Luftabwehr verhindert Einschlag

Drohnen-Angriff auf Russland: Ukraine-Armee feuert angeblich auf AKW

  • VonPhilipp Bräuner
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Die Ukraine nimmt immer häufiger Ziele in Russland ins Visier. Nun soll sogar ein Kernkraftwerk im Oblast Kursk beschossen worden sein.

Kurtschatow - Die Ukraine soll einen Luftangriff auf ein Atomkraftwerk in der russischen Grenzregion Kursk geflogen haben. Das berichtet das Nachrichtenportal Newsweek unter Berufung auf lokale Medien. Getroffen worden sei das AKW allerdings nicht, außerdem sei niemand verletzt worden. Schäden habe der Angriff allerdings trotzdem hinterlassen.

Ukraine soll Drohnen auf Atomkraftwerk in Russland geschossen haben

Die ukrainischen Streitkräfte sollen laut Newsweek mindestens fünf Kamikaze-Drohnen und eine S-200-Rakete auf das Kernkraftwerk Kurtschatow im Oblast Kursk abgeschossen haben. Dem Bericht zufolge sind die Drohnen und die Rakete von der russischen Luftabwehr getroffen worden.

Ein ukrainischer Soldat startet eine Drohne in der Nähe der Frontlinie. Die ukrainische Armee soll Drohnen und einer Rakete auf ein russisches AKW gefeuert haben. (Archivbild)

Teile davon seien allerdings auf das örtliche Umspannwerk abgestürzt. Dadurch seien sieben Straßen ohne Strom gewesen, schreibt die russische Online-Zeitung Mash auf ihrem Telegram-Kanal. Der Stromausfall sei allerdings mittlerweile behoben.

Immer wieder Berichte von Drohnen-Angriffen von Ukraine auf Russland

Immer wieder gibt es Berichte über ukrainische Drohnenangriffe auf russisches Territorium, vor allem während der zurückliegenden Präsidentschaftswahl. Auch einen Luftwaffenstützpunkt wurde jüngst von Kiew angegriffen. Zuletzt soll es bei Attacken auf die Grenzregion Belgorod mehrere zivile Tote gegeben haben, wie unter anderem die unabhängige Zeitung The Moscow Times berichtet.

Derweil steht das ukrainische Militär immer mehr unter Druck. Denn den Streitkräften geht zusehends die Munition aus. Auch, weil ein milliardenschweres Hilfspaket der USA im Kongress feststeckt. Aber auch andere Unterstützer ziehen sich zurück. Wie Australien, das zuletzt ein Überwachungsflugzeug zurückbeordert hat.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Um der Ukraine finanzielle Unterstützung angedeihen zu lassen, wird von Seiten der EU wieder über eine mögliche Verwendung von in Europa eingefrorenem russischen Geld diskutiert. Das versetzt die russische Seite wiederum in Rage. (pkb)

Rubriklistenbild: © Michael Brochstein/dpa

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