Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

Rekord-Hitzewelle mit bis zu 42 Grad droht Deutschland – „Viele ignorieren die Realität des Klimawandels“

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Während Deutschland auf Extremhitze zusteuert, verharmlosen Klimawandel-Leugner die Gefahr – ein fataler Trugschluss. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Frankfurt – Fast alle Wettermodelle sind sich einig: Eine massive Hitzewelle trifft Deutschland zwischen Ende Juni und Anfang Juli. Besonders von Montag (30. Juni) bis Mittwoch (2. Juli) drohen Höchstwerte von 38 bis 42 Grad. Damit könnten neue Temperaturrekorde fallen – der aktuelle Spitzenwert liegt bei 41,2 Grad (Juli 2019, Duisburg). Noch drastischer ist die Lage in Spanien: Dort werden ab dem Wochenende, vor allem im Süden, Temperaturen von bis zu 49 oder Grad erwartet. Auch dort stehen neue Allzeitrekorde im Raum.

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Wetter-Experte über Klimaleugner: „Es ist unerträglich, was die da sagen“

Diese Hitzespitzen sind kein „ganz normaler Sommer“, sondern eindeutige Folgen der Erderhitzung. Trotzdem hört man immer wieder Sätze wie: „Das gab’s doch schon immer.“ Als Meteorologe und Klimaexperte kann ich nur sagen: Es ist unerträglich, was da an Verharmlosung passiert. Seit 1881 treten Hitzerekorde immer häufiger und in kürzeren Abständen auf. Hitze ist weltweit das tödlichste Wetterphänomen – und viele ignorieren die Realität des Klimawandels weiter sehenden Auges. Schon jetzt ist der Juni 2025 rund 2,7 Grad wärmer als im Klimamittel der Jahre 1961 bis 2020.

Hitzewelle mit Gesundheitsrisiken

Von Samstag (28. Juni) bis Donnerstag (3. Juli) droht in Deutschland flächendeckend Dauerhitze mit über 30 Grad, in der Spitze bis zu 42 Grad. Auch nachts wird es kaum Abkühlung geben – in Großstädten teils über 25 Grad. Für ältere, kranke und sozial schwächere Menschen kann das lebensgefährlich werden. Jeder sollte jetzt handeln, helfen und gefährdete Personen im Alltag unterstützen. Diese Hitze ist extrem – und sie wird in Zukunft noch öfter kommen.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa | Jens Büttner

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