Von 18,6 auf 20
Hohe Sozialabgaben für Rente: Bleibt bald weniger netto vom brutto?
- VonSophia Lavcanskischließen
Durch steigende Renten- und weitere Sozialbeiträge könnte das Brutto-Gehalt von Arbeitnehmern in den kommenden Jahren massiv schrumpfen.
Nach jahrelanger Arbeit freuen sich viele Menschen auf den wohlverdienten Ruhestand. Mit der sogenannten „Rentenformel“ lässt sich einfach ausrechnen, wie viel Geld es in Rente geben wird. Da die Rente in vielen Fällen zu gering ausfällt, um in einer immer teurer werden Gesellschaft gut zurechtzufinden, gibt es auch einen Trick, dank dem Rentner Gehalt und Rente sogar doppelt kassieren können.
Für Arbeitnehmer könnte es in den kommenden Jahren nun unangenehm werden, denn sowohl die Beiträge zur Rentenversicherung als auch andere Sozialbeiträge sollen extrem ansteigen – und das Brutto-Gehalt schrumpfen lassen.
Weniger Brutto-Gehalt – Rentenversicherungsbeitrag soll steigen
Da die Bundesregierung derzeit das Rentenpaket 2 schnürt, wird es schon bald zu steigenden Beiträgen zur Rentenversicherung kommen. Der aktuelle Beitrag von 18,6 Prozent soll vorerst noch bis 2027 stabil bleiben. Für das Jahr 2028 ist ein Anstieg auf 20 Prozent vorgesehen. Doch dabei bleibt es nicht – bis 2035 soll der Beitragssatz sogar noch weiter auf 22,3 Prozent erhöht werden.
Die folgende Tabelle zeigt sowohl die aktuellen als auch die für 2030 geplanten Rentenversicherungsbeiträge je nach Brutto-Gehalt.
| Brutto-Gehalt (Euro) | Rentenversicherung aktuell (Euro) | Rentenversicherung 2030 (Euro) |
| 1.000,00 € | 93,00 € | 100,00 € |
| 1.500,00 € | 139,50 € | 150,00 € |
| 2.000,00 € | 186,00 € | 200,00 € |
| 2.500,00 € | 232,50 € | 250,00 € |
| 3.000,00 € | 279,00 € | 300,00 € |
Immer höhere Beitragskosten – schrumpft das Brutto-Gehalt weiter?
Dass die Rentenversicherungsbeiträge steigen, wird jedoch leider nicht die einzige Erhöhung bleiben, denn es gibt weitere Pläne. Auch die Beiträge für die gesetzliche Krankenversicherung soll laut Experten um zwei Prozentpunkte steigen, wie „Focus“ berichtet. Der allgemeine Beitragssatz liegt derzeit bei 14,6 Prozent, laut Günter Neubauer, Direktor des Instituts für Gesundheitsökonomik (IfG), sei langfristig ein Anstieg auf bis zu 17 Prozent möglich.
Da die gesetzliche Pflegeversicherung mit den aktuellen Beiträgen bis 2025 kaum mehr finanzierbar sei, fordert der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen laut „Focus“ eine grundlegende Überarbeitung der Versicherung. Wie Neubauer gegenüber der „Bild“ berichtet, sei eine Erhöhung auf 5,7 Prozent zu erwarten. Aktuell liegt der Beitrag je nach Kinderzahl zwischen 2,4 und 4 Prozent. Zuletzt plant auch das Bundesfinanzministerium eine grundlegende Reform der Steuerklassen, die zu noch mehr Kosten für einzelne Personengruppen führen könnte.
Steigende Beitragskosten – Wie schlecht steht es um die Rente in Deutschland?
Wie hoch die Beitragserhöhungen bis 2030 wirklich ausfallen werden, ist noch unklar. Dennoch ist absehbar, dass die Brutto-Gehälter in den kommenden Jahren sinken. Vor allem das Rentensystem sorgt seit einigen Jahren für viel Sorge und Aufregung. Wie schlecht es um Deutschlands Rente steht, lesen Sie hier: Rentenvergleich: So schlecht steht es wirklich um Deutschland
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