Kosten für Energie
Stromnetzgebühren sinken 2025: Tabelle zeigt – wo Kunden am wenigsten zahlen
- VonVanessa Lutzschließen
Hohe Energiepreise belasten in Deutschland viele Haushalte. Nun sollen im kommenden Jahr die Stromnetzgebühren sinken. Was das für die Bürger bedeutet.
Der Anblick der Stromrechnung dürfte wohl einigen Bürgern in Deutschland regelmäßig Schweißperlen ins Gesicht treiben. Denn: Strom ist hierzulande teuer. Vor kurzem jedoch wurde bekannt, dass schätzungsweise zehn Millionen Haushalte in ländlichen Regionen auf geringere Energiepreise hoffen dürfen. Der Grund ist eine neue Kostenverteilung des Stromnetz-Ausbaus. Nun gibt es wohl eine weitere gute Nachricht für Stromkunden.
Stromnetzgebühren sinken 2025 – Tabelle zeigt: Hier zahlen Kunden weniger
Wie das Vergleichsportal „Verivox“ berichtet, sollen die Gebühren für das Stromnetz 2025 im bundesweiten Durchschnitt um etwa drei Prozent sinken. Somit werde ein Drei-Personen-Haushalt mit einem jährlichen Stromverbrauch von 4.000 kWh rechnerisch um rund 17 Euro brutto entlastet. Dies sei das Ergebnis einer Analyse von „Verivox“ auf Basis der vorläufigen Netzentgelte für rund 71 Prozent der Haushalte in Deutschland. Besonders betroffen seien hiervon Haushalte in ländlichen Gebieten, wohingegen es in Ballungsräumen dennoch teurer werden könnte.
Wie Thorsten Stock, Energieexperte bei „Verivox“, mitteilt, seien die Stromnetzgebühren zwischen 2023 und 2024 für Haushalte in Deutschland um knapp 24 Prozent angestiegen. „Vor diesem Hintergrund ist die sich im Bundesschnitt abzeichnende leichte Absenkung der Stromnetzentgelte eine willkommene Verschnaufpause“, so Storck weiter.
Stromnetzgebühren sinken 2025: Tabelle zeigt, wer weniger zahlen muss
„Verivox“ zeigt auf Bundeslandebene, wer künftig wohl von den sinkenden Stromnetzgebühren profitieren und wer dagegen draufzahlen dürfte. Die folgende Tabelle zeigt die Netznutzungsentgelte (brutto) bei einem Verbrauch von 4.000 kWh:
| Bundesland | Preis 2024 / Preis 2025 (vorläufig) / Differenz absolut (vorläufig) |
| Bundesweit | 535 Euro / 518 Euro / - 17 Euro |
| Baden-Württemberg | 540 Euro / 569 Euro / + 29 Euro |
| Bayern | 506 Euro / 464 Euro / - 42 Euro |
| Berlin | 500 Euro / 527 Euro / + 27 Euro |
| Brandenburg | 612 Euro / 498 Euro / - 113 Euro |
| Bremen | 392 Euro / 379 Euro / - 13 Euro |
| Hamburg | 627 Euro / 678 Euro / + 51 Euro |
| Hessen | 524 Euro / 513 Euro / - 11 Euro |
| Mecklenburg-Vorpommern | 642 Euro / 488 Euro / - 154 Euro |
| Niedersachsen | 481 Euro / 459 Euro / - 23 Euro |
| Nordrhein-Westfalen | 535 Euro / 534 Euro / - 1 Euro |
| Rheinland-Pfalz | 562 Euro / 570 Euro / + 8 Euro |
| Saarland | 633 Euro / 564 Euro / - 69 Euro |
| Sachsen | 518 Euro / 489 Euro / - 29 Euro |
| Sachsen-Anhalt | 509 Euro / 478 Euro / - 32 Euro |
| Schleswig-Holstein | 668 Euro / 533 Euro / - 135 Euro |
| Thüringen | 555 Euro / 466 Euro / - 89 Euro |
Die starken Senkungen der Stromnetzgebühren in dünn besiedelten Gebieten mit einem starken Ausbau erneuerbarer Energien gehen laut „Verivox“ auf einen neuen Ausgleichsmechanismus zurück, der von der Bundesnetzagentur festgelegt wurde. Gerade hier würden durch den Netzausbau hohe Kosten anfallen, die bisher von wenigen Verbrauchern bezahlt wurden. Notwendig sei der Stromnetzausbau jedoch, um die steigende Zahl von Windrädern und Photovoltaik-Anlagen anzuschließen.
Die Entlastungen würden auf alle Stromverbraucher in Deutschland umgelegt. In der Summe bezahlen die Haushalte dort dennoch weniger, während alle anderen Haushalte mehr bezahlen.
Aktuelle Energiepreise: So teuer ist der Strom in Deutschland
Der durchschnittliche Strompreis in Deutschland liegt laut „Verivox“ im Oktober 2024 bei 35,46 Cent/kWh. Bei einem Drei-Personen-Haushalt bedeuten das Jahreskosten von rund 1.418 Euro. Durch die Reduzierung der Netzgebühren sinke der gesamte Strompreis im kommenden Jahr rechnerisch um etwa ein Prozent. Bis jetzt seien die Umlagen allerdings nicht einberechnet. Diese sollen im kommenden Jahr steigen. Wie hoch dann die jeweilige Ent- oder Belastung am Ende ausfällt, soll in Kürze bekannt werden.
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