Gegen Drohnen-Gefahr

Im Video: Deutscher Rüstungsriese enthüllt neue Luftabwehr für die Bundeswehr

  • Patrick Mayer
    VonPatrick Mayer
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Rheinmetall zeigt sein Luftverteidigungssystem Oerlikon Skyranger 35. Das Geschütz ist hochmodern, die Waffenplattform jedoch ist älter.

Düsseldorf – Es ist eine heimtückische Gefahr am Himmel, die der brutale Ukraine-Krieg von Kreml-Autokrat Wladimir Putin offengelegt hat. Die Rede ist von Kamikaze-Drohnen, die sich unvermittelt auf ihre Ziele stürzen.

Flugabwehr für die Bundeswehr: Rheinmetall zeigt Oerlikon Skyranger 35 im Video

Bei den heftigen Gefechten in der Ukraine tauchen die unbemannten Luftgefährte immer wieder auf. Auch die Bundeswehr und die deutschen Rüstungskonzerne beobachten die Kämpfe in dem geschundenen Land genau, damit sie in Zukunft auf mögliche Bedrohungen derselben Art reagieren können – zum Beispiel auf Drohnen.

Der deutsche Waffenbauer Rheinmetall hat nun sein neuestes Flugabwehrsystem Oerlikon Skyranger 35 einer breiten Öffentlichkeit auf YouTube vorgestellt. Das Video zeigt das Luftverteidigungssystem bei der Arbeit gegen eine Drohne, die den iranischen Shahed-Drohnen, die Russland einsetzt, sehr ähnlich sieht.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Luftverteidigungssystem Skyranger: Revolverkanone und Lenkflugkörper gegen Drohnen

Rheinmetall hat in den vergangenen Jahren zwei ähnliche Systeme entwickelt, die Drohnen und tieffliegende Helikopter bekämpfen sollen: den Skyranger 30 und den Skyranger 35. Die Unterschiede finden sich in der jeweiligen Bewaffnung. Der Skyranger 35 fokussiert sich auf eine wuchtige Revolverkanone im Kaliber 35 Millimeter. Der Skyranger 30 hat eine etwas kleinere 30-Millimeter-Revolverkanone. Beide Waffensysteme verfügen neben einem unbemannten Geschützturm zudem über integrierte Lenkflugkörper und – je nach Bestellung – über einen Hochenergielaser, der ebenfalls in der Lage sein soll, Drohnen vom Himmel zu holen.

Besagter Turm wird meist mit einem Active-Electronically-Scanned-Array-Radar ausgestattet, wobei es sich um ein Radar mit aktiver elektronischer Strahlschwenkung handelt. Ursprünglich waren für die Skyranger-Systeme vor allem Waffenplattformen auf Basis der Radpanzer GTK Boxer der deutschen Bundeswehr und Pandur Evolution der Österreicher sowie des hochmodernen Schützenpanzers Lynx vorgesehen. Im September 2023 hatte Rheinmetall jedoch erstmals die Wanne sehr alter, eingelagerter Leopard-1-Panzer ins Spiel gebracht. Und im Video ist genau ein solcher Aufbau des Flugabwehrsystems zu sehen.

Flugabwehr für Deutschland: Bundeswehr bestellt bei Rheinmetall Skyranger-Systeme

Der Vorteil der Kettenfahrzeuge ist, dass sie auch in sehr unwegsamem Gelände eingesetzt werden können. Noch so eine Erfahrung aus dem Ukraine-Krieg. Der Skyranger 30 kann sage und schreibe 1200 Schuss, der Skyranger 35 bis zu 1000 Schuss pro Minute abfeuern. Nach der Identifizierung kann das Ziel vom Schützen im Inneren des Panzers mittels einer Hochleistungskamera erfasst und verfolgt werden. Ein großer Vorteil zum Beispiel im Vergleich zum früheren Flak-Panzer Gepard ist die programmierbare Airburst-Munition, die bei ihrer Detonation in der Luft Splitterwolken erzeugt, was die Trefferwahrscheinlichkeit deutlich erhöht.

Während Rheinmetall sich indes auf mögliche europäische Friedenstruppen in der Ukraine vorbereitet, rüstet Deutschland die Bundeswehr weiter auf. Das gilt besonders für den Bereich der Luftverteidigung. So hatte die Bundeswehr das Düsseldorfer Unternehmen Rheinmetall etwa im Februar 2024 mit der Lieferung von 18 Skyranger-30-Fahrzeugen auf Basis des GTK Boxers beauftragt. Kostenpunkt: insgesamt 595 Millionen Euro.

Ein Flugabwehrsystem Skyranger 35 von Rheinmetall, in diesem Fall auf einem GTK Boxer als Waffenplattform.

Luftverteidigung für Deutschland: Bundeswehr bekommt weitere Patriot-Systeme

Ferner ist die optionale Nachbestellung von 30 weiteren solcher Flugabwehrsysteme Teil der Abmachung. Wie unterdessen das Magazin für Europäische Sicherheit & Technik (ESUT) am Dienstag (11. März) berichtete, hat die Bundeswehr für ihre weitreichenden Patriot-Luftverteidigungssysteme (Reichweite: 160 Kilometer) in den USA 120 Lenkflugkörper PAC-3 MSE bestellt. Der Bestand eben jener Patriot-Batterien soll in den kommenden Jahren von aktuell neun auf dann 17 für die deutschen Streitkräfte erhöht werden. (pm)

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