Entwicklung des Wetters
Weißes Winter-Comeback durch Polarwirbel im März? Experten widersprechen sich
VonMichelle Breyschließen
Winterliches Wetter im März ist in Deutschland nicht unüblich. Meteorologen sind sich jedoch uneins, ob Schnee fällt und welche Rolle der Polarwirbel spielt.
Kassel – Sonne tanken, die Freizeit an der frischen Luft genießen: Der Februar machte es möglich. Wenngleich auch einige Tage grau und düster erschienen, kamen doch hin und wieder erste Frühlingsgefühle hoch. Der Februar war sogar wärmer als ein typischer März. Wetter-Experte Jan Schenk von The Weather Channel prognostizierte in einem Video nun ein Winter-Comeback. Auf Anfrage von IPPEN.MEDIA widersprachen jedoch Meteorologe Dominik Jung von wetter.net und der Deutsche Wetterdienst (DWD).
„Weiße Überraschung“ – Fällt Anfang März in Deutschland wieder Schnee?
„Es kommt etwas kühlere Luft auf uns zu“, erklärte Schenk. Sie sei zwar nicht super kalt, genüge aber, um „ein paar weiße Flecken“ am Sonntag (3. März) entstehen zu lassen. Auch für die Nacht von Dienstag auf Mittwoch prognostizierte er Schneefall, es könne am Morgen glatt werden. Der Meteorologe sprach von einer „weißen Überraschung“. „Also, der Winter meldet sich so ein bisschen zurück“, wenngleich der gefallene Schnee durch die Sonne wegschmelzen könne.
Verantwortlich für die Wetterentwicklungen seien der Jetstream und der Polarwirbel, führte er aus. Kalte Luft von Grönland ziehe in Richtung Deutschland, der Polarwirbel unterstütze das.
Polarwirbel als Ursache für kühles Wetter – Meteorologe bezieht Stellung
Konträrer könnten die Prognosen nicht sein. Denn Diplom-Meteorologe Dominik Jung bleibt weiterhin dabei: Ein spät winterlicher Einbruch sei nicht zu erwarten. Das bestätigte er gegenüber dem Redaktionsnetzwerk IPPEN.MEDIA: „Tagsüber erstmal bis Mitte März kein Wintereinbruch in Sicht“, erklärte er. Dazu werde es sonnig und mild, mit Temperaturen um zehn bis 15 Grad.
Kalte Luftmassen, die ein Polarwirbel begünstigen, könnten auch nach Deutschland ziehen, sagte er. Doch „wie schon seit Wochen sieht es aktuell danach nicht aus.“ Hinzukomme, dass der Polarwirbel nicht alleine für Schnee und Eis verantwortlich sei. Auch „Faktoren wie Feuchtigkeit, Temperatur und Windmuster“ spielen demnach eine Rolle.
Das sind die Wetter-Aussichten laut DWD – „Zweistellige Höchstwerte eher die Regel“
Der DWD teilte auf Anfrage von IPPEN.MEDIA mit: „Neben einer wechselnden Bewölkung und hier und da vereinzelt etwas Regen, scheint in den nächsten Tagen teilweise auch länger die Sonne. Zweistellige Höchstwerte sind eher die Regel als die Ausnahme.“ Das zeigt auch die 10-Tage-Vorhersage auf der Website des Wetterdienstes. Lediglich nachts kann es kühler werden, wie herauszulesen ist:
- Mittwoch (28. Februar): nachts +5 bis -4 Grad / tagsüber 5 bis 12 Grad
- Donnerstag (29. Februar): nachts +5 bis -3 Grad / tagsüber 10 bis 16 Grad
- Freitag (1. März): nachts 7 bis 0 Grad / tagsüber 9 bis 16 Grad
- Samstag (2. März): nachts 7 bis 1 Grad / tagsüber 10 bis 16 Grad
- Sonntag (3. März): nachts 6 bis 0 Grad / tagsüber 10 bis 17 Grad
- Montag (4. März): nachts 6 bis 0 Grad / tagsüber 9 bis 15 Grad
Für den Zeitraum vom Dienstag (5. März) bis Donnerstag (7. März) erklärte der DWD, dass sich die Temperaturen kaum ändern würden. Nachts zeige sich jedoch eine „etwas steigende Frostgefahr“.
Schnee Anfang März in Deutschland – auch DWD teilt diese Prognose zunächst nicht
Auf Anfrage erklärte der DWD zudem, dass kein Wettermodell Anfang März auf großflächigen Schneefall hindeute. Es ist also vorerst kein Winter mehr zu erwarten.
Allenfalls in den Alpen könnten sich mittelfristig ein paar Zentimeter Neuschnee ergeben. Auch in den südlichen Mittelgebirgen kann man dann zumindest kurzzeitig nicht ausschließen, dass es etwas weiß wird oder sich Schneematsch bildet, aber die ganz große Nummer wäre das nicht.
Nach dem letzten Wetter-Knall Ende Februar startet der März demnach wohl mit milden Temperaturen. (mbr)
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