Alarmrotte im Einsatz
Bundeswehr-Alarmstart: Nato-Jets fangen russisches Flugzeug über Ostsee ab
VonHannes Niemeyerschließen
Angespannte Lage über der Ostsee: Ein russisches Aufklärungsflugzeug löst den Einsatz von Eurofightern der Bundeswehr aus.
Laage – Die Lage im Ukraine-Krieg ist ernst. Trotz hoher Verluste rückt Russland an manchen Frontabschnitten vor. Im Kampf gegen Wladimir Putins Truppen liegt deshalb nun bei den Ukrainern einiges an Hoffnung auf dem neuen Waffenpaket, das die USA auf den Weg gebracht hat.
Eurofighter-Alarmstart am Freitag: Bundeswehr-Jets steigen kurzfristig auf
Verbal läuft derweil auch der Krieg Russlands gegen die Nato weiter. Erst kürzlich drohte etwa ein Putin-Vertrauter damit, die Nato werde 2030 nicht mehr existieren. Alles nur Provokation? Möglich. Provokante Situationen hat es in der Vergangenheit gegenüber der Nato allerdings häufiger gegeben – und das nicht nur verbal, sondern auch in der Luft. So auch aktuell wieder.
Am Freitag meldete nämlich die Luftwaffe, dass Eurofighter kurzfristig vom Bundeswehr-Stützpunkt in Laage in Mecklenburg-Vorpommern, den erst am Vortag Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg besucht hatte, zu einem Alarmstart abheben mussten. Auslöser des Einsatzes: Es wurde ein russisches Aufklärungsflugzeug über der Ostsee im internationalen Luftraum identifiziert.
Bundeswehr-Kampfjets steigen auf: Russisches Flugzeug über Ostsee „begleitet“
Wie die Luftwaffe selber mitteilte, stiegen am Freitag gegen 12.45 Uhr Eurofighter aus der Alarmrotte Quick Reaction Alert (QRA) auf und fingen das Flugzeug IL-20 (COOT-A) über der Ostsee ab. Eine Alarmrotte besteht üblicherweise aus zwei Eurofightern. Man habe das Flugzeug „identifiziert und anschließend weiterbegleitet“, hieß es weiter. Gefahr oder ähnliches bestand demnach wohl nicht.
Unsere 🇩🇪 #QRA Eurofighter sind heute gegen 12:45 Uhr von Laage aus zum Alpha-Scramble aufgestiegen. Es wurde eine 🇷🇺 IL-20 (COOT-A) im internationalen Luftraum über der Ostsee identifiziert und anschließend weiter begleitet. @NATO #WeAreNATOhttps://t.co/LeWWrzfXtZ pic.twitter.com/cEMwQPXdZA
— Team Luftwaffe (@Team_Luftwaffe) April 26, 2024
Es ist derweil das zweite Mal binnen wenigen Monaten, dass eine russische Iljuschin IL-20 über der Ostsee abgefangen wurde. Es handelt sich dabei um ein Spionage-Flugzeug, das auch als fliegender Kommandoposten verwendet werden kann. Der Flieger ist mit spezieller elektronischer Fernmelde-Aufklärung ausgestattet. Im Kalten Krieg war er regelmäßig im Einsatz, erhielt außerdem den Spitznamen „Beast from the East“.
Alarmstart von Kampfjets: Alarmrotte QRA untersteht der Nato
Die QRA untersteht der Nato und soll für Sicherheit im Luftraum nicht nur auf Bundesebene, sondern eben auch auf Nato-Ebene sorgen. Vorfälle jener Art über der Ostsee sind spätestens seit dem Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine und der damit einhergehenden Spannungen zwischen Moskau und der Nato keine Seltenheit mehr. Gerade über der Ostsee fingen in jüngerer Vergangenheit häufiger Nato-Jets russische Flugzeuge ab. Russlands Exklave Kaliningrad etwa grenzt ebenfalls an die Ostsee und beinhaltet einen Militärstützpunkt.
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Allgemein haben Jets eine große Bedeutung im laufenden Krieg. Litauen etwa unterstützt die Truppen Kiews mit ihrem wohl letzten Kampfjet. Die Ukraine soll außerdem F-16-Jets aus Europa erhalten, es läuft allerdings die Diskussion, ob die Kampfjets nicht für die Ukraine bereits zu spät kommen.
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