Vertrag stillegen

Riester-Rente kündigen: Wie das eingezahlte Geld erhalten bleibt

  • VonLaura Bernert
    schließen

Die Riester-Rente fördert das Ansparen einer privaten Altersvorsorge. Doch nicht für jeden lohnt sich der Vertrag. Bei einer Kündigung bleibt das Geld aber nicht ganz erhalten.

Von vielen Deutschen wird die Rente als nicht sicher eingestuft. Auch laut Studien stehen deutsche Senioren finanziell nicht sonderlich gut dar. Kein Wunder also, dass Millionen von Menschen zusätzlich auf private Altersvorsorge setzen. Das Ansparen von privatem Vermögen wird vom Staat durch die Riester-Förderung sogar noch zusätzlich belohnt.

Doch derzeit zeigt sich ein negativer Trend: Von mehr als 20 Millionen Verträgen der Riester-Rente wurden bereits rund 4,6 Millionen wieder gekündigt, das berichtet die Deutsche Presseagentur (dpa). Eine Kündigung ist jedoch nicht immer eine gute Lösung, sondern kann teuer werden.

Riester-Rente nicht kündigen: Welche Gefahr es beim Ende des Vertrags gibt

Denn wer den Riester-Vertrag kündigt, muss alle erhaltenen Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen. Das seien im Schnitt der vergangenen drei Jahre rund 1.900 Euro pro Vertrag, verrät der Altersvorsorge-Experte Martin Klotz von Finanztip der „dpa“. Doch damit nicht genug: Die Anbieter behalten Provisionen, Verwaltungs- und Fondkosten ein.

Die Kündigung der Riester-Rente ist also letztlich ein Minusgeschäft. Stattdessen sollten Sparer den Vertrag stilllegen. Damit kann der Vertrag nicht mehr bespart werden und es gibt auch keine staatliche Förderung mehr. Tritt man in das Rentenalter ein, wird das bis zur Stilllegung angesparte Geld dennoch ausbezahlt, so die „dpa“.

Stilllegen statt kündigen: So bleibt das Geld der Riester-Rente erhalten

Ändern sich die persönlichen Lebensumstände und die Riester-Rente scheint wieder sinnvoll, kann eine Stilllegung einfach widerrufen werden. Dann können Sparer einfach wieder Beiträge einzahlen und die staatlichen Zulagen erhalten. Die Verwaltungskosten sollten allerdings nicht vergessen werden. Darauf weist die Deutsche Rentenversicherung hin. Je nach Anbieter fallen die Verwaltungskosten unterschiedlich aus und werden beim Ausbezahlen des Vermögens abgezogen – auch wenn der Vertrag stillgelegt wurde.

Auch wenn das Thema Rente finanziell für manchen aussichtslos erscheinen mag, für die private Altersvorsorge besteht noch Hoffnung. 2025 will die Bundesregierung diese laut „dpa“ reformieren. Dann soll auch ein neues Altersvorsorge-Depot eingeführt werden. Vielleicht wird es also künftig möglich sein, das Ersparte von der Riester-Rente auf ein Depot umzuziehen. Anders sieht es bei der hybriden Altersversicherung aus. Hiervor warnen manche Experten.

Rubriklistenbild: © IMAGO/ Bihlmayerfotografie/Martin Wagner

Mehr zum Thema