Bewegung an der Front

Nach Kursk-Offensive: Russland verlegt Truppen – Chance für die Ukraine?

  • VonLisa Mahnke
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Die Kursk-Offensive stellt für die Ukraine einen Triumph dar. Russland ordnet den Abzug von Truppen aus der Ukraine an. Eine Chance?

Kursk – Die Kursk-Offensive stellt sich für die Ukraine als Erfolg dar. Zwar konnte Russland die Ukraine in einigen Regionen leicht zurückschlagen, doch verschaffte der Angriff auf russischem Staatsgebiet an der ukrainischen Frontlinie Puffer. Von dort soll Russland scheinbar Truppen abgezogen haben, um im Ukraine-Krieg in der Region Kursk zu unterstützen.

Das deutete eine Analyse des Institute for the Study of War (ISW) an. Demnach könnte die Ukraine mit dem Andauern der Kursk-Offensive an der Front um die ukrainischen Regionen Charkiw und Tschassiw Jar an Raum gewinnen. Von dort waren einige Truppen abgezogen worden, wovon einige bereits in der Region Kursk kämpfen.

Der russische Präsident Wladimir Putin hielt eine Besprechung über die Situation in den Grenzgebieten ab.

Abzug aus Charkiw und Tschassiw Jar: Erste Russland-Brigaden aus der Ukraine in Kursk gesichtet

Am Samstag (24. August) hatte sich der russische Präsident Wladimir Putin mit mehreren Kommandeuren getroffen, wobei es vermutlich ebenfalls um die Region Kursk ging. Mit dabei war der Kommandeur der 810. und der 155. Marine-Infanterie-Brigade, sowie der 11., der 56. und der 51. Luftlandebrigade.

Laut dem ISW konnten Teile der beiden Marine-Infanterie-Brigaden und die 11. Luftlandebrigade bereits im Gebiet Kursk gesichtet werden. Diese seien wahrscheinlich aus der Region Tschassiw Jar verlegt worden. Es habe zudem Hinweise gegeben, dass sich die 56. Luftlandebrigade Richtung Kursk verlegt habe. Während über die 51. Luftlandebrigade nichts Genaues bekannt war, ist davon auszugehen, dass auch diese Truppe nahe Kursk aktiv war oder werden soll. In dem Treffen war es die einzige Brigade, zu der es bisher noch keine Hinweise gab.

Weitere Unterstützung für Kursk kommt – Chance für Ukraine?

Gleichzeitig scheint es, als würde Russland über weitere Unterstützung in Kursk beraten. Putin hatte sich vor dem Kommandeurstreffen ebenfalls mit dem russischen Generalstabschef Waleri Gerassimow und dem Chef der Hauptabteilung Operationen des Generalstabs, Sergej Rudskoj, getroffen. In dem Gespräch sollte die russische Aktion auf die Kursk-Offensive diskutiert werden.

Es ist daher wahrscheinlich, dass weitere Truppen Russlands aus der Ukraine abgezogen werden. Die Lage der Ukraine könnte sich so in der östlichen Front etwas entspannen. Laut Einschätzungen von anonymen US-Beamten gegenüber der New York Times brauche Russland 15 bis 20 Brigaden, um Kursk komplett gegen die Ukraine verteidigen zu können. Bisher, so scheint es, ist maximal ein Drittel dieser Schätzung erreicht.

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In Pokrowsk im Oblast Donezk bleibt die Situation allerdings höchstwahrscheinlich angespannt. In der Region halte es sich laut dem ISW um einen Ort mit hoher Priorität, sodass Russland voraussichtlich vermeiden wolle, von dort Truppen abzuziehen. Womöglich könnte die Kursk-Offensive der Ukraine allerdings ein günstiges Fenster eröffnen, um in den Regionen Tschassiw Jar und Charkiw Gebiete zurückzuerobern. (lismah)

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