Gouverneur meldet Abschuss

ATACMS-Einsatz in Kursk: Wird Putin mit Raketen zurückschlagen?

  • VonJan-Frederik Wendt
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Laut Berichten hat die Ukraine russische Ziele in Kursk mit ATACMS-Raketen angegriffen. Wie reagiert Putin?

Kursk – Die Ukraine hat nach offiziell unbestätigten Medienberichten einen russischen Militärflughafen in der Nähe von Kursk mit US-amerikanischen ATACMS-Raketen angegriffen. Laut ukrainischen Medien haben mindestens zwei Raketen den Flughafen Kursk-Wostotschny getroffen.

Der Angriff habe in der Nacht zum Montag stattgefunden. Über das Ausmaß der Schäden gibt es bislang keine Angaben. Der Einschlag traf einen Parkplatz am Flugplatz, schreibt das US-Nachrichtenportal newsweek.com. Ob dort Kampfflugzeuge standen, sei nicht bekannt.

Ukraine und Russland äußern sich nicht zum vermeintlichen ATACMS-Angriff

Laut Kursk-Gouverneur Alexej Smirnow wurde eine ukrainische Rakete zerstört. Seine Behauptung: Sieben russische Drohnen hätten sieben ukrainische Raketen abgeschossen.

Die Ukraine darf ATACMS-Raketen gegen Ziele in Russland einsetzen. (Archivbild)

Nach dem Beginn des Ukraine-Krieges hatte Russland den ehemaligen Verkehrsflughafen zu einem Militärflugplatz umfunktioniert, berichtet die russische Nachrichtenagentur Novye Izvestia.

Die Meldung konnte nicht unabhängig geprüft werden. Das ukrainische und russische Militär äußerten sich zu dem Angriff bislang nicht.

Flughafen bei Kursk: Angriff wäre der zweite ATACMS-Einsatz in Russland

Es wäre der zweite Angriff mit ATACMS-Raketen auf russisches Territorium. US-Präsident Joe Biden hatte der Ukraine die Erlaubnis - mit weitreichenden Waffen militärische Ziele in Russland anzugreifen – vor circa einer Woche erteilt. Beim ersten Angriff bombardierten ukrainische Streitkräfte ein russisches Munitionslager in der Region Brjansk.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Darauf erfolgte wohl der erste Einsatz britischer Storm-Shadow-Marschflugkörper auf ein russisches Hauptquartier für die Kursk-Gegenoffensive. Russlands Präsident Wladimir Putin will die russisch-ukrainische Grenzregion mit 50.000 Soldaten – davon 10.000 Kämpfer aus Nordkorea – zurückerobern.

Laut Estlands Verteidigungsminister Hanno Pevkur geht Russland „in Kursk aufs Ganze“. Das russische Militär hat einige Gebiete in Kursk bereits zurückerobert – allerdings unter hohen Verlusten, berichten internationale Medien. Olaf Scholz verneint weiterhin eine Lieferung deutscher Taurus-Marschflugkörper.

Ukraine greift weitere Ziele in Russland an

Putins Antwort auf die Freigabe westlicher Marschflugkörper ließ nicht lange auf sich warten: Der Kremlchef bombardierte die ukrainische Stadt Dnipro mit einer neuen Rakete. Aber: Entdeckte Trümmerteile stellten Putins Aussagen infrage. Nun bleibt abzuwarten, wie Russlands Präsidenten auf die vermeintliche zweite ATACMS-Attacke reagieren wird.

Zudem soll die Ukraine in der vergangenen Nacht auch eine Raketenproduktionsstätte im Westen Russlands attackiert haben, schreibt newsweek.com. Der Kreml nutze die Fabrik für die Herstellung von Teilen für Luftabwehrsysteme und Kampffahrzeuge. (Jan Wendt)

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