62 Märkte betroffen
Supermarkt-Kette Real insolvent: Was passiert mit den 5.000 Angestellten?
VonJulia Cuprakowaschließen
Die bekannte Supermarkt-Kette Real hat Insolvenz angemeldet. Betroffen sind 5.000 Mitarbeiter und 62 Filialen.
Die SB-Warenhauskette Real hat nach eigenen Angaben am Freitag (29. September) Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Betroffen sind nach einer Mitteilung der Real GmbH mehr als 5.000 Mitarbeiter in 62 Märkten sowie in der Zentrale in Mönchengladbach.
Wie die „dpa“ berichtet, sollen die Löhne und Gehälter aber weiter gezahlt werden. Der Grund: Das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung ermögliche es, den Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten und gleichzeitig Verhandlungen mit Wettbewerbern über eine mögliche Übernahme von Standorten zu führen, hieß es. Damit steigt die Zahl der Unternehmen, die in Deutschland Insolvenz anmelden. Im Mai hatte die Klingel-Gruppe aus Pforzheim Insolvenz angemeldet.
Supermarkt-Kette Real meldet Insolvenz an – Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben
Ein Lichtblick für die betroffenen Mitarbeiter: Ziel der Restrukturierung sei es, so viele Arbeitsplätze wie möglich zu erhalten. Das Unternehmen betonte, eine Insolvenz in Eigenverwaltung stehe nur Unternehmen offen, „die zwar vor wirtschaftlichen Herausforderungen stehen, aber einen tragfähigen Geschäftsplan vorlegen können“. Zuvor hatte die „WirtschaftsWoche“ und die „Heilbronner Stimme“ über den Insolvenzantrag berichtet.
Real meldet Insolvenz an – „operative Fehlentscheidungen“ konnten nicht korrigiert werden
Eigentümer der Kette ist der Finanzinvestor SCP. Er hatte das Unternehmen im Juni 2022 zunächst veräußert, im Mai 2023 aber in einer „kritischen wirtschaftlichen Situation“ zurückgekauft. „Trotz erheblicher operativer Verbesserungen konnten zuvor getroffene operative Fehlentscheidungen des Managements nicht schnell genug korrigiert werden“, erklärte der Vorsitzende der Real-Geschäftsführung, Bojan Luncer. Er sprach in diesem Zusammenhang von einem „herausfordernden gesamtwirtschaftlichen Umfeld“. Der Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung biete eine neue Chance zur Fortführung des Geschäftsbetriebs.
SCP hatte die Real-Kette mit dem eingängigen Slogan „Einmal hin. Alles drin.“ mit 276 Märkten 2020 vom Handelskonzern Metro übernommen, um sie zu zerschlagen und weiterzuverkaufen. Kaufland, Edeka, Globus und Rewe sicherten sich einen Großteil der attraktivsten Filialen. Das Unternehmen mit den verbliebenen 62 Standorten ging im Sommer 2022 an das Family-Office der Unternehmerfamilie Drs. Tischendorf, bevor es im Mai von SCP übernommen wurde.
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