Folgen für Millionen Rentnerinnen

Abschaffung der Mütterrente? Diese finanziellen Folgen drohen für Frauen

  • Julia Cuprakowa
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Im Rahmen der Haushaltsverhandlungen wurde die Abschaffung der Mütterrente diskutiert. Eine Studie zeigt nun die möglichen und weitreichenden Folgen für Millionen von Rentnerinnen auf.

Eigentlich war der Bundeshaushalt 2025 schon in trockenen Tüchern. Doch dann stellt Finanzminister Christian Lindner den Haushaltskompromiss wieder infrage. Der Grund: Ein Gutachten hat ergeben, dass die neuen Haushaltstricks in Teilen verfassungswidrig sein könnten – es fehlen 17 Milliarden Euro. Und die müssten eingespart werden.

Finanzminister Lindner hat daraufhin die beiden größten Posten ins Visier genommen: Rente und Bürgergeld. Nun machen wieder einmal Forderungen die Runde, die Mütterrente abzuschaffen. Doch was würde das für Millionen von Rentnerinnen bedeuten? Eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hat die Folgen einer Abschaffung berechnet – mit erschreckendem Ergebnis.

Abschaffung der Mütterrente – so viel weniger Geld hätten Frauen dann

Nach jahrzehntelanger Arbeit freuen sich die meisten Menschen auf den wohlverdienten Ruhestand. Die Seele baumeln lassen und viel reisen. Vorausgesetzt, die Rente lässt das zu. Denn viele Rentner erhalten in Deutschland eine Mini-Rente und müssen auch nach der Pensionierung weiterarbeiten. Vor allem Frauen sind von Altersarmut betroffen. Sie bekommen in Deutschland mehrere hundert Euro weniger Rente als Männer, wie echo24.de bereits berichtete. Dabei gibt es einen Antrag, den sie einmalig stellen können, um ihre Altersrente etwas aufzupeppen: die Anrechnung von Kindererziehungszeiten.

Umgangssprachlich wird diese gesetzliche Regelung auch als Mütterrente bezeichnet. Und genau diese soll abgeschafft werden, wie unter anderem „gegen-hartz.de“ berichtet. Die Abschaffung der Mütterrente würde für die Frauen durchschnittlich 107 Euro weniger Rente im Monat bedeuten. Auf das Jahr gerechnet wären das 1284 Euro, berichtet „mainpost.de“. Die aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hat errechnet, dass im Jahr 2022 fast neun Millionen Rentnerinnen von der Mütterrente profitiert haben. Das entspricht 86,5 Prozent aller Frauen über 65 Jahren. Die übrigen Frauen über 65 Jahre, die keine Mütterrente beziehen, sind entweder kinderlos oder haben ihre Kinder erst nach 1992 geboren.

Die Mütterrente

Die Mütterrente wurde 2014 von der damaligen Koalition aus CDU und SPD eingeführt. Sie gilt ausschließlich für Frauen, die vor 1992 Kinder geboren haben. Vor der Einführung der Mütterrente 2014 konnten Frauen, die für die Erziehung ihrer Kinder beruflich kürzergetreten sind, pro Kind ein Jahr Kindererziehungszeit auf ihre Rente anrechnen lassen. Dies wurde mit der Reform um ein weiteres Jahr erhöht. Im Jahr 2019 wird die Kindererziehungszeit um ein weiteres halbes Jahr erhöht.

(Quelle: uni-tuebingen.de)

Mütterrente nicht „zielgenau“ – Studie widerlegt Kritik

Doch warum soll ausgerechnet die Mütterrente abgeschafft werden? Häufig wird an der Mütterrente kritisiert, dass sie nicht zielgenau sei, da sie unabhängig vom Einkommen der Frauen gezahlt werde und somit auch Frauen mit hohen Einkommen zugutekomme, heißt es auch auf „rentenbescheid24.de“.

Das DIW stellt jedoch fest, dass die Mütterrente vor allem Frauen mit mittlerem und niedrigem Einkommen unterstützt, da diese aufgrund der Geburt und Erziehung mehrerer Kinder häufiger von Altersarmut betroffen sind. Im Klartext: Würde die Mütterrente tatsächlich abgeschafft, würde das Armutsrisiko von Frauen deutlich steigen.

Rubriklistenbild: © IMAGO/ IMAGO, Bihlmayerfotografie/ Collage: echo24.de

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