarkt tätig sein können. Das heißt, für diejenigen, die aufgrund einer Krankheit oder einer Behinderung auf nicht absehbare Zeit nur noch weniger als drei Stunden täglich arbeiten können. Trotz aller positiven Entwicklungen: Im internationalen Vergleich steht Deutschland bei der Rente eher schlecht da.
Rentenvergleich in Europa: Weniger Geld für Deutsche – Niveau in Frankreich und Italien deutlich höher
In einer Übersicht vom Versicherungsmakler „finanziege“ ist das Rentenniveau in Deutschland im Vergleich zu Frankreich und Italien aufgelistet. Das Rentenniveau zeigt in Prozent, wie viel Geld Rentner im Vergleich zu ihrem letzten Nettogehalt vor dem Ruhestand erhalten. Senioren hierzulande bekommen 48,1 Prozent ihres letzten Nettoeinkommens auf ihr Konto – und damit deutlich weniger als Franzosen und Italiener.
In Frankreich erhalten die Rentner laut der Statistik 74,5 Prozent Rente ihres letzten Nettoeinkommens. In Italien sind es sogar 93,2 Prozent. Eine OECD-Liste liefert ergänzende Daten. Demnach führen die Niederländer mit 89,2 Prozent das Ranking an. Noch schlechter als Deutschland steht beispielsweise Polen dar. Im östlichen Nachbarland erhalten die Senioren nur 36,5 Prozent des letzten Nettolohns.
Vergleich innerhalb Europas: Renteneintrittalter in Deutschland hoch
Die Rente in Deutschland fällt nicht nur verhältnismäßig niedrig aus – die Menschen in der Bundesrepublik müssen bis dahin auch länger arbeiten als in anderen europäischen Staaten. Laut der OECD beträgt das Renteneintrittsalter in Luxemburg und Slowenien 62 Jahre. In Frankreich müssen die Menschen bis zum 64. Lebensjahr auf den Ruhestand warten. Vor der umstrittenen Reform 2023 gingen die Franzosen bereits mit 62 Jahren in den Ruhestand.
Hierzulande gehen Arbeitnehmer, die nach 1964 geboren wurden, dagegen erst mit 67 Jahren in Rente – Tendenz steigend. Nach 45 Jahren Arbeit und Erreichen des Renteneintrittalters kann der Ruhestand abschlagsfrei angetreten werden. Wer früher in Rente gehen will, muss Abschläge in Kauf nehmen.
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