Putins Armee zahlt hohen Preis
Gigantische Verluste: September war für Russland der bislang tödlichste Monat im Ukraine-Krieg
VonChristian Störschließen
Russische Truppen rücken im Osten der Ukraine weiter vor. Doch Putins Armee zahlt dafür einen hohen Preis: Die Verluste sind höher als je zuvor.
Moskau – Russland setzt die Ukraine militärisch weiter schwer unter Druck. Im Osten rücken russische Truppen in eine Ortschaft nach der anderen vor. Doch Russland zahlt für seinen Vormarsch einen immens hohen Preis: Die Verluste im Ukraine-Krieg sind zuletzt noch einmal enorm gestiegen.
So hat Russland im September an der Front die größten Verluste seit Beginn der Invasion erlitten. Wie der britische Militärgeheimdienst in seiner Monatsbilanz mitteilte, sind durchschnittlich pro Tag 1271 russische Soldaten getötet oder schwer verwundet worden. Schon in den vier Monaten zuvor hatte Russland durchschnittlich mehr als 1000 Soldaten pro Tag in den Gefechten verloren.
| Monat | Verluste gesamt | Pro Tag |
|---|---|---|
| September 2024 | 38.130 | 1271 |
| August 2024 | 36.810 | 1187 |
| Juli 2024 | 35.680 | 1151 |
| Juni 2024 | 35.030 | 1168 |
| Mai 2024 | 38.940 | 1256 |
Russland erleidet im September so viele Verluste wie nie zuvor
Der Anstieg seit Mai sei mit ziemlicher Sicherheit auf die Ausweitung der Kampfzone sowie auf die erhöhte Intensität entlang der Front zurückzuführen, hieß es vom Verteidigungsministerium in London. Konkret bezieht sich die Aussage auf die Lage in den Gebieten Charkiw und Kursk.
Russische Truppen hatten im Mai über die Staatsgrenze hinweg eine Offensive in Richtung Charkiw gestartet, mit dem zunächst erklärten Ziel, entlang der Grenze eine Pufferzone zu errichten, um ukrainische Überfälle über die Grenze hinweg zu unterbinden. Die Offensive gilt inzwischen als gescheitert, ukrainische Einheiten haben inzwischen größere Gebiete zurückerobert.
Anfang August waren ukrainische Truppen über die Grenze vorgestoßen und hatten den Bodenkrieg erstmals auf russisches Staatsgebiet getragen. Nach Kiewer Angaben sind etwa 1000 Quadratkilometer besetzt. In beiden Gebieten hat Russland offenbar hohe Verluste zu beklagen.
Putins Kriegstaktik führt zu hohen russischen Verlusten im Ukraine-Krieg
Hintergrund ist offenbar die Kriegstaktik der russischen Befehlshaber. Immer wieder setzen sie auf sogenannte „Fleischangriffe“, bei denen eine große Anzahl schlecht ausgestatteter Soldaten an die Front geschickt wird, um die Verteidigungslinien regelrecht zu überrollen. Dabei finden viele von ihnen den Tod.
Zuletzt konnte Russland mit dieser Taktik nach langen Kämpfen und zwei gescheiterten Versuchen die strategisch wichtige Stadt Wuhledar erobern. Die zur Festung ausgebaute Bergarbeitersiedlung war seit Kriegsbeginn schwer umkämpft. Mit dem Fall der Stadt eröffnet sich den russischen Truppen auch von Süden her ein Weg nach Kurachowe. Diese Stadt galt neben Pokrowsk zuletzt als eine der Hauptstoßrichtungen des Moskauer Militärs.
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Zahl russischer Verluste im Ukraine-Krieg steigt jeden Tag weiter
Das Verteidigungsministerium bestätigte zudem die Einschätzung des ukrainischen Generalstabs, wonach Russland seit seiner Invasion im Februar 2022 mehr als 660.000 Soldaten im Ukraine-Krieg verloren habe. Auch ein hochrangiger US-Verteidigungsbeamter sagte laut Fox News zuletzt, dass Russland seit Beginn des Krieges mehr als 600.000 Opfer zu beklagen habe. (cs)
