Nach Estland und Lettland

Ukraine feiert deutsches „Iris-T“ - auch Österreich will es jetzt haben

Iris-T
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Ein Launcher des Luftverteidigungssystems Iris-T SLM der Firma Diehl Defence: Lettland und Estland haben den Kauf des Mittelstrecken-Flugabwehrsystems vereinbart.
  • Fabian Müller
    VonFabian Müller
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Am Montag haben Estland und Lettland den Kauf des Luftverteidigungssystems Iris-T bekannt gegeben. Nun verkündet auch Österreich Interesse. Verhandlungen laufen.

Röthenbach/Wien - Immer wieder lobte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj das deutsche Luftverteidigungssystem Iris-T. Das System der deutschen Firma Diehl Defence mache für die Ukraine im Krieg gegen Russland einen entscheidenden Unterschied, sagte Selensky beispielsweise im Juli. Das verfing auch international, nun stehen die Interessenten Schlange.

Deutschlands Nachbar Österreich will im Rahmen des europäischen Luftverteidigungssystems Sky Shield acht Stück des deutschen Abwehrsystems kaufen. Die Beschaffung und Ausbildung sei gemeinsam mit Deutschland geplant, gab Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) am Dienstag (12. September) in Wien bekannt. Die Kaufverhandlungen sollen von der deutschen Regierung geführt; Österreich werde Deutschland die Systeme abkaufen, hieß es. Bislang haben sich bereits 19 Staaten der deutschen „European Sky Shield“-Initiative angeschlossen, die Lücken bei der Luftverteidigung schließen soll.

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Am Montag hatten außerdem die Verteidigungsminister von Estland und Lettland eine Rahmenvereinbarung über den Kauf des Systems Iris-T unterzeichnet. Die Vertragsunterzeichnung fand beim Hersteller Diehl im bayerischen Röthenbach bei Nürnberg statt. „Das ist bei weitem die größte Verteidigungsinvestition in der Geschichte Estlands“, sagte der estnische Verteidigungsminister Hanno Pevkur vor Reportern. Demnach hat der Auftrag einen Wert von rund einer Milliarde Euro. 

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Österreich und Deutschland wollen laut Verteidigungsministerin Tanner in den nächsten Wochen eine Absichtserklärung vereinbaren. Österreichs Luftwaffenchef Gerfried Promberger zufolge ist die Anschaffung von vier Systemen mit kurzer und vier Systemen mit mittlerer Reichweite geplant.

Video: Ukraine lobt deutsches Flugabwehrsystem IRIS-T in höchsten Tönen

Angesichts des Ukraine-Kriegs sei es „unabdingbar notwendig“, die Lücken im europäischen Luftraum zu schließen, sagte Tanner. Nicht beteiligen will sich Österreich an weiterreichenden Raketenabwehrsystemen wie Arrow 3, das Deutschland selbst beschaffen möchte. (fmü/dpa)

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