Abgasnorm
Neue Abgasnorm Euro 7 lässt auf sich warten: Was sich ändern soll – und wann
VonAnni Gebhardschließen
Die EU-Pläne zur geplanten Abgasnorm Euro 7 sind umstritten. Der Chef des Autozulieferers Bosch hat eine klare Vorstellung bei der Umsetzung der Abgasnorm. Was sich ändern soll.
Gleich auf drei Änderungen mussten sich Autofahrer zum Monatswechsel einstellen. Eine davon: Eine neue Stufe der Euro-6-Abgasnorm. Die neue Stufe „6e“ bringt unter anderem einen abgesenkten Stickoxid-Grenzwert für Dieselmotoren mit sich. Jetzt soll als Nächstes der große Schritt in die Abgasnorm Euro 7 bevorstehen. Der Chef des Unternehmens Bosch mit Sitz in Stuttgart stellt hierfür Forderungen an die Regierung.
Ampel-Koalition uneinig: Regelung würde auch für Elektro- und Wasserstoffautos gelten
Neu ist bei der geplanten Norm unter anderem, dass künftig Schadstoffe wie Feinstaub durch Reifenabrieb und Bremsen reguliert werden sollen. Das heißt, dass auch Elektroautos und Wasserstofffahrzeuge von den Regeln betroffen wären.
Zuletzt hatte das Bundesumweltministerium im Juni darauf gedrungen, die Abgasnorm innerhalb eines Jahres auf den Weg zu bringen. Damit hatte sich das von der Grünen-Politikerin Steffi Lemke geführte Umweltministerium gegen den Koalitionspartner FDP gestellt. Verkehrsminister Volker Wissing hatte zuvor bei einem Treffen der EU-Verkehrsminister gesagt, er sehe sich anderen kritischen EU-Staaten eng verbunden.
Die EU-Kommission hatte im November Vorschläge für eine Überarbeitung der Schadstoffgrenzwerte wie Stickoxide gemacht. Derzeit verhandeln die EU-Staaten und das Parlament über ihre jeweiligen Positionen zu dem Thema.
Bosch-Chef mit klarer Forderung: Deutschland muss bei Euro 7 Verantwortung übernehmen
Der CEO des Technologiekonzerns und Autozulieferers Bosch, Stefan Hartung, hat in der Diskussion um die umstrittene Abgasnorm Euro 7 mehr Engagement von der deutschen Bundesregierung gefordert. „Es ergibt Sinn, einen Standard zu haben, der anspruchsvoll ist, die Luftqualität spürbar verbessert, aber realisierbar bleibt“, sagte Hartung der Deutschen Presse-Agentur (dpa).
„Wir sind eigentlich diejenigen, die in Europa am meisten dazu beitragen können, so einen Standard gut zu machen“, sagte Hartung. Dafür müsse sich die Bundesregierung aber aktiv in die Verhandlungen einbringen und dafür sorgen, dass Euro 7 mit ausreichendem Ambitionsniveau möglichst zeitnah verabschiedet werden könne.
Keine Einigung der Bundesregierung hätte Enthaltung bei EU-Abstimmung zur Folge
Nachdem sich die EU-Staaten und Europaparlament auf ihre jeweiligen Positionen geeinigt haben, muss in einem weiteren Schritt noch eine gemeinsame Linie gefunden werden. Es ist derzeit vorgesehen, dass die Regeln 2025 beziehungsweise für Lkw und Busse 2027 in Kraft treten sollen. Änderungen an dem Vorhaben sind aber möglich.
Die Federführung bei dem Vorhaben hat das Umweltministerium. Wenn sich die Bundesregierung aber nicht auf eine gemeinsame Linie einigen kann, müsste sich Deutschland bei einer möglichen Abstimmung im Kreis der EU-Staaten voraussichtlich enthalten.
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