Explosion in Twer
Nach Attacke auf Waffenlager in Russland: Satellitenbilder zeigen Schaden
- VonKristina Geldtschließen
Ein ukrainischer Drohnenangriff hat ein russisches Waffenlager in die Luft gejagt. Die Detonation könnte bedeutende Raketen zerstört haben.
Toropez – Ukrainische Streitkräfte haben laut Angaben aus Sicherheitskreisen in Kiew ein Munitionslager auf russischem Gebiet gesprengt. Die Explosion nach dem Drohnenangriff auf das Lager in der Kleinstadt Toropez war laut Reuters so stark wie ein Erdbeben. Satellitenbilder zeigen die Auswirkungen des Angriffs auf das Lager, in dem auch Raketen untergebracht gewesen sein sollen, die mit Atomsprengköpfen bestückt werden können.
Das investigative News-Projekt „Schemes“ von Radio Free Europe/Radio Liberty veröffentlichte Satellitenbilder von Planet Lab. Diese zeigen wenige Stunden nach der Detonation eine Rauchwolke, die einen großen Streifen Land über der Stadt Toropez in der Region Twer bedeckt. Auch viele andere Bilder zeigen die Zerstörung des Angriffs. So haben Nasa-Satellitenbilder Newsweek zufolge Wärmesignaturen über fast dem gesamten Gebiet aufgezeichnet. Weitere Vorher- und Nachher-Satellitenbilder veranschaulichen das Ausmaß auf geteilten Beiträgen in den sozialen Netzwerken. Zuvor wurde die Region Saratow von Explosionen erschüttert.
Riesige Rauchwolke auf Satellitenbildern nach Angriff auf Waffenlager in Toropez
Ein mehrmals auf X geteiltes Video zeigt beispielsweise einen riesigen Feuerball und zahlreiche Detonationen nach dem Angriff auf das Hauptarsenal der Raketen- und Artilleriedirektion (GRAU) in Toropez. Eine Quelle aus dem ukrainischen Sicherheitsdienst (SBU) habe gegenüber dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk der Ukraine, Suspilne, erklärt, dass bei dem Angriff Raketen für das Raketensystem Iskander, die Boden-Boden-Rakete Totschka-U, Flugabwehrraketen und Artilleriemunition vernichtet wurden.
There are reports that Grad, S-300 and S-400 missiles, ballistic Iskander missiles and a small stash of North Korean missiles were stored at the ammunitions warehouse in Toropets, Tver region of Russia.
— Anton Gerashchenko (@Gerashchenko_en) September 18, 2024
NASA FIRMS shows fires on almost the whole territory of the 107th Russian… https://t.co/E2zO1dJmMo pic.twitter.com/RpQd0s8pSX
Außerdem sollen dem Leiter des ukrainischen Zentrums zur Bekämpfung von Desinformation, Andriy Kovalenko, nach in dem Lager auch Mehrfachraketenwerfer vom Typ Grad, Luftabwehrraketen des Typs S-300 und S-400 sowie ballistische Raketen des nordkoreanischen Typs KN-23 gelagert gewesen sein, berichtet die Presseagentur Euromaidan. Sowohl die Iskander-Raketen, Totschka-U und die nordkoreanischen KN-23 wurden von Russland im Ukraine-Krieg eingesetzt. Alle drei könnten Newsweek zufolge Atomsprengköpfe tragen.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine




Weitere Angriffe auf Munitionslager
Weiter zitiert Euromaidan das Institut für Kriegsforschung (ISW), dessen Schätzungen nach „fortgesetzte ukrainische Angriffe auf russische Logistikeinrichtungen im Hinterland Russlands einen größeren operativen Druck auf das russische Militär ausüben werden, der über die Zerstörung einzelner Munitionsvorräte und Logistikeinrichtungen hinausgeht“. Die SBU plane weitere militärische Einrichtungen dieser Art anzugreifen, habe eine Quelle aus dem Sicherheitsdienst Suspilne mitgeteilt.
Der Angriff wurde Angaben zufolge durchgeführt von Drohnenpiloten des ukrainischen Sicherheitsdienstes, der ukrainischen Hauptdirektion für militärischen Geheimdienst (GUR) und den ukrainischen Spezialeinsatzkräften (SSO). Es war womöglich eins der bisher größten Ereignisse des Ukraine-Krieges. (gel)
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