Sorge an der Ostflanke
Patriot-Systeme an Russlands Grenze – Nato-Großmanöver soll Putin abschrecken
- VonSimon Schröderschließen
Das Patriotsystem soll den baltischen Luftraum gegen eine mögliche Invasion Putins abwehren. Das Nato-Großmanöver erprobt den Ernstfall in Litauen.
Vilnius – Die Nato-Länder wollen laut Arvydas Anušauskas, dem Verteidigungsminister Litauens, ein neues Modell zur Absicherung der baltisch-russischen Grenze implementieren. Der Minister teilte in einer Pressekonferenz mit, dass die baltische Verteidigung mit Boden-Luft Systemen verstärkt werden sollen. Es werden laut Anušauskas auch Patriotsysteme bereitgestellt, um den Luftraum besser gegen Wladimir Putins Armee absichern zu können.
Verteidigung „deutlich erhöht“ – Nato verstärkt Ostflanke mit Patriotsystem
In der Pressekonferenz äußerte sich der 60-Jährige am Donnerstag (7. März) laut dem litauische Staatsfernsehen und -Radiosender LRT folgendermaßen: „Die Erwartung ist, dass dieses Prinzip nicht nur einmalig für einige Monate gilt, sondern alle Kalendermonate abdeckt und unsere Luftverteidigungskapazitäten deutlich erhöht.“ Dieses Modell zur Erhöhung der Verteidigungsmöglichkeiten soll zwischen den baltischen Staaten rotieren, da das nötige Miltärequipment für die Gesamtlänge der Grenze mit Russland und Belarus zu knapp ist, wie Newsweek berichtet. Von welchen Nato-Mitgliedern genau die Patriotraketenabwehr kommt, wollte der Verteidigungsminister nicht verraten – jedoch schloss er die USA aus.
Dieses Rotationsmodell wurde im Juli 2023 beim Nato-Gipfel in Vilnius beschlossen. Des Weiteren trafen Estland, Lettland und Litauen eine Übereinkunft, den Luftraum gemeinsam zu überwachen und zu verteidigen. Mit dem Nato-Großmanöver „Steadfast Defender 2024“, soll die Koordination gegen einen etwaigen Aggressor an der baltisch-russischen Grenze weiter erprobt werden. Diese Nato-Kooperation ist das größte Manöver seit 35 Jahren und wird die Bündnisverteidigung proben. Von Januar bis Mai, mit einer Abschlussübung in Litauen, wird jeder sechste der 62.000 deutschen Heeresangehörigen an der Übung beteiligt sein, wie die Bundeswehr auf ihrer offiziellen Webseite mitteilt.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine




Zur Abschreckung Putins – um einen Angriff Russlands auf die baltischen Staaten zu verhindern
Weiter heißt es auf der Bundeswehr-Homepage über den Einsatz: „Die Nato will zeigen, wozu sie in der Lage ist – und Russland soll sehen, was es bei einem Angriff auf das Bündnisgebiet zu erwarten hätte. Abschreckung ist das Gebot der Stunde an der Nato-Ostflanke.“
Generell sind die baltischen Staaten seit Beginn des Ukraine-Kriegs im Alarmmodus. Der Tagesspiegel berichtete, dass Verteidigungsexperten und Expertinnen Estlands mit einem Angriff Putins innerhalb der nächsten Jahre rechnen. Wladimir Putin hatte wiederholt den Umgang Estlands mit der russischen Minderheitsbevölkerung kritisiert und dem Land indirekt gedroht. (SiSchr)
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