AfD-Europakandidat

Spionage-Vorwürfe vor Europawahl: Auch AfD-Spitzenkandidat Krah soll Geld aus China kassiert haben

  • VonTadhg Nagel
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Der Mitarbeiter des AfD-Politikers Krah wurde verhaftet. Zunächst schien dieser selbst nicht betroffen zu sein. Jetzt gibt es neue Vorwürfe.

Berlin – Dubiose Kontakte nach Russland, Betrugsvorwürfe im Europaparlament und hohe Bargeldsummen bei der Einreise in die USA: All diese Skandale sind an dem AfD-Politiker Maximilian Krah nahezu spurlos vorbeigegangen. Jetzt bringen erneute Vorwürfe den AfD-Spitzenkandidaten für die Europawahl stärker unter Druck. Die Rede ist von hohen fünfstelligen Zahlungen, die Krah erhalten haben soll.

Ende April wurde Krahs Assistent Jian G. wegen Spionageverdachts verhaftet. Bisher konnte Krah sich von den Vorfällen distanzieren und seine Wahlkampagne fortsetzen. Doch neue Ermittlungen zeigen, dass G. möglicherweise – über Krahs Kanzlei und fingierte Rechnungen – hohe Geldsummen an Krah gezahlt hat. Diese Transaktionen sind gut dokumentiert und lassen sich daher nachverfolgen, wie aus Recherchen von WDRNDR und der Süddeutschen Zeitung hervorgeht.

AfD-Politiker soll über 50.000 bekommen haben – Krah selbst bestreitet alle Vorwürfe

Den Berichten zufolge gehen Sicherheitsbehörden derzeit dem Verdacht nach, dass G. über einen längeren Zeitraum hohe fünfstellige Summen an Krah gezahlt hat. Dieses Geld könnte vom chinesischen Geheimdienst stammen. Ermittler fanden auf Krahs Kanzleikonto etwa 14.000 Euro, die von verschiedenen Firmen G.s überwiesen wurden. G. soll in überwachter Kommunikation behauptet haben, seit 20 Jahren für einen chinesischen Nachrichtendienst zu arbeiten. Insgesamt habe er nach eigener Aussage über 50.000 Euro an Krah gezahlt.

Der AfD-Spitzenkandidat für die Europawahl, Maximilian Krah.

Allerdings bestreitet Krah diese Vorwürfe und betont, dass alle Kanzleirechnungen ordnungsgemäß ausgestellt wurden. Er wird derzeit als Zeuge geführt, während die Ermittler prüfen, ob er Gelder aus geheimdienstlichen Quellen erhalten hat. G. sitzt weiterhin in Untersuchungshaft; es gilt die Unschuldsvermutung.

Krah bleibt weiterhin AfD-Spitzenkandidat für Europa - In den Bundesvorstand will er nicht mehr

Parallel zu den Ermittlungen gegen Krah, sieht sich auch sein Parteifreund Petr Bystron, der auf Platz zwei der AfD-Liste für die Europawahl steht, mit schweren Vorwürfen konfrontiert. Bystron wird verdächtigt, prorussische Gelder angenommen zu haben. Der tschechische Geheimdienst soll Audioaufnahmen einer Geldübergabe besitzen, die diese Anschuldigungen stützen. Die Bundesanwaltschaft hat Bystrons Wohn- und Geschäftsräume durchsucht, was die AfD zusätzlich belastet.

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Die Ermittlungen betrafen auch Krahs Büroräume im Europäischen Parlament. Trotz der schweren Vorwürfe hält die AfD-Spitze an Krah als Spitzenkandidat für die Europawahl fest. Krah selbst hat jedoch angekündigt, nicht mehr für den AfD-Bundesvorstand kandidieren zu wollen. (tpn)

Rubriklistenbild: © IMAGO

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