Rüstungsexporte

Leopards, Kampfjets und Haubitzen – Deutschland verkauft so viele Waffen wie noch nie

Eine Panzerhaubitze 2000 (r) und ein Leopard 2 Kampfpanzer sind bei der Nato-Übung "Griffin Storm", bei der etwa 1000 Bundeswehrsoldaten zusammen mit der litauischen Armee die Verteidigung der Nato-Ostflanke trainieren, im Einsatz.
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Rüstungsexporte in Rekordhöhe sorgen für Diskussionen.
  • Jekaterina Jalunina
    VonJekaterina Jalunina
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Im Jahr 2023 werden 12,2 Milliarden Euro in den Rüstungsexport gesteckt. Die meisten Waffen gehen dabei in die kriegsgebeutelte Ukraine.

Berlin – Die deutschen Rüstungsexporte haben 2023 einen neuen Rekordwert erreicht. Bisher galt als „historischer Höchststand“ das Jahr 2021, in welchem 9,4 Milliarden Euro in den Rüstungsexport gesteckt wurden. Der neue Rekordwert entspreche den „Herausforderungen unserer Zeit“, teilte das Bundeswirtschaftsministerium (BMWK) mit.

Im Jahr 2023 wurden die meisten Exporte nach Angaben an die Ukraine getätigt. Von den 12,2 Milliarden gingen laut dem BMWK vom Betrag mehr als ein Drittel der Gesamtsumme auf Rüstungslieferungen an die Ukraine. Allein dafür wurden dem Bericht zufolge Rüstungsexporte in Höhe von 4,4 Milliarden Euro geleistet. Der zweithöchste Exportwert betrug etwa 1,2 Milliarden Euro und ging nach Norwegen, gefolgt von Ungarn mit einer Milliarde Euro.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Von den gesamten Einzelgenehmigungen im Wert von 10,84 Milliarden Euro entfallen dabei 89 Prozent auf EU-, Nato- und Nato-gleichgestellte Länder sowie Südkorea, Singapur und die Ukraine. Der verbleibende Anteil betrifft andere Drittländer. Der Wert von 2023 übertrifft nun den bisherigen „historischen Höchststand“um 2,8 Milliarden Euro.

Rüstungsexporte – Bundesregierung setzt auf „verstärkte Zusammenarbeit“ in Europa

Der Staatssekretär Sven Giegold sagte: „Auch im Jahr 2023 setzt die Bundesregierung ihre zielgenaue Rüstungsexportpolitik im Angesicht der Zeitenwende konsequent fort“. Giegold betonte die klare Unterstützung für EU- und Nato-Partner, enge Partnerländer sowie für die Ukraine.

Restriktive Maßnahmen würden gegenüber Drittländern ergriffen, um den Sicherheitsinteressen gerecht zu werden und sicherzustellen, dass Rüstungsgüter nicht in Länder exportiert werden, die systematische Menschenrechtsverletzungen begehen. Die Bundesregierung setze sich auf dieser Grundlage auch für eine verstärkte Zusammenarbeit in Europa ein und treibe parallel die Fortschritte für das erste Rüstungsexportkontrollgesetz weiter voran. (jek)