Republikaner als Inspiration
„Ich bin Donald Trump“: AfD-Politiker Krah stellt vor Sachsen-Wahl auffälligen Vergleich an
VonNail Akkoyunschließen
Maximilian Krah sieht in Donald Trump ein Vorbild. Der umstrittene AfD-Politiker nutzt dessen Strategien als Inspiration für die anstehende Sachsen-Wahl.
Dresden – Der AfD-Europaabgeordnete Maximilian Krah sieht Ex-US-Präsident Donald Trump im Vorfeld der Sachsen-Wahl als Inspiration und Vorbild. Dabei vergleicht er sich auch mit dem Präsidentschaftskandidaten der Republikaner. Auf die Frage, ob er sich ein Vorbild an Trump nehme, sagte Krah in einem Interview des Lokalsenders Sachsen Fernsehen, jeder müsse seinen eigenen Weg gehen, „aber dass Trump mich ermutigt und dass es viele Dinge gibt, wo man sagen kann, jetzt machen wir’s mal wie Trump, ohne Frage“.
Vor Sachsen-Wahl: Krah will wie Trump „rechte Politik praktizieren und verkaufen“
Mit Blick auf politische Kampagnen nannte Krah Trump ein Vorbild und er ging sogar noch weiter: „Sie haben zwei Wege, wie Sie rechte Politik praktizieren und verkaufen können. Sie haben Giorgia Meloni und Sie haben Donald Trump. Jetzt können Sie sich fragen, bin ich Giorgia Meloni oder bin ich Donald Trump? Ich bin Donald Trump.“ Krah verbreitete das Interview, das auf dem YouTube-Kanal des Sachsen Fernsehens mit der Kachel „Deutscher Trump?“ versehen wurde, auf seinen Social-Media-Kanälen.
Er sei keine Kopie und laufe nicht mit einem Trump-Käppi durch die Gegend. „Aber es geht darum, sich inspirieren zu lassen. Ich glaube, dass Donald Trump eine Inspiration ist.“ Krah nannte den Republikaner ein Modell, dass man studieren solle und von dem man auch viel lernen könne. „Sei es, dass wir lernen: klare Sprache, klare Inhalte und sich nicht einschüchtern lassen.“
Die AfD-Spitze im Wandel der Zeit: von Bernd Lucke bis Alice Weidel




Nach SS-Verharmlosung: Krah ist fraktionsloser Abgeordneter im EU-Parlament
Krah wurde als einer von 15 AfD-Politikern im Juni ins neue EU-Parlament gewählt. Er war auch vorher schon Abgeordneter dort. Aus der neuen AfD-Delegation wurde der Sachse aber ausgeschlossen. Er gehört auch nicht der gemeinsamen Fraktion von Rechtsaußen-Parteien im Parlament an, die die AfD gebildet hatte. Hintergrund waren unter anderem ständige Negativschlagzeilen über den Sachsen im Wahlkampf und Unzufriedenheit in der Parteispitze über teils schrille öffentliche Auftritte.
In der italienischen La Repubblica hatte er als relativierend wahrgenommene Äußerungen zur nationalsozialistischen SS gemacht. Daraufhin hatten andere rechte Parteien, unter anderem Frankreichs Rassemblement National um Marine Le Pen, im EU-Parlament die AfD aus ihrer gemeinsamen Fraktion ausgeschlossen. Nun blickt Krah aber auf die anstehende Sachsen-Wahl am 1. September.
Krah mischt bei Sachsen-Wahl mit – AfD und CDU liefern sich Kopf-an-Kopf-Rennen
Vor der Sachsen-Wahl in einem Monat mischt Krah nun aber zumindest in seiner Heimat wieder voll mit, absolviert Wahlkampfauftritte und geht auch auf seinen Social-Media-Kanälen wieder in die Offensive. Für die Co-Bundesvorsitzende Alice Weidel ist das, wie der Spiegel berichtet, kein Problem. Krahs Auftritte seien die Entscheidung seines sächsischen Landesverbandes und daher „auch vollkommen akzeptabel“, heißt es demnach aus ihrem engsten Umfeld. In Sachsen lag die AfD zuletzt bei einer Infratest-Umfrage mit 30 Prozent auf Platz eins, knapp vor der CDU mit 29 Prozent. (nak/dpa)
