Gefechte dauern an
Nach schweren Kämpfen mit Russland: Ukraine baut Stellungen am Ostufer des Dnepr aus
VonFabian Müllerschließen
Kiew will im Süden die russischen Nachschubwege blockieren und greift nun vermehrt am Südostufer des Dnepr an. Erste Geländegewinne konnten verzeichnet werden.
Cherson – Die Ukraine konnte ihre Stellungen auf der Seite des von Russland kontrollierten Ufers des Flusses Dnepr im Süden des Landes ausbauen. Das geht aus einem Bericht der US-Denkfabrik Institute for the Study of War, kurz ISW, hervor. Auf mehreren Karten, die den Fortschritt der Kiewer Gegenoffensive im Ukraine-Krieg entlang der südlichen Front zeigen, sind die Geländegewinne südlich und vor allem östlich der Stadt Cherson zu sehen.
Die Denkfabrik schreibt dazu: „Die ukrainischen Streitkräfte setzten ihre Offensivoperationen fort (…) und erzielten am 5. November bestätigte Fortschritte im Westen der Oblast Saporischschja und am östlichen Ufer der Oblast Cherson.“ Ukrainische Soldaten erreichten Mitte Oktober nach mehreren Spezialoperationen das östliche Ufer des Dnepr.
Ukrainische Soldaten weiten Stellungen aus: Geländegewinne bei Pidstepne und Krynky
Auch der populäre russische Militärblogger Rybar berichtete vergangene Woche davon, dass es der Ukraine gelungen sei, weitere Marineinfanterieeinheiten über den Dnepr an das östliche Ufer zu bringen, um dort die ukrainischen Truppen zu unterstützen.
Laut dem ISW, das sich auf geolokalisierte Aufnahmen vom 4. November stützt, konnte die Ukraine in der Nähe von Pidstepne vorrücken. Auch kürzlich eroberte Stellungen in Krynky konnten die Soldaten nach schweren Gefechten halten.
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Russland setzt Gleitbomben gegen die ukrainische Armee ein
Russland setze gleichzeitig seine Angriffe mit Gleitbomben auf das westliche Ufer des Flusses fort, schreibt die Denkfabrik. Unter Berufung auf das ukrainische Einsatzkommando heißt es weiter, russische Streitkräfte hätten mindestens neun Luftangriffe mit 50 Gleitbomben auf bewohnte Gebiete am Westufer durchgeführt. Diese Angaben konnten nicht unabhängig überprüft werden.
Ende Oktober berichtete bereits die BBC von schweren Gefechten am Ostufer des Dnepr. Die 46. ukrainische Brigade berichtete damals dem britischen TV-Sender, dass eigene Truppen eine Stellung am Ostufer halten konnten, Kämpfe rund um das Dorf Krynky würden andauern, hieß es. Ziel der Operation sei es, einen Stützpunkt zu errichten, um die ukrainische Offensive im Süden voranzutreiben. Sollte das gelingen, so die Hoffnung Kiews, würden Teile der russischen Truppen und ihre Nachschubwege abgespalten. (fmü)
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