Laut Arbeitsminister Hubertus Heil
Zuschlag für Rentner 2025: So viel mehr Geld erhalten Senioren ab Juli
VonAdrian Kilbschließen
Wie hoch steigen die Altersbezüge in Deutschland? Zu der Frage hat Arbeitsminister Hubertus Heil jetzt Stellung bezogen. So viel mehr Geld gibt es für Ruheständler.
Jedes Jahr aufs Neue wird von Millionen Senioren in Deutschland ein bestimmter Tag herbeigesehnt, bringt er doch deutliche finanzielle Verbesserungen für sie. Konkret geht es um die Anpassung ihrer Rentenbezüge zu Beginn des Julis. Jetzt ist klar, wie viel mehr Geld es für sie zum neuen Zahltag gibt.
So sollen die Renten zum 1. Juli 2025 in Deutschland um 3,74 Prozent steigen, wie Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) in Berlin sagte. Der Wert liegt damit sogar noch über der derzeitigen Inflation. Warum fällt der Zuschlag vergleichsweise hoch aus?
Mehr Geld für Millionen Senioren: Arbeitsminister Hubertus Heil verkündet Rentenerhöhung
Heil begründete die Rentenerhöhung gegenüber der Süddeutschen Zeitung mit einem stabilen Arbeitsmarkt und ordentlicher Lohnabschlüsse. Die gut 21 Millionen Rentner in Deutschland hätten sich das verdient. „Die gute Lohnentwicklung führt erneut zu einer Rentenanpassung, die die Kaufkraft der Rentnerinnen und Rentner stärkt. Stabile Renten sind kein Luxus, sondern eine Frage der Leistungsgerechtigkeit für die Menschen, die ihr Leben lang hart gearbeitet haben“, so der Sozialpolitiker.
Die Renten folgen grundsätzlich in der Regel der Entwicklung der Löhne und Gehälter der Beschäftigten im Jahr davor, wie die Deutsche Presseagentur (dpa) schreibt. Der Mechanismus ist gesetzlich festgelegt. Vorerst bis 1. Juli 2025 ist ein Mindestrentenniveau von 48 Prozent festgelegt - eine „Haltelinie“, wie Heil es nannte. Der aktuelle Rentenwert wurde nach Angaben seines Ministeriums also zum 1. Juli 2025 so hoch festgesetzt, dass dieses Mindestniveau von 48 Prozent erreicht wird.
„Standardrente“ bei durchschnittlichem Verdient steigt um mehr als 66 Euro
Für eine „Standardrente“ ergibt sich ab Juli ein Anstieg um 66,15 Euro pro Monat. Das ist aber hauptsächlich eine statistische Rechengröße. Sie bezieht sich auf einen durchschnittlichen Verdienst und 45 Beitragsjahre. Ähnlich ist es beim Rentenniveau: Gemeint ist das Verhältnis zwischen Standardrente und Durchschnittseinkommen. Was man tatsächlich an Rente bekommt, richtet sich nach dem individuellen Einkommen und der Dauer der Erwerbstätigkeit.
Ob es bei den 3,74 Prozent bleibt, wird wohl hundertprozentig erst klar sein, wenn die Regierungsbildung abgeschlossen ist und das neue Bundeskabinett feststeht.
Die SPD sondiert nach den Bundestagswahlen 2025 aktuell mit der Union über eine mögliche schwarz-rote Koalition. Verlaufen die Vorgespräche erfolgreich, folgen darauf Koalitionsgespräche. Die Sozialdemokraten setzen sich dafür ein, das Rentenniveau bei 48 Prozent weiter gesetzlich festzuschreiben. Das könnte mittelfristig auf eine Erhöhung des Rentenbeitrags von derzeit 18,6 Prozent hinauslaufen.
Saftige Rentenerhöhung bereits im Jahr 2024 für Ruheständler in Deutschland
Laut Heil ist auch die CDU einer angemessenen Rentenerhöhung und ordentlichen Absicherung im Alter alles andere als abgeneigt. Allerdings trat die Union tritt bisher dafür ein, die Sozialbeiträge insgesamt nicht weiter steigen zu lassen und eher zu drücken. Sie liegen derzeit für Renten-, Kranken-, Pflege und Arbeitslosenversicherung bei rund 42 Prozent. Die Union will sie wieder in Richtung 40 Prozent bringen.
Zum 1. Juli 2024 lag die Rentenanpassung noch bei 4,57 Prozent. Prognostiziert wurde in den Monaten davor lediglich ein Rentenplus von nur 3,5 Prozent – aber wegen der erfreulichen Konjunktur- und Lohnentwicklung war mehr drin für die Senioren der Bundesrepublik.
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