Neue Strategie gegen Harris

„Es gibt kein Fundament“: Trump-Kampagne für US-Wahl wankt

  • VonLisa Mahnke
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Die Trump-Kampagne zur US-Wahl 2024 ist in der Krise. Der Wechsel von Biden zu Harris brachte sie aus der Bahn. Kann sie das Ruder noch herumreißen?

Washington, D. C. – Die US-Wahl 2024 hat eine unerwartete Wendung genommen, die Donald Trumps Kampagne ins Wanken bringt. Nach Joe Bidens Rückzug aus dem Rennen und der schnellen Nominierung von Kamala Harris als demokratische Kandidatin sieht sich das Trump-Team mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Dass noch ein TV-Duell mit der Demokratin aussteht, setzt die Republikaner unter Druck.

Trumps Kampagne, die sich monatelang auf einen Wahlkampf gegen den 81-jährigen Biden vorbereitet hatte, muss nun ihre Strategie komplett überdenken. Die plötzliche Änderung an der Spitze der Demokraten hat das Trump-Lager überrascht und verunsichert. Nachdem der Republikaner-Parteitag neuen Wind in die Kampagne gebracht hatte, fand sich schnell wieder alles beim alten – obwohl es gerade gegen Harris eine andere Strategie bräuchte.

Donald Trump ist bekannt für seine persönlichen Attacken im Wahlkampf.

Sorgen über Trump-Kampagne: Keine sichtbare Strategie gegen Harris zur US-Wahl

Interne Quellen berichteten von wachsender Besorgnis über die Kampagnenführung vor dem Hintergrund eines TV-Duells zwischen Trump und seiner Gegenkandidatin Kamala Harris. „Die Kampagne wirkt selbstgefällig“, äußerte sich ein Trump-Vertrauter gegenüber CNN. „Es gibt kein Fundament, das wir sehen können, – und keine Medienstrategie“, erklärte eine andere Quelle. Mehrere Vertraute sollen Trump zu drastischen personellen Veränderungen in seinem Wahlkampfteam geraten haben.

Besonders problematisch für die Republikaner: Trump selbst scheint von der Entwicklung überfordert. Bei einem Auftritt vor der National Association of Black Journalists in Chicago verwickelte er sich in kontroverse Aussagen über Harris‘ ethnische Herkunft. Diese Entgleisung könnte Trumps Bemühungen um Wählerstimmen von Minderheiten erheblich schaden. Dazu kommt, dass auch Trumps Vizepräsidentschaftskandidat J.D. Vance in die Kritik geraten ist. Frühere Äußerungen von ihm über „kinderlose Katzen-Frauen“ und ein konservatives Familienbild holen ihn jetzt wieder ein.

Währenddessen gewinnt Harris-Kampagne an Fahrt. Demokraten berichten von einer Welle der Begeisterung an der Basis. „Es gibt viel Aufregung um Vizepräsidentin Harris“, so eine Wahlkampfhelferin in Michigan laut CNN. So ist die Demokratin Harris in Umfragen mittlerweile wieder gleichauf mit Trump, nachdem sich die Differenz zwischen Republikanern und Demokraten mit US-Präsident Joe Biden vergrößert hatte.

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Zukunftsgewandt in der US-Wahl 2024: Trump-Kampagne will sich auf Kampf gegen Harris fokussieren

„Die Leute müssen aufhören, über Putsche zu reden“, sagte ein republikanischer Berater laut CNN und bezog sich damit auf den Wechsel von Biden zu Harris. Es müsse sich stattdessen nun auf den aktuellen Wahlkampf gegen Harris fokussiert werden. „Wir haben das Rennen gewonnen und jetzt müssen wir uns zusammenreißen und ein weiteres Rennen gewinnen“, so der Berater.

Für das Trump-Team wird es nun entscheidend sein, eine kohärente Strategie gegen Harris zu entwickeln. Bisher schwankt die Kampagne zwischen Angriffen auf ihre Amtszeit als Generalstaatsanwältin von Kalifornien und fragwürdigen Kommentaren zu ihrer Identität. „Wir müssen hart daran arbeiten, sie zu definieren“, sagte Trump am Samstag auf einer Wahlkampfveranstaltung in Atlanta – und ruderte dann direkt wieder zurück: „Ich will sie nicht einmal definieren. Ich möchte nur sagen, wer sie ist. Sie ist eine Horrorshow. Sie wird unser Land zerstören.“

Bilder einer Karriere: Kamala Harris strebt Präsidentenamt in den USA an

Mit dem Verzicht von Joe Biden auf die Kandidatur der Demokraten rückt seine Stellvertreterin Kamala Harris vor der US-Wahl 2024 in den Fokus.
Nachdem die Demokraten die Vizepräsidentin aufgestellt haben, hat Harris die Chance, als erste Frau in der Geschichte der USA das Präsidentenamt zu übernehmen. Damit wäre sie die mächtigste Frau der Welt.
Harris wurde am 20. Oktober 1964 in Oakland im Bundesstaat Kalifornien geboren. Ihr Vater war aus Jamaika in die USA eingewandert, um Wirtschaft zu studieren. Ihre Mutter, eine 2009 verstorbene Brustkrebsforscherin, kam aus Indien in die USA. Sie kam aus Indien und lernte Harris‘ Vater in den 60er Jahren in den USA kennen. 
Harris und ihre jüngere Schwester Maya wuchsen bei ihrer Mutter auf, zeitweise lebten sie im kanadischen Montreal. „Sie erzog uns zu stolzen, starken Schwarzen Frauen. Und sie hat uns beigebracht, unser indisches Erbe zu kennen und darauf stolz zu sein“, sagte Harris 2020 in einer Rede. Darin betonte sie auch, dass die USA einen Präsidenten brauchten, „der uns alle zusammenbringt – Schwarze, Weiße, Latinos, Asiaten, Indigene – um die Zukunft zu erreichen, die wir gemeinsam wollen“.
Bilder einer Karriere: Kamala Harris strebt Präsidentenamt in den USA an

Laut Trump-Beratern sei die Kampagne noch in der Beratungsphase für die beste Strategie gegen Harris. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob Trump und sein Team das Ruder herumreißen können. Nachdem der Sieg gegen Biden unfehlbar gewirkt hatte, braucht es Anstrengungen, um sich weiter gegen Harris etablieren zu können. Viele Republikaner hoffen auf eine Rückkehr zur Einigkeit, die noch zum Parteitag anklang. Doch angesichts der jüngsten Entwicklungen scheint der Weg zum Wahlsieg für Trump steiniger denn je. (lismah)

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/AP | John Bazemore