Rentenhöhe im Vergleich
So viel weniger Rente bekommen Frauen – mehrere hundert Euro Unterschied
VonLisa Kleinschließen
In Deutschland gibt es einen massiven Unterschied bei der Rentenhöhe zwischen Männern und Frauen. Das Risiko für Altersarmut ist bei Frauen deutlich höher.
Die Rente ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich – die Höhe hängt von zahlreichen Faktoren ab. Zum Beispiel, ob jemand verheiratet ist oder nicht – die Ehe kann für eine Kürzung der Rente sorgen. Generell kann der Unterschied der Rentenhöhe im Alter richtig groß sein. Vor allem, wenn man den Blick auf die Grundsicherung und die Höchstrente in Deutschland wirft. Doch wie viel Geld gibt es im Ruhestand im Schnitt? Für Frauen meist deutlich weniger.
Rentenhöhe in Deutschland: Massiver Unterschied zwischen Männern und Frauen
Rund jeder fünfte Deutsche befindet sich im Ruhestand. Laut „Deutsche Rentenversicherung“ (DRV) lag mit Stand Ende 2022 die durchschnittliche Brutto-Altersrente für Versicherte mit mindestens 35 Versicherungsjahren bei 1550 Euro. Das bedeutet einen Anstieg von 5,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Doch es gibt massive Unterschiede – sowohl zwischen Osten und Westen als auch zwischen Frauen und Männern. In den „alten Bundesländern“ (ehemaliges Westdeutschland) lag die durchschnittliche Rente für Männer bei 1781 Euro. Bei den Frauen waren es nur 1302 Euro, schreibt die „dpa“.
In den neuen Bundesländern (ganz Deutschland) waren es 2022 bei den Männern im Schnitt 1475 Euro und bei den Frauen 1354 Euro. Wer neugierig geworden ist, kann mit einer einfachen Formel ausrechnen, wie viel Rente man bekommt.
Der große Unterschied zwischen der Rente für Männer und Frauen zieht sich durch alle möglichen Vergleichswerte: Unter den alleinstehenden Menschen ab 65 Jahren beziehen Männer im Schnitt insgesamt 1816 Euro – bei Frauen sind es 1607 Euro.
Weniger als 1000 Euro pro Monat: Mehr als ein Viertel der Rentner unter dem Existenzminimum
Viele Menschen bekommen nur eine sehr geringe staatliche Rente, wie die Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen: Demnach kamen mehr als ein Viertel der Rentner 2021 nur auf ein monatliches Nettoeinkommen von unter 1000 Euro. In absoluten Zahlen waren das 4,9 Millionen Menschen. Bei Frauen lag dieser Anteil deutlich höher: 38,2 Prozent der Rentnerinnen hatten netto weniger als 1000 Euro.
Beim Thema Rente schneiden übrigens nicht nur Frauen schlechter ab – im Länder-Vergleich kommt die Rente in ganz Deutschland zu keinem guten Ergebnis.
Große Unterschiede bei der Rentenhöhe zwischen Männern und Frauen – das sind die Gründe
Doch warum gibt es einen so massiven Unterschied bei der Rente zwischen Männer und Frauen? Ein Punkt ist auf jeden Fall der allgemeine „Gender Pay Gap“. Wie echo24.de berichtet, war der auch 2023 wieder hoch: 12,4 Prozent weniger verdienten Frauen 2023 im Vergleich zu Männern.
Jeder Versicherte sammelt im Lauf des Lebens sogenannte Entgeltpunkte für die Rente. Je höher das Einkommen im Vergleich zum Durchschnitt, umso mehr Punkte. Und je mehr Punkte, umso höher die Rente. Bedeutet: Wer generell weniger verdient, bekommt auch eine geringe Rente.
„Frauen haben weniger Rente, weil sie im Laufe ihres Lebens weniger Erwerbseinkommen akkumulieren“, sagt Prof. Peter Haan, Leiter der Abteilung Staat beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) der „dpa“. Dazu kommt: „Frauen arbeiten zum Großteil in Teilzeit und nicht in Vollzeit“ – wofür vor allem Kinder und Haushalt verantwortlich sind.
Frauen bleiben noch immer häufiger zu Hause als Männer – hier spricht man von „Gender Care Gap“. Für die Hälfte der Arbeit gibts auch nur die Hälfte der Rentenpunkte.
Geringere Rente: Risiko für Altersarmut bei Frauen deutlich höher als bei Männern
„Grob gesagt liegt der Unterschied bei 30 Prozent“, sagt der Renten-Experte. Zwar gibt es auch für Kindererziehungszeiten Rentenpunkte als Ausgleich. „Aber der reicht nicht aus.“ . Frauen schneiden bei der Rente immer noch deutlich schlechter ab. Entsprechend ist ihr Risiko für Altersarmut höher.
Wer von seiner Rente nicht leben kann, dem bleibt oft nichts anderes übrig, als im Ruhestand weiterhin zu arbeiten – doch Rentner sollten einiges beachten. Immerhin: Wer eine geringe Rente hat, muss möglicherweise keine Steuern zahlen. echo24.de berichtet, wo die Grenzen liegen und bei welcher Rente keine Steuern fällig werden.
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