Anschlag auf Weihnachtsmarkt

Nach Magdeburg-Anschlag: Terrorismus-Experte zeigt sich fassungslos

  • Jekaterina Jalunina
    VonJekaterina Jalunina
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Am Freitagabend ist in Magdeburg ein Fahrzeug in den lokalen Weihnachtsmarkt gerast. Der deutsche Terrorismus-Experte reagierte auf den Anschlag.

Magdeburg – Die Stadt Magdeburg steht nach einem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt mit mindestens fünf Toten unter Schock. Der ursprünglich aus Saudi-Arabien stammende Arzt sowie radikaler Islam-Kritiker Taleb A. wird verdächtigt, am Freitagabend mit einem Auto in eine Menschenmenge gerast zu sein. Am Samstag soll es in der Stadt mehrere Gedenkveranstaltungen geben.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff hat eine umfassende Aufarbeitung des tödlichen Anschlags auf dem Weihnachtsmarkt in Magdeburg angekündigt. „Ich werde mich dafür einsetzen, dass dieses Verbrechen umfassend aufgeklärt wird“, teilte der CDU-Politiker mit. „Das sind wir den Opfern schuldig und das erwarten zu Recht auch die Bürgerinnen und Bürger in unserem Land.“ Haseloff sprach von einem „menschenverachtenden Anschlag“, er sei tief entsetzt. „Eine solche Tragödie an einem Ort, an dem Familien und Freunde voller Vorfreude auf das Fest gemeinsam schöne Stunden verbringen wollten, macht fassungslos.“

Anschlag auf Weihnachtsmarkt in Magdeburg: Bilder vom Großeinsatz

Bundeskanzler Olaf Scholz (Mitte, SPD) und Reiner Haseloff (l, CDU), Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, besuchen den Ort des tödlichen Anschlags auf dem Weihnachtsmarkt in Magdeburg.
Eine Frau legt am Gedenkort an der Johanniskirche in Magdeburg ein Plüschtier nieder. Mehrere Menschen waren bei einem Anschlag auf dem Weihnachtsmarkt am Freitagabend ums Leben gekommen.
Menschen trauern vor der Johanniskirche um die Opfer des Anschlags auf den Weihnachtsmarkt in Magdeburg.
Nach dem Anschlag von Magdeburg arbeitet die Spurensicherung an dem Auto, mit dem der Tatverdächtige in eine Menschenmenge auf dem Weihnachtsmarkt gefahren sein soll.
Anschlag auf Weihnachtsmarkt in Magdeburg: Bilder vom Großeinsatz

Reaktion auf Magdeburger Weihnachtsmarkt-Anschlag: Terrorismus-Experte Neumann zeigt sich fassungslos

Auf den Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt reagiert auch der deutsche Terrorismus-Experte Peter Rudolf Neumann fassungslos: „Nach 25 Jahren in diesem Geschäft denkst Du, nichts könnte Dich mehr überraschen“., schreibt Neumann auf der Plattform X. „Aber ein 50-jähriger, saudischer Ex-Muslim, der in Ostdeutschland lebt, die AfD liebt und Deutschland für seine Toleranz gegenüber Islamisten bestrafen will – das hatte ich wirklich nicht auf dem Zettel.“

Der mutmaßliche Täter Taleb A. sprach 2019 mit der FR. Das Interview lesen Sie hier im Wortlaut.

Magdeburger Weihnachtsmarkt-Anschlag: Mutmaßlicher Täter festgenommen

Landesinnenministerin Tamara Zieschang (CDU) sagte am Freitagabend, der mutmaßliche Täter sei festgenommen worden. Bei Taleb A. handle sich um einen 50-jährigen Mann aus Saudi-Arabien. Er sei im Jahr 2006 erstmals nach Deutschland eingereist. Der Mann habe einen unbefristeten Aufenthaltstitel gehabt und sei zuletzt als Arzt in Bernburg in Sachsen-Anhalt tätig gewesen.

Zieschang sprach von einem der schwärzesten Tage für Magdeburg und Sachsen-Anhalt. Taleb A. hatte sich in Sozialen Medien und auch in Interviews als Islamkritiker geäußert und war als Ansprechpartner für Asylsuchende aus Saudi-Arabien aufgetreten. Außerdem hatte er mehreren Medienberichten zufolge den deutschen Staat kritisiert, vor einer Islamisierung des Landes gewarnt und die AfD sowie Elon Musk gelobt. Viele der Posts seien inzwischen gelöscht.

Beamte der Polizei sichern den Weihnachtsmarkt in Magdeburg, nachdem es bei einem Anschlag Tote und Verletzte gegeben hatte.

Anschlag auf Magdeburger Weihnachtsmarkt: Pressekonferenz am Nachmittag zum Ermittlungsstand

Polizei und Staatsanwaltschaft wollen am Nachmittag über den Stand der Ermittlungen zum Anschlag auf dem Weihnachtsmarkt in Magdeburg berichten. Wie die Polizei Sachsen-Anhalt am Samstag mitteilte, findet dazu um 16 Uhr eine Pressekonferenz im Alten Rathaus der Landeshauptstadt statt. An ihr würden auch Vertreter der Landeshauptstadt teilnehmen. (dpa/afp/jal)

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