„Putin würde Sie verspeisen“
Trump weicht im TV-Duell Frage zum Ukraine-Krieg aus – Harris geht auf Angriff
VonVictoria Krumbeckschließen
Trump und Harris haben sich einem TV-Duell gestellt. Dabei gab Trump keine klare Antwort auf die Frage, ob er einen Sieg der Ukraine im Krieg will.
Philadelphia – Kamala Harris und Donald Trump lieferten sich bei dem TV-Duell einen verbalen Schlagabtausch. Umfragen kurz nach der Debatte der Präsidentschaftskandidaten zeigen deutlich, dass Harris als Siegerin des Duells hervorgeht. Die Attacken der demokratischen Präsidentschaftskandidatin drängen den Ex-Präsidenten in die Defensive. Auf Fragen zum Ukraine-Krieg weicht er aus.
TV-Duell mit Harris: Trump lenkt bei Frage zum Ukraine-Krieg ab
Auf die Frage des Moderators David Muir, ob sich der republikanische Präsidentschaftskandidat einen Sieg für die Ukraine wünsche, antwortete Trump: „Ich will, dass der Krieg aufhört. Ich will Leben retten.“ Zudem sprach er laut The Guardian von „Millionen“ Menschen, die dem Krieg zum Opfer gefallen sind. Genaue Zahlen zu den Opfern des Ukraine-Krieges gibt es nicht. Doch weder Russland, die Ukraine noch internationale Organisationen sprachen von einer Zahl in dieser Höhe.
Zudem sagte er, dass er bei einem Wahlsieg noch vor seinem Amtsantritt ein Abkommen aushandeln würde. Die russische Invasion sei ein „Krieg, der darauf brennt, beigelegt zu werden. Ich werde ihn beilegen, bevor ich überhaupt Präsident werde.“ Auch auf die erneute Frage, ob ein Sieg der Ukraine im besten Interesse der USA sei, antwortete Trump, es liege im Interesse des Landes, „diesen Krieg zu beenden“, wie Politico berichtete.
Trump will Putin und Selenskyj zusammenbringen – Harris warnt vor gefährlichem Szenario
„Ich werde mit dem einen sprechen, ich werde mit dem anderen sprechen. Ich werde sie zusammenbringen“, sagte Trump und fügte hinzu, der Konflikt „wäre nie passiert“, wenn er Präsident gewesen wäre. In den letzten Monaten äußerte sich der Ex-Präsident mehrfach über die Beendigung des Krieges in der Ukraine. Dabei sagte er, dass er den Krieg als Präsident innerhalb von 24 Stunden beenden könnte. Berichten zufolge wolle er den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj dazu bringen, Teile der Ukraine an Russland abzugeben.
Harris sagte, dass Wladimir Putin bereits in Kiew säße und „seine Augen auf den Rest Europas richten“ würde, wenn Trump während des russischen Angriffskrieges Präsident gewesen wäre. Putin hätte sich dann in solch einem Szenario Polen zugewendet. „Warum erzählen Sie den 800.000 polnischen Amerikanern hier in Pennsylvania nicht, wie schnell Sie aufgeben würden, nur um einer Gunst und einer – Ihrer Meinung nach – Freundschaft mit einem Mann zu erliegen, von dem Sie wissen, dass er ein Diktator ist, der Sie zum Mittagessen verspeisen würde?“, konterte Harris. „Putin ist ein Diktator, der Sie zum Mittagessen verspeisen würde“, sagte sie weiter.
Ukraine-Krieg im TV-Duell: Trump lenkt von Frage ab – Harris geht auf Angriff
Harris argumentierte, Trumps Friedensplan sei einfach eine Entscheidung, die Ukraine kapitulieren zu lassen. „Ich glaube, der Grund, warum Donald Trump sagt, dieser Krieg wäre innerhalb von 24 Stunden vorbei, ist, dass er ihn einfach aufgeben würde“, sagte sie. „Und so sind wir Amerikaner nicht.“
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Für die Amerikanerinnen und Amerikaner spielt der Ukraine-Krieg im Wahlkampf laut einer Umfrage keine große Rolle. Anders als für die Ukraine selbst und ihre Verbündeten, die von der Unterstützung der USA abhängig sind. Waffenlieferungen aus den USA sind für den Sieg der Ukraine wichtig. Bereits vor Monaten blockierten die Republikaner im Kongress weitere militärische Hilfe für die Ukraine, was das Land in eine schwierige Position im Krieg brachte. Eine Präsidentschaft von Trump würde Kiew höchstwahrscheinlich stark schwächen. (vk)
Rubriklistenbild: © Fotomontage Alex Brandon/Evgeniy Maloletka/dpa

