Wie geht die Ausbildung weiter?

Stopp bei F-16-Kampfjets: Ukraine-Verbündeter mit Geschenk für Putin

  • Marcus Giebel
    VonMarcus Giebel
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In Dänemark werden Kiews Piloten für den Ukraine-Krieg an F-16-Kampfjets ausgebildet. Doch diese Unterstützung wird bald enden.

Kopenhagen – Im Ukraine-Krieg ist auch nach mittlerweile 28 Monaten Blutvergießen kein Ende in Sicht. Kreml-Chef Wladimir Putin hält weiter eisern an seinem Vorhaben fest, die Regierung von Wolodymyr Selenskyj zu stürzen und durch eine ihm gewogene Führung zu ersetzen. Koste es, was es wolle. Die Kiewer Streitkräfte erwehren sich der Übermacht aus Russland so gut es geht und wollen nach wie vor das komplette Staatsgebiet von den Invasoren befreien.

Stopp bei F-16-Kampfjets: Verkündet Ukraine-Verbündeter gute Nachrichten für Putin?

Eine Frist hat nun dagegen Dänemark gesetzt. Wie die unabhängige Nachrichtenagentur Ritzau berichtet, verkündete Troels Lund Poulsen, dass nur noch bis Ende des Jahres ukrainische Piloten in Dänemark an F-16-Kampfjets ausgebildet werden. Dies sagte der Verteidigungsminister von Deutschlands nördlichem Nachbarn demnach bei einer Pressekonferenz mit seinem norwegischen Amtskollegen Bjørn Arild Gram. Sind das für Russland und Kreml-Autokraten gute Nachrichten für den Ukraine-Krieg?

Applaus aus dem Kreml: Wladimir Putin sollte die Entscheidung der dänischen Regierung über das Ende der Ausbildung ukrainischer Piloten an F16-Kampfjets im Land gefallen.

Ukraine und F-16-Kampfjets: Ausbildung von Piloten in Dänemark endet

Als Grund führte der Politiker der konservativ-liberalen Venstre an, dass Dänemark selbst auf die ebenfalls vom US-Konzern Lockheed Martin produzierten F-35-Jets umsteigt. Folglich würden die Kapazitäten am Militärflugplatz Skrydstrup künftig hierfür benötigt.

Lund Poulsen versicherte jedoch, dass bis zum Abschluss des aktuell laufenden Programms 20 ukrainische Piloten an F-16-Jets auf dänischem Boden ausgebildet sein werden. Außerdem werde Kopenhagen weiter in der Lage sein, seinen Teil zur Ausbildung ukrainischer Piloten beizutragen.

Möglich ist das dem Artikel zufolge etwa in Rumänien. Noch ist die Entscheidung darüber, ob Dänemark sich am dortigen Training der Ukrainer beteiligt, laut dem 48-Jährigen aber nicht gefallen.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Dänemark liefert Ukraine F-16-Kampfjets: Flieger schon auf Balkan und in Afghanistan im Einsatz

Das Sechs-Millionen-Einwohner-Land zählt neben den Niederlanden, Norwegen und Belgien zu den wenigen Unterstützern Kiews, die für die Verteidigung gegen Russland F-16-Jets liefern wollen. Zuletzt hatte es geheißen, Kopenhagen und Amsterdam würden die ersten Flieger bereits zeitnah bereitstellen.

Dänemark verfügt über 77 F-16-Kampfjets. Die ersten Modelle wurden zwar schon 1980 geliefert, sind laut dem Militär aber kontinuierlich weiterentwickelt worden und verfügen über die modernsten Systeme. Die Flieger sind mit einem 20-Millimeter-Maschinengewehr bewaffnet und können Bomben, Raketen und andere Flugkörper transportieren.

Die dänischen F-16-Jets sind bereits in diversen Einsätzen erprobt. Von den Streitkräften erwähnt werden internationale Operationen auf dem Balkan, in Afghanistan, in Syrien, im Irak, aber auch in Island und den baltischen Staaten.

Schlechte Nachrichten für die Ukraine: Der dänische Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen verkündet das Ende der F16-Ausbildung von Kiews Piloten in Deutschlands Nachbarland.

Bekommt die Ukraine F16-Kampfjets? Auch in USA wohl nur weniger Piloten in Ausbildung

Allerdings ist die jüngste Verkündung von Lund Poulsen nicht der erste Rückschlag im Zusammenhang mit dem Projekt, um Moskaus Lufthoheit im Krieg Grenzen zu setzen. So berichtete das US-Magazin Politico erst Anfang Juni, dass zwar 30 ukrainische Piloten startklar für ihre F-16-Ausbildung sind, die US-Regierung jedoch nur zwölf gleichzeitig ins Trainingsprogramm in den Vereinigten Staaten aufnehmen kann. Immerhin soll eine erste Gruppe bereits weit fortgeschritten sein.

Zudem hieß es zuletzt, es würde zu wenige F-16-Kampfpiloten geben. Auch wurden öffentlich bereits Zweifel laut, ob die Ukrainer in der Lage sein werden, die hochkomplexen Maschinen zu bedienen und deren ganze Stärke zu entfalten.

Selenskyj hatte die Lieferung der F-16-Jets bereits als „lebenswichtig“ bezeichnet. Seine Truppen geraten an der Front seit Monaten immer stärker unter Druck. Zudem sind beinahe täglich Todesopfer infolge von Drohnen- oder Raketenbeschuss durch Russland zu beklagen. Von der Zerstörung der Infrastruktur ganz zu schweigen.

Putin und der Ukraine-Krieg: Nutzt Kreml-Chef die F-16-Entscheidung in Dänemark zu seinen Gunsten?

Putin dürfte die Worte aus Dänemark mit Wohlwollen aufnehmen. Zeigen sie doch wieder einmal, wie kompliziert sich die internationale Hilfe für die Ukraine gestaltet. Zudem könnte die neueste Entwicklung, die sich hinter den Kulissen in Kopenhagen sicher schon lange angebahnt hat, Russlands Präsident eine weitere Gelegenheit bieten, einen Keil zwischen Kiews Unterstützer zu treiben.

Unter den Bevölkerungen lassen sich mit zunehmender Kriegsdauer ohnehin immer leichter Zweifel säen, dass der ukrainische Kampf gegen den Aggressor tatsächlich noch zu einem guten Ende führen wird. Obendrein ist Putin sowieso bestens in Übung, wenn es darum geht, Entscheidungen anderer Politiker zu eigenen Erfolgen umzudeuten. (mg)

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