Auf russischem Boden

Im Video: Heftige Gefechte in Kursk – Abrams und Bradleys schießen Putins Panzer ab

  • Patrick Mayer
    VonPatrick Mayer
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Die Moskauer Panzer-Verluste kennen auch in der russischen Region Kursk kein Ende. Das zeigt ein neues Video der ukrainischen Armee bei X.

Sudscha – Das Moskau-Regime soll in Russland tausende Soldaten aus Nordkorea einsetzen, um gegen eingefallene Verbände der Ukraine in der Region Kursk zu kämpfen. Das berichten US-amerikanische Behörden in ihrer Lage-Einschätzung zum Ukraine-Krieg.

Russische Region Kursk: Ukraine-Truppen halten Stellungen gegen Putins Armee

Seit Sommer gelingt es den Russen dort, auf russischem Boden, nicht, wenige tausende ukrainische Soldaten maßgeblich zurückzuschlagen. Während die Ukrainer ihrerseits russische Angriffe im Donbass mit Leopard-2-Panzern abwehren, haben sie in der Oblast Kursk wohl amerikanische Abrams-Kampfpanzer und Bradley-Schützenpanzer im Einsatz.

Das soll ein neues Video der berüchtigten 47. ukrainischen Brigade „Magura“ aus der Gegend um die russische Grenzstadt Sudscha belegen, die immer dort in die Gefechte verwickelt ist, wo es gerade richtig brennt. Um im Militärjargon zu bleiben. Und in Wladimir Putins Region Kursk brennt es offenbar gewaltig.

Verluste für Wladimir Putin: Ukrainer schießen Russen-Panzer in Kursk ab

Sogenannte Drachenzähne aus Beton deuten darauf hin, dass die Drohnen-Aufnahmen aus unmittelbarer Grenznähe stammen müssen. An einer Stelle haben die Ukrainer offenbar zwischen den Drachenzähnen eine Schneise geschlagen. Von wann und wo genau die Bildsequenzen stammen, lässt sich nicht unabhängig verifizieren. Beide Seiten hatten die besagten Drachenzähne aufgestellt, die eigentlich Panzer aufhalten sollen, indem sie stabil in den Boden betoniert werden und spitz nach oben ragen. Von weit weg sieht es aus wie ein Gebiss des Fantasiewesens Drache.

Die Besatzung eines ukrainischen Bradley verschießt zuerst Nebelgranaten, woraufhin einzelne Bradley-Panzer und Abrams-Kampfpanzer der ukrainischen Streitkräfte eine Baumreihe und dort mutmaßlich untergebrachte russische Stellungen ins Visier nehmen. Der Bradley feuert dabei zeitweise im Dauerfeuer und meterweise versetzt auf die vor ihm liegenden Baumreihen. Mutmaßliches Gegenfeuer aus dem Gebüsch ist zu erkennen. Die ukrainische Bradley-Besatzung entlädt dagegen das Magazin ihrer Maschinenkanone M242 Bushmaster im Kaliber 25 Millimeter regelrecht.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Bradley-Panzer der Ukrainer: Panzerabwehrlenkwaffen in Russland-Region Kursk eingesetzt

Außerdem verschießt sie mindestens zwei Panzerabwehrlenkwaffen vom Typ BGM-71 TOW. Mindestens in einem Fall wird wohl auch ein Ziel getroffen, weil eine Explosion zu sehen ist. Die Tube Launched Optically Tracked Wire Command-link Guided Missile, so die gesamte technische Bezeichnung, muss während des Angriffs im Gegensatz zu anderen Panzerabwehrlenkwaffen von einem Soldaten mittels einer Zieloptik im Blick behalten und gesteuert werden. Das macht den Einsatz der TOW kniffliger als etwa bei infrarotgelenkten Raketen, die ihr Ziel eigenständig ansteuern und mittels Wärmequellen identifizieren.

Zur Wahrheit gehört aber auch: Während die Ukrainer den Russen im Donbass teils ganze Panzer klauen, sind sie hinter der Grenze in der Oblast Kursk wohl schwer in die Defensive geraten. Kreml-Chef Putin hatte zum Beispiel am 24. Oktober behauptet, dass russische Truppen in Kursk knapp 2000 ukrainische Soldaten eingekesselt hätten. „Etwa 2000 ukrainische Soldaten wurden im Gebiet Kursk blockiert“, sagte Putin damals auf der Abschlusspressekonferenz des Brics-Gipfels in der Millionenstadt Kasan an der Wolga. Kiew ließ diese Meldung unkommentiert. Und: Immer wieder teilen russische Militärblogger Fotos und Videos zerstörter gepanzerter Fahrzeuge und angeblich gefallener ukrainischer Soldaten, die demnach aus eben jener Region Kursk stammen sollen. Auch diese Aufnahmen lassen sich nicht unabhängig überprüfen. (pm)

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