Ukraine-Krieg

Russische Panzer mit zusätzlicher Ausrüstung zur Drohnen-Bekämpfung ausgestattet

  • Marius Gogolla
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Nach hohen Verlusten im Ukraine-Krieg modifiziert Russland seine Panzer. Die neuen Modelle sollen mit zusätzlichen Panzerplatten und Abwehrelementen ausgestattet sein.

Moskau – Seit Beginn des Ukraine-Krieges im Februar 2022 sind zahlreiche russische Panzer zerstört worden – Schätzungen von Militäranalysten zufolge über 5.000 sowie mehr als 10.000 gepanzerte Fahrzeuge. Aufgrund der hohen Verluste will Russland eigenen Angaben zufolge jetzt eine modifizierte Version des BMP-3-Panzers an die Front schicken.

Russischer BMP-3-Schützenpanzer ohne Zusatz-Ausrüstung.

Die Panzer sollen laut russischer Propagandisten mit zusätzlicher Reaktivpanzerung, einem Käfigschutz gegen Panzer-Abwehrgeschosse und einer elektronischen Vorrichtung zur Zerstörung von Drohnen ausgestattet sein. Der Einsatz von Kriegs-Drohnen wird sowohl von Russland als auch von der Ukraine praktiziert. Bei der Reaktivpanzerung werden mit Sprengstoff beschichtete Platten am Panzer montiert, damit auftreffende Geschosse bereits vor Eindringen in den Panzer explodieren.

Eine Lieferung der Panzer sei bereits erfolgt, über die Anzahl machte Russland keine Angaben. Das berichtet die ukrainische Online-Plattform Defense Express.

Russland hat Panzer schon im Frühling aufgerüstet

Die Ausstattung mit zusätzlichen Teilen zur Verteidigung ist nicht neu. Laut Defense Express wurden Panzer des Typs BMP-3 im April 2023 mit Schutzelementen des Typs 675-sb3KDZ ausgestattet, bestehend aus Gittern und Polymerplatten. Diese sollen gegen Angriffe von Panzerabwehrgeschossen dienen. Trotz des zusätzlichen Schutzes habe Russland im Frühling zahlreiche Panzer nahe der ukrainischen Stadt Wuhledar verloren, berichtet Defense Express.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Nach Angaben von The Military Balance 2023 habe der Bestand an BMP-3-Panzern in Russland zu Beginn dieses Jahres bei etwa 400 gelegen. Weitere 106 neue Panzer habe der Hersteller Kurganmaschsawod im ersten Quartal dieses Jahres an die russische Armee geliefert, heißt es von Seiten Russlands. Zusätzlich seien rund 60 Panzer generalüberholt worden.

Ukraine erhält rund 200 Leopard 1-Panzer aus Europa

Deutschland, Dänemark und die Niederlande wollen der ukrainischen Armee 195 Leopard 1A5-Panzer liefern. Diese sollen ebenfalls modernisiert und mit Reaktivpanzerung zum Schutz gegen russische Panzerabwehr-Geschosse ausgestattet werden. Die Rüstungskonzerne Krauss-Maffei Wegmann (KMW) und Rheinmetall rüsten die alten Panzer nach. 

Russischer BMP-3-Schützenpanzer mit Käfigschutz gegen Panzerabwehr-Geschosse.

Ein Vorteil der Leopard 1-Panzer ist ihr vergleichsweise geringes Gewicht von rund 42,5 Tonnen. Gerade in Bezug auf den nahenden Winter und das damit einhergehende Aufweichen des Bodens bleibt Manövrierfähigkeit der ukrainischen Truppen erhalten. „Der Vorteil des Leopards gegenüber beispielsweise dem T-64 liegt in der Genauigkeit, Reichweite und Geschwindigkeit“, sagt ein ukrainischer Panzerschütze namens Oleksiy auf dem Online-Portal ArmyInform. (mag)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Ivan Noyabrev

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