Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Wetter in Europa spielt verrückt: Welche Urlaubs-Regionen Sie jetzt meiden sollten
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Wanderurlaub in den Alpen? Besser nicht. Wir sagen Ihnen, wo es jetzt noch warm und trocken ist – und wo Unwetter drohen. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Hamm – Wer in den nächsten Tagen einen Wanderurlaub im Alpenraum geplant hat, sollte schleunigst umdisponieren. Besonders in Österreich und dem südlichen Bayern sind die Wetterprognosen alles andere als urlaubstauglich. Bis weit in die nächste Woche hinein rechnen Meteorologen mit Dauerregen. In vielen Regionen werden Niederschlagsmengen zwischen 100 und 150 Litern pro Quadratmeter erwartet – lokal sogar mehr.
Das bedeutet nicht nur trübe Aussichten für Wanderfreunde, sondern auch eine erhebliche Gefahr durch Hochwasser, Murenabgänge und überflutete Straßen. Teilweise wurde bereits Touristen geraten, ihre Reisepläne zu ändern oder Unterkünfte zu stornieren, sofern das noch möglich ist. Auch in anderen Teilen Deutschlands macht das Wetter derzeit wenig Lust auf Sommerurlaub. Immer wieder ziehen kräftige Schauer und einzelne Gewitter durch, die Temperaturen bleiben unterdurchschnittlich, und an Badeseen herrscht eher Herbststimmung als Ferienlaune. Balkonien ist zwar charmant, aber bei diesem Wetter leider keine echte Alternative. Wer dem Dauerregen entfliehen möchte, sollte sich also schnell nach sonnigeren Zielen umsehen.
Warmes Wasser, stabiles Wetter: Das westliche Mittelmeer lockt
Deutlich besser sieht es aktuell am westlichen Mittelmeer aus. Von Südfrankreich über die Balearen bis zur spanischen Mittelmeerküste ist es zwar hochsommerlich warm bis heiß, aber das Wetter bleibt stabil. Temperaturen zwischen 30 und 36 Grad sind zwar sportlich, aber bei geringer Luftfeuchtigkeit und regelmäßiger Meeresbrise gut auszuhalten – besonders im Vergleich zu den verregneten Zuständen im Norden. Auch Norditalien kommt langsam wieder in die Sommerstimmung zurück, wenngleich hier teils noch Gewitter möglich sind. Ein echter Geheimtipp ist derzeit Skandinavien: In Südschweden, Dänemark und sogar bis nach Finnland erleben wir aktuell eine ungewöhnlich warme Wetterlage mit Tageswerten zwischen 25 und 33 Grad. Ideal für Aktivurlauber, die mildes Sommerwetter mit viel Sonne und wenig Hitze bevorzugen. Die Tage sind lang, die Seen klar, und die Temperaturen geradezu perfekt für alle, die es nicht ganz so heiß mögen.
Zu heiß zum Reisen? Diese Regionen besser meiden
Wer allerdings jetzt nach Süditalien, Sizilien, Griechenland oder in die Türkei reisen möchte, sollte gut überlegen, ob er mit der extremen Hitze klarkommt. In vielen Regionen steigen die Temperaturen auf 40 bis 45 Grad – vereinzelt wurden sogar Werte nahe 47 Grad gemessen. Das ist eine enorme Belastung für den Kreislauf, besonders bei älteren Menschen, Kindern und allen, die körperlich aktiv sein möchten. Ohne Klimaanlage und Siesta ist da kaum an Erholung zu denken. Wesentlich angenehmer präsentieren sich – wie so oft – die Kanarischen Inseln. Dort erwarten Urlauber konstante Temperaturen um die 25 Grad, viel Sonne, wenig Wind und kaum Regen. Ideal für alle, die Erholung suchen, ohne zu frieren oder zu schwitzen. Fazit: Während Mitteleuropa unter Tiefdruckeinfluss leidet, finden Sonnenhungrige im Westen und ganz im Süden Europas noch gute Bedingungen – sofern sie der Hitze gewachsen sind. Wer es lieber gemäßigt mag, ist in Skandinavien oder auf den Kanaren bestens aufgehoben.
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