Verteidigung

Litauen stellt Panzersperre auf, besorgt über möglichen Angriff

  • Babett Gumbrecht
    VonBabett Gumbrecht
    schließen

Der baltische Staat, der an Russland über Kaliningrad grenzt, sieht Anzeichen, die auf einen Angriff Putins hindeuten könnten. Vilnius bereitet sich militärisch vor.

Vilnius – Schon länger sorgt sich die Regierung Litauens vor einem Einmarsch russischer Soldaten. Hinzu kommt nun auch die Angst, Kreml-Chef Wladimir Putin könnte über die Suwalki-Lücke aus Belarus ins Land vorstoßen. Deswegen verstärkt der baltische Staat, der zudem eine kurze Grenze mit Russland über die Exklave Kaliningrad teilt, seine Grenzanlagen weiter.

In einer Mitteilung des Verteidigungsministeriums Litauens heißt es, dass eine weitere Brücke, die über den Fluss Memel, der zum Kaliningrader Gebiet führt, befestigt wurde. Auf dem Wasserübergang befindet sich zudem nun eine Panzersperre. „Die Befestigungen werden bei Bedarf durch Feuerkraft unterstützt, um den Feind aufzuhalten und zu vernichten“, so das Verteidigungsministerium.

Minen und Panzersperren platziert: Litauen startet Verteidigungsmaßnahmen

Wenige Wochen zuvor wurden bereits eine Brücke über die Memel, am Grenzübergang in Panemunė, Minen und Panzersperren platziert. „Dies ist eine Vorsichtsmaßnahme, um eine wirksamere Verteidigung zu gewährleisten“, hieß es.

Die Farben der Flagge Litauens auf einem gepanzerten Fahrzeug

Die Angst Litauens ist nicht unbegründet: Auf einem russischen Gebäude auf der anderen Seite der Memel fand sich nämlich bereits das Zeichen „Z“. Der Buchstabe steht für Moskaus Angriffskrieg gegen die Ukraine und wird dort beispielsweise großflächig auf Panzer gemalt. Vor allem die baltischen Staaten und Moldawien sorgen sich davor, das mögliche nächste Ziel einer russischen Aggression zu sein.

Direkte Gefahr für nationale Sicherheit: russischer Angriffskrieg in Ukraine bedroht mehrere Staaten

Wie andere Staaten sieht Litauen den russischen Angriffskrieg in der Ukraine als direkte Gefahr für die nationale Sicherheit. Das deutsche Nato-Partnerland rüstet daher bereits seit Monaten auf. Erst Ende September wurde bekannt, dass Litauen für eine neu entstehende Division seiner Armee Kampfpanzer vom Typ Leopard 2 kaufen will.

Ukraine-Krieg: Die Ursprünge des Konflikts mit Russland

Menschen in Kiews feiern die Unabhängigkeit der Ukraine von der Sowjetunion
Budapester Memorandum
Ukrainedemo, München
Orangene Revolution in der Ukraine
Ukraine-Krieg: Die Ursprünge des Konflikts mit Russland

Der Vertrag darüber könnte im November unterzeichnet werden, nachdem der Nationale Sicherheitsrat des EU- und Nato-Landes eine endgültige Entscheidung über den Kauf getroffen habe, sagte Verteidigungsminister Laurynas Kasciunas im litauischen Fernsehen. Nähere Angaben dazu, wie viele Panzer in welcher Variante und zu welchen Kosten angeschafft werden sollen, machte Kasciunas nicht. 

Außerdem will Vilnius mit Spenden von Privatpersonen, Unternehmen und Organisationen einen Verteidigungsfonds ins Leben rufen. Damit sollen höhere Militärausgaben und auch die Infrastruktur zur Stationierung der Litauen-Brigade der Bundeswehr finanziert werden, wie das Verteidigungsministerium mitteilte. (bg/dpa)

Rubriklistenbild: © IMAGO / Funke Foto Services

Mehr zum Thema