Krieg in der Ukraine
In Panik geflohen? Krim-Partisanen vertreiben angeblich Putins Marine
VonFabian Müllerschließen
Auf der Krim tätige ukrainische Partisanen haben wohl direkt mit der Vertreibung der russischen Schwarzmeerflotte aus ihrem Heimathafen Sewastopol zu tun.
Sewastopol - Die meisten Kriegsschiffe der russischen Schwarzmeerflotte haben ihren Heimathafen in Sewastopol verlassen. Das berichtet die ukrainische Zeitung Kyiv Post unter Berufung auf ukrainische Partisanen, die hinter den russischen Linien auf der Krim operieren.
Ein Sprecher der militärischen Partisanenbewegung der Ukrainer und Krimtataren erklärte gegenüber der Zeitung, dass es zum Abzug der Schiffe komme, seit im September ein ukrainischer Raketenangriff auf Sewastopol geglückt war. Zerstört wurden dabei unter anderem ein russisches Amphibienschiff, ein modernes Angriffs-U-Boot und drei militärische Trockendocks. Außerdem wurde das Hauptquartier der russischen Schwarzmeerflotte schwer beschädigt.
Krim-Partisanen vertreiben nach eigenen Angaben russische Schwarzmeerflotte aus Sewastopol
Der Angriff auf Sewastopol habe nur gelingen können, weil Mitglieder der russischen Marine bereit dazu gewesen sein sollen, unter anderem Informationen über die genaue Position der Kriegsschiffe zu übermitteln. Anfang Oktober gab es erste Berichte über die Verlegung mehrerer russischer Kriegsschiffe, unter anderem in den Hafen von Noworossiysk.
Ukraine-Krieg: Die Ursprünge des Konflikts mit Russland




Laut dem Partisanen-Sprecher würden nun Agenten des ukrainischen Geheimdienstes Angriffe auf Schiffe in Noworossiysk planen. Öffentlich erklärten die Partisanen unlängst, die russische Marineführung sei in Aufruhr ob der derzeitigen Gefahr für ihre Schiffe. Auf Telegram schrieben die Partisanen: „In den Reihen des Feindes herrscht eine echte Panik.“ Russland ahne, „dass neue Angriffe auf seine Flotte bevorstehen, und versucht, sie zu retten.“ Das werde jedoch nicht gelingen, so die Partisanen. Wohin die Schiffe verlegt werden könnten, ist derzeit noch unklar.
Video: Russland meldet Verletzte nach Angriff auf Sewastopol
Im August, schon vor Verlegung des Großteils der Flotte, habe es geglückte Angriffe auf den Hafen von Noworossiysk gegeben, heißt es auf Telegram weiter. Dabei stellen die Partisanen für Moskau eine stetig wachsende Gefahr dar. Wegen Attacken auf den Nachschub für Teile der russischen Armee sieht sich die Militärführung dazu genötigt, eine Ausweichstrecke nach Mariupol zu bauen. (fmü)
