Gegen Drohnen-Gefahr
Im Video: Deutscher Rüstungsriese enthüllt neue Luftabwehr für die Bundeswehr
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Rheinmetall zeigt sein Luftverteidigungssystem Oerlikon Skyranger 35. Das Geschütz ist hochmodern, die Waffenplattform jedoch ist älter.
Düsseldorf – Es ist eine heimtückische Gefahr am Himmel, die der brutale Ukraine-Krieg von Kreml-Autokrat Wladimir Putin offengelegt hat. Die Rede ist von Kamikaze-Drohnen, die sich unvermittelt auf ihre Ziele stürzen.
Flugabwehr für die Bundeswehr: Rheinmetall zeigt Oerlikon Skyranger 35 im Video
Bei den heftigen Gefechten in der Ukraine tauchen die unbemannten Luftgefährte immer wieder auf. Auch die Bundeswehr und die deutschen Rüstungskonzerne beobachten die Kämpfe in dem geschundenen Land genau, damit sie in Zukunft auf mögliche Bedrohungen derselben Art reagieren können – zum Beispiel auf Drohnen.
Der deutsche Waffenbauer Rheinmetall hat nun sein neuestes Flugabwehrsystem Oerlikon Skyranger 35 einer breiten Öffentlichkeit auf YouTube vorgestellt. Das Video zeigt das Luftverteidigungssystem bei der Arbeit gegen eine Drohne, die den iranischen Shahed-Drohnen, die Russland einsetzt, sehr ähnlich sieht.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine




Luftverteidigungssystem Skyranger: Revolverkanone und Lenkflugkörper gegen Drohnen
Rheinmetall hat in den vergangenen Jahren zwei ähnliche Systeme entwickelt, die Drohnen und tieffliegende Helikopter bekämpfen sollen: den Skyranger 30 und den Skyranger 35. Die Unterschiede finden sich in der jeweiligen Bewaffnung. Der Skyranger 35 fokussiert sich auf eine wuchtige Revolverkanone im Kaliber 35 Millimeter. Der Skyranger 30 hat eine etwas kleinere 30-Millimeter-Revolverkanone. Beide Waffensysteme verfügen neben einem unbemannten Geschützturm zudem über integrierte Lenkflugkörper und – je nach Bestellung – über einen Hochenergielaser, der ebenfalls in der Lage sein soll, Drohnen vom Himmel zu holen.
Besagter Turm wird meist mit einem Active-Electronically-Scanned-Array-Radar ausgestattet, wobei es sich um ein Radar mit aktiver elektronischer Strahlschwenkung handelt. Ursprünglich waren für die Skyranger-Systeme vor allem Waffenplattformen auf Basis der Radpanzer GTK Boxer der deutschen Bundeswehr und Pandur Evolution der Österreicher sowie des hochmodernen Schützenpanzers Lynx vorgesehen. Im September 2023 hatte Rheinmetall jedoch erstmals die Wanne sehr alter, eingelagerter Leopard-1-Panzer ins Spiel gebracht. Und im Video ist genau ein solcher Aufbau des Flugabwehrsystems zu sehen.
Flugabwehr für Deutschland: Bundeswehr bestellt bei Rheinmetall Skyranger-Systeme
Der Vorteil der Kettenfahrzeuge ist, dass sie auch in sehr unwegsamem Gelände eingesetzt werden können. Noch so eine Erfahrung aus dem Ukraine-Krieg. Der Skyranger 30 kann sage und schreibe 1200 Schuss, der Skyranger 35 bis zu 1000 Schuss pro Minute abfeuern. Nach der Identifizierung kann das Ziel vom Schützen im Inneren des Panzers mittels einer Hochleistungskamera erfasst und verfolgt werden. Ein großer Vorteil zum Beispiel im Vergleich zum früheren Flak-Panzer Gepard ist die programmierbare Airburst-Munition, die bei ihrer Detonation in der Luft Splitterwolken erzeugt, was die Trefferwahrscheinlichkeit deutlich erhöht.
Während Rheinmetall sich indes auf mögliche europäische Friedenstruppen in der Ukraine vorbereitet, rüstet Deutschland die Bundeswehr weiter auf. Das gilt besonders für den Bereich der Luftverteidigung. So hatte die Bundeswehr das Düsseldorfer Unternehmen Rheinmetall etwa im Februar 2024 mit der Lieferung von 18 Skyranger-30-Fahrzeugen auf Basis des GTK Boxers beauftragt. Kostenpunkt: insgesamt 595 Millionen Euro.
Luftverteidigung für Deutschland: Bundeswehr bekommt weitere Patriot-Systeme
Ferner ist die optionale Nachbestellung von 30 weiteren solcher Flugabwehrsysteme Teil der Abmachung. Wie unterdessen das Magazin für Europäische Sicherheit & Technik (ESUT) am Dienstag (11. März) berichtete, hat die Bundeswehr für ihre weitreichenden Patriot-Luftverteidigungssysteme (Reichweite: 160 Kilometer) in den USA 120 Lenkflugkörper PAC-3 MSE bestellt. Der Bestand eben jener Patriot-Batterien soll in den kommenden Jahren von aktuell neun auf dann 17 für die deutschen Streitkräfte erhöht werden. (pm)
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