„Kleinstadt“ könnte entstehen

Nato plant riesigen Luftwaffenstützpunkt in Rumänien – zur Abwehr von Russland

  • VonSimon Schröder
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Die Nato plant eine milliardenschwere Militärbasis in Rumänien. Wegen des Ukraine-Kriegs und Putins Drohungen rüstet das Bündnis an der Ostflanke auf.

Bukarest – In Rumänien soll die größte Nato-Militärbasis in Europa entstehen. Mit 2,5 Milliarden Euro werden die Kosten für den Bau der Basis beziffert, mehr als 10.000 Soldaten soll der Stützpunkt beherbergen. Die Kyiv Post beschreibt die Basis als eine Kleinstadt – bei einer Größe von über 3.000 Hektar scheint der Vergleich durchaus angebracht.

Nicolae Crețu, der Kommandeur des Flugstützpunkts 57 in Rumänien, beschrieb Euronews Romania den Umfang des neuen Projekts. „Wartungshallen, Treibstofflager, Munition, Ausrüstung, luftfahrttechnisches Material, Simulatoren, Verpflegungseinrichtungen, Unterkünfte; alles was für den Betrieb und die Aufgaben einer Basis dieser Größe erforderlich ist.“

Ein F16-Kampfjet der Nato über Rumänien.

Nato-Basis in Rumänien als Schutz gegen Russland und Antwort auf Ukraine-Krieg

Damit könnte Rumänien Deutschland als wichtigsten Militärstützpunkt möglicherweise ablösen. Bisher ist Ramstein bei Kaiserslautern der bedeutendste Stützpunkt der USA in Europa. Ramstein ist ein Drehkreuz für US-Missionen in Afrika, dem Nahen-Osten oder Osteuropa. Welche Rolle die neue „Air Base“ in Rumänien spielen wird, ist noch unklar.

Die neue Militärbasis soll vor allem zunächst die Einsatzbereitschaft und Sicherheit gegen Russland erhöhen. Ein rumänischer Militär und politischer Analyst, Dorin Popescu, ordnete das Projekt als wichtigen Schritt angesichts des Ukraine-Kriegs und Russlands zunehmenden Drohungen gegen den Westen ein. „Der Stützpunkt Mihail Kogălniceanu wird die wichtigste permanente Nato-Militärstruktur in unmittelbarer Nähe des Konflikts in der Ukraine werden. Es ist unwahrscheinlich, dass dieser Konflikt in diesem Jahr, 2025 oder 2026 beendet sein wird. Es wird wahrscheinlich ein langfristiger Krieg sein.“

Nato-Ostflanke besorgt – Putin drohte den baltischen Staaten wiederholt

Vor allem die baltischen Staaten an der Grenze zu Russland zeigten sich seit Beginn des Ukraine-Kriegs alarmiert über die russische Rhetorik. Wladimir Putin hatte wiederholt Lettland gedroht. Er kritisierte etwa den Umgang mit der russischen Minderheitsbevölkerung in Lettland, die dort „schweinisch behandelt“ werde. Lettland brauche sich nicht wundern, sollte sich die dort lebende russische Bevölkerung gegen sie wenden, drohte der russische Präsident.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Das derzeitige Nato-Großmanöver soll Putin die Schlagkraft des westlichen Militärbündnisses demonstrieren und den Ernstfall eines russischen Angriffs erproben. Unter dem Namen „Steadfast Defender 2024“, soll die Koordination zwischen den Nato-Mitgliedsländern abgestimmt werden. Auch in Rumänien wird ein Teil der Übung stattfinden. (SiSchr)

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