Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

Last-Minute-Eisheilige: Polarluft schlägt zurück – Wetter-Sturz auf bis zu 0 Grad

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Kurz vor dem meteorologischen Finale der Eisheiligen sorgt ein Kaltlufteinbruch erneut für frostige Nächte – und gefährdet empfindliche Pflanzen. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

München – Während sich viele nach dem wärmsten Tag der Woche am Mittwoch (14. Mai) bereits in Sicherheit wiegen, schlägt der Spätfrost pünktlich zum Ausklang der Eisheiligen nochmal zu. Laut dem Wetterdienst wetter.net sickert ab der zweiten Wochenhälfte deutlich kühlere Polarluft nach Deutschland ein und sorgt verbreitet für sinkende Temperaturen – sowohl tagsüber als auch in der Nacht. Der bisherige Temperaturanstieg wird damit jäh gestoppt.

Kälteeinbruch zum Ende der Eisheiligen – Wetterdienst warnt vor Frostgefahr

Schon in der Nacht zum Donnerstag (15. Mai) kühlt es vielerorts stark ab, die Tiefstwerte liegen verbreitet zwischen 9 und 3 Grad. Besonders in Bodennähe kann es vereinzelt frostig werden. Empfindliche Pflanzen sollten jetzt unbedingt geschützt oder ins Haus geholt werden.

Zum Ende der Eisheiligen könnte es am Freitagmorgen (16. Mai) nochmal verbreitet Bodenfrost geben.

Am Donnerstag (15. Mai) zeigt sich das Wetter insgesamt wechselhafter: Vom Alpenrand bis zur Ostsee dominiert ein Mix aus Sonne, Wolken und einzelnen Schauern. In der Südhälfte lockern die Wolken häufiger auf, vor allem im Südwesten und Nordwesten gibt es viel Sonnenschein. Die Tageshöchstwerte erreichen nur noch 13 bis 22 Grad – das sind bis zu 2 Grad weniger als ursprünglich erwartet.

Polarluft bringt Temperatursturz – vor allem nachts wird es kritisch

Im Osten macht sich ein frischer Nordwind bemerkbar, der die gefühlte Temperatur zusätzlich drückt. Besonders in der Nacht zum Freitag (16. Mai) wird es brenzlig: Bei verbreitet klarem Himmel sinken die Werte in den Keller – auf 7 bis 1 Grad, im östlichen Bergland sogar bis auf den Gefrierpunkt. Stellenweise muss mit Bodenfrost gerechnet werden, was insbesondere für Hobbygärtner zur echten Gefahr wird.

Auch am Freitag bleibt es kühl – Pflanzen weiter in Gefahr

Die Wetterlage stabilisiert sich auch zum Wochenende nur langsam. Am Freitag (16. Mai) bleibt es in der Osthälfte überwiegend bewölkt mit einzelnen Regentropfen, während es im Westen und Süden häufiger sonnige Abschnitte gibt. Die Temperaturen verharren auf eher gedämpftem Niveau zwischen 13 und 21 Grad. Der Nordwind bleibt vor allem im Osten böig und trägt zur allgemeinen Frische bei.

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In der Nacht zum Samstag (17. Mai) setzt sich die Abkühlung fort: In klaren Regionen sinken die Temperaturen erneut auf bis zu 1 Grad – besonders in höheren Lagen kann es erneut Bodenfrost geben. Wer empfindliche Pflanzen wie Tomaten, Basilikum oder Geranien draußen stehen hat, sollte vorsorglich Maßnahmen treffen. Die Eisheiligen zeigen sich in diesem Jahr noch einmal von ihrer klassischen Seite – und machen ihrem Namen alle Ehre. Dann aber könnte ein Jahrhundertsommer folgen.

Rubriklistenbild: © Wetterdienst Q.met/ www.wetterdata.de

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