Wegen fehlender Strategie?

Kamala Harris gewinnt an Boden: Wettbüros sehen sie als Favoritin gegen Trump

  • VonLisa Mahnke
    schließen

Kamala Harris gewinnt in Umfragen und Wettmärkten zur US-Wahl 2024 gegen Trump an Boden. Ein Auftritt des Ex-Präsidenten könnte der Grund sein.

Washington, D. C. – Bei Umfragen zur US-Wahl 2024 hat die Demokratin Kamala Harris ihrem Gegenkandidaten Donald Trump bereits den Titel als Favorit streitig gemacht. Nun wird die demokratische Präsidentschaftskandidatin auch in immer mehr Online-Wettmärkten als Favoritin gehandelt. Während Harris ihren Vorsprung bei einigen Wettbüros verstärken konnte, hat sie den Republikaner Trump erstmals auch bei einem weiteren Wettbüro aufgeholt.

Das in Großbritannien ansässige Online-Wettbüro Bet365 gab am Montag bekannt, dass Demokratin Harris und der Ex-Präsident Trump nun gleichauf seien. Trump, der sich seines Sieges gegen Biden weitestgehend sicher war, ist gegen Harris am Straucheln. Laut dem Wettbüro habe Trumps Vorsprung mit dem kontroversen Auftritt bei einer Konferenz der National Association of Black Journalists (NABJ) angefangen zu schrumpfen. So seien die beiden Kandidaten aktuell gleichauf, doch wäre Harris deutliche Favoritin, sollte sich der Trend so fortführen.

Donald Trump ist mit Kamala Harris als Gegenkandidatin am Straucheln.

Donald Trump wird zur US-Wahl 2024 abgehängt: Kamala Harris bei Wettbüros immer beliebter

Weiter ausbauen konnte Harris ihren Vorsprung unter anderem bei Polymarket. Das Wettbüro bezeichnet sich selbst als der größte Vorhersagemarkt der Welt. Dort hatte Kamala Harris am Dienstagmittag (13. August) einen Vorsprung von sechs Prozentpunkten (52 Prozent gegen 46 Prozent für Trump). Ein Grund ist neben dem Auftritt beim NABJ sicherlich die allgemein fehlende Strategie der Republikaner, die schon öfters herausgestellt und kritisiert wurde.

Laut Bloomberg habe das Wettvolumen der Wette auf der Plattform im Juli ein Rekordhoch erreicht. Vielen setzten scheinbar auf Kamala Harris, denn noch Mitte Juli lag Trump laut der Nachrichtenseite The Daily Beast bei einem komfortablen Vorsprung mit 72 Prozent. Mittlerweile wurden bei Polymarket fast 600 Millionen US-Dollar auf die US-Wahl 2024 gewettet. Bei dem neuseeländischen Wettbüro PredictIt lag Harris sogar bei 59 Prozent, im Gegensatz zu 43 Prozent für Trump.

Bilder einer Karriere: Kamala Harris strebt Präsidentenamt in den USA an

Mit dem Verzicht von Joe Biden auf die Kandidatur der Demokraten rückt seine Stellvertreterin Kamala Harris vor der US-Wahl 2024 in den Fokus.
Nachdem die Demokraten die Vizepräsidentin aufgestellt haben, hat Harris die Chance, als erste Frau in der Geschichte der USA das Präsidentenamt zu übernehmen. Damit wäre sie die mächtigste Frau der Welt.
Harris wurde am 20. Oktober 1964 in Oakland im Bundesstaat Kalifornien geboren. Ihr Vater war aus Jamaika in die USA eingewandert, um Wirtschaft zu studieren. Ihre Mutter, eine 2009 verstorbene Brustkrebsforscherin, kam aus Indien in die USA. Sie kam aus Indien und lernte Harris‘ Vater in den 60er Jahren in den USA kennen. 
Harris und ihre jüngere Schwester Maya wuchsen bei ihrer Mutter auf, zeitweise lebten sie im kanadischen Montreal. „Sie erzog uns zu stolzen, starken Schwarzen Frauen. Und sie hat uns beigebracht, unser indisches Erbe zu kennen und darauf stolz zu sein“, sagte Harris 2020 in einer Rede. Darin betonte sie auch, dass die USA einen Präsidenten brauchten, „der uns alle zusammenbringt – Schwarze, Weiße, Latinos, Asiaten, Indigene – um die Zukunft zu erreichen, die wir gemeinsam wollen“.
Bilder einer Karriere: Kamala Harris strebt Präsidentenamt in den USA an

Harris in Wettmärkten zu US-Wahl teils weiter vorn als in Umfragen – bisher keine Auswirkungen von Trumps Interview mit Elon Musk

In einigen Wettbüros liegt die Wahrscheinlichkeit damit sogar noch deutlich höher als das, was Umfragen zur US-Wahl 2024 aktuell andeuten lassen. Dort liegt Harris aktuell zwar auch immer öfter vorne, aber der Vorsprung lag in Umfragen im August immer zwischen einem und vier Prozentpunkten. Besonders in Swing States stiegen die Chancen für Harris.

Auswirkungen von dem Live-Interview zwischen Elon Musk und Donald Trump ließen sich bisher noch nicht feststellen. Zwar fiel Trump sowohl bei PredictIt als auch bei Polymarket im Vergleich zum Niveau Montag (12. August) um einen Prozentpunkt ab, allerdings kann es sich dabei auch um normale Schwankungen handeln. (lismah)

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/APF Pool/AP | Scarbrough/Weiss