Tabelle zeigt Rentenpunkte
Rente selbst berechnen: Tabelle zeigt, wer wie viel Geld bekommt
VonAnni Gebhardschließen
Die Berechnung der Rente kann verwirrend sein. Doch mit einer einfachen Methode lässt sich ermitteln, wie viel Geld monatlich zur Verfügung steht. Der Schlüssel dazu sind die Rentenpunkte.
Wie viel Geld bleibt am Ende für die Rente übrig? Vor dieser Frage stand fast jeder Arbeitnehmer schon einmal. Bei den ständigen Veränderungen bezüglich der Rente ist es schwierig, den Durchblick zu behalten. Dabei kann mit einer recht simplen Formel heute schon errechnet werden, wie viel Geld einem im Ruhestand monatlich zusteht.
Rente berechnen: Bruttojahresgehalt und Rentenpunkte sind ausschlaggebend
Wer während seines Berufslebens in die Deutsche Rentenversicherung einzahlt, sammelt Rentenpunkte. Ein Rentenpunkt ist derzeit 37,60 Euro wert. Sie werden Jahr für Jahr in einen Topf geworfen, ehe beim Renteneintritt dann ermittelt wird, wie viele Punkte für das Rentenkonto gesammelt wurden. Je mehr Punkte, desto höher die Rente. Doch wer bekommt wie viele Punkte und wovon sind sie abhängig?
Die Anzahl der Rentenpunkte, die über die Jahre gesammelt werden, hängt nicht nur von dem eigenen, sondern auch von dem durchschnittlichen Bruttojahresgehalt aller Rentenversicherten ab. Wer jedes Jahr genau so viel verdient, wie der „Durchschnittsrentner“ hat nach 45 Jahren Erwerbstätigkeit 45 Rentenpunkte auf seinem Konto. Umgerechnet wären das 1.692 Euro Rente im Monat (45 × 37,60). So werden die Rentenpunkte bei verschiedenen Jahresgehältern errechnet.
Tabelle zeigt: Jahresgehalt entscheidet, wie viel Rentenpunkte gutgeschrieben werden
Wer die Anzahl der jährlichen Rentenpunkte berechnen möchte, muss sein Bruttojahresgehalt durch das Durchschnittsgehalt teilen. Zum Beispiel: 45.000 Euro Jahresbrutto : 43.142 Euro Durchschnittsgehalt (West) = 1,0431 Rentenpunkte werden gutgeschrieben. Pro verdientem Rentenpunkt gibt es dann die 37,60 Euro im Monat.
Weitere Beispiele für verschiedene Bruttojahresgehälter:
| Jahresbruttogehalt | Rentenpunkte West (Durchschnittsgehalt 43.142 Euro) | Rentenpunkte Ost (Durchschnittsgehalt 41.967). |
| 20.000 | 0,4634 | 0,4766 |
| 30.000 | 0,6954 | 0,7148 |
| 40.000 | 0,9272 | 0,9531 |
| 60.000 | 1,3908 | 1,4297 |
| 80.000 | 1,8543 | 1,9062 |
Das Bruttojahresgehalt variiert zwischen den alte und neuen Bundesländern. Um im Westen genau einen Rentenpunkt zu verdienen, müsste das Jahresgehalt bei 43.142 Euro liegen. Seit Juli 2023 wird in Ost- und Westdeutschland pro Rentenpunkt einheitlich 37,60 Euro auf das Rentenkonto gutgeschrieben. Vorher haben „Ossis“ hier weniger als „Wessis“ bekommen. Wie viel ein Rentenpunkt während der Erwerbszeit wert war, ist übrigens irrelevant. Es zählt nur der Wert in dem Jahr des Renteneintritts.
Wehrdienst, Kindererziehung und Co: Weitere Möglichkeiten sich Rentenpunkte anrechnen zu lassen
Nicht nur durch die Einzahlung in die Deutsche Rentenversicherung während des Berufslebens können Rentenpunkte gesammelt werden. Auch für andere Zeiten können sich Ruheständler etwas anrechnen lassen:
- Berufsausbildung (max. 3 Jahre)
- Bezug von Sozialleistungen wie Arbeitslosengeld I und Krankengeld
- Zeit der Kindererziehung
- Pflege von z. B. Familienmitgliedern
- Wehr, Zivil- und Bundesfreiwilligendienst
- Zeit der Einzahlung von freiwilligen Rentenversicherungsbeiträgen
Vorsorgen durch zu hohes Jahresgehalt? Rentenpunkte können nicht unbegrenzt gesammelt werden
Die Beitragsbemessungsgrenze macht es für Menschen mit besonders hohem Jahresbruttogehalt unmöglich, Rentenpunkte anzusparen. Denn beim jetzigen Grenzwert von maximal 87.600 Euro Jahresbrutto, können höchstens 2,0305 Rentenpunkte gesammelt werden.
Im gesamten Berufsleben sind also nicht mehr als 80 bis 90 Rentenpunkte möglich. Wer trotzdem mehr Rentenpunkte will, kann diese auch ab einem Preis von 8.024 Euro (West) kaufen. Wer nach dem Renteneintritt noch weiterarbeitet, kann mit einem Trick Gehalt und Rente gleichzeitig kassieren.
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