Ukraine verstärkt Angriffe

Putins Bomber unter Beschuss: Ukraine greift russisches Drehkreuz für Nuklearflugzeuge an

  • VonSimon Schröder
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Die Ukraine verschärft ihre Angriffe gegen strategisch wichtige Einrichtungen in Russland. Drohnen sollen Putins Luftwaffe nun unter Druck setzten.

Engels – Die Ukraine greift zunehmend Ziele tief im Landesinneren der russischen Invasoren an. Ukrainische Drohnen attackierten zuletzt einen Luftwaffenstützpunkt des Kremls, der ca. 480 Kilometer von der ukrainisch-russischen Landesgrenze entfernt liegt. Über der Stadt Engels blitzte es in der Nacht zum Mittwoch (20. März) hell auf. Kiews Drohnen hatten den dortigen Militärstützpunkt ins Visier genommen.

Drohnen vom russischen Militär über Luftwaffenstützpunkt abgeschossen

Laut Angaben des Gouverneurs für die Oblast Saratow, Roman Busargin, wären einige Drohnen über der Stadt Engels vom russischen Militär abgeschossen worden, wie er auf dem Nachrichtendienst Telegram mitteilte. Im Telegram-Kanal „Astra“ sind laut unbekannten Quellen drei von vier Drohnen unweit des Luftwaffenstützpunktes zu Boden gegangen. Das russische Verteidigungsministerium scheint diese Informationen zu stützen. Demnach seien vier unbemannte Flugobjekte über der Region Saratow abgeschossen worden, wie das Ministerium am frühen Mittwochmorgen verkündete.

Der Tupolew Tu-160 Überschallbomber mit Nuklearkapazitäten. Er landete auch schon auf dem Engels-2 Luftstützpunkt und bombardierte die Ukraine regelmäßig.

Engels-2 wichtige Militärbasis für Putin: Ukrainische Angriffe gefährden die Basis

Die „Airbase“ Engels-2 ist wichtiges Drehkreuz für die russischen Bomber. Auch Atombomber wie der Tupolew Tu-160 frequentieren hier. Das ukrainische Militär hatte bereits des Öfteren die Basis mit Drohnen angegriffen. Insgesamt starben sechs Menschen bei zwei separaten Angriffen durch unbemannte Flugzeuge im Dezember 2022 auf dem Engels-2 Luftwaffenstützpunkt, wie Newsweek berichtet.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Luftwaffenstützpunkte in Russland sind von sehr hoher strategischer Bedeutung, und das auch im Ukraine-Krieg. Die Langstreckenbomber der Russen bringen Tod und Zerstörung in die ukrainischen Städte. Doch: Die Bomber können nicht von jedem Flugplatz aus starten. Deshalb steht Engels-2 seit Dezember 2022 besonders im Fokus der ukrainischen Streitkräfte. Seit den Angriffen vom Dezember musste das russische Militär viele der strategischen Flugzeuge auf einen abgelegenen Flugplatz bei Olenya verlegen, wie es im Tagesspiegel heißt.

Wie viele dieser Langstreckenbomber Russland genau besitzt, ist unklar. Laut Militärfachzeitschrift Military Balance 2023 haben die Luftstreitkräfte des Kremls 60 Langstreckenbomber vom Typ Tu-95MS, 16 des Typs Tu-160 und 66 vom Typ Tu-22M3. Im UK Defense Journal hingegen bezifferte man die Zahl der Langstreckenbomber mit gut 40 Flugzeugen weniger. (SiSchr)

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