Duma-Abgeordneter Guruljow

„Zweite Ukraine“: In Russlands Staats-TV werden Putins Pläne deutlich

  • Fabian Müller
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Ein russischer Politiker behauptet, Finnland könnte zur „zweiten Ukraine“ werden. Das Land wolle eine seit 80 Jahren russische Region zurückhaben.

Moskau – Nach der Ukraine könnte Finnland das nächste Ziel des russischen Präsidenten Wladimir Putin sein. Das deutet Andrej Guruljow, ein ehemaliger russischer Militär und aktueller Abgeordneter der Staatsduma, im staatlichen russischen Fernsehen an. Finnland ist in diesem Jahr als Reaktion auf den Ukraine-Krieg dem Militärbündnis Nato beigetreten, Russland hat mit dem Land eine 1340 Kilometer lange gemeinsame Grenze.

Guruljow äußerte sich im Rahmen eines Auftritts im staatlichen Fernsehsender Rossija 1, ein Auszug wurde von BBC-Reporter Francis Scarr auf X, dem ehemaligen Twitter, veröffentlicht. Guruljow sprach unter anderem davon, dass Finnland zu einer „zweiten Ukraine“ wird und behauptete, Helsinki erhebe territoriale Ansprüche auf Petrosawodsk, eine Stadt knapp 180 Kilometer entfernt von der russisch-finnischen Grenze.

Duma-Abgeordneter behauptet: Russland will aus Finnland „zweite Ukraine“ machen

In den 1940er Jahren hatte sich die Sowjetunion die Region einverleibt. Im September berichtete der finnische öffentlich-rechtliche Sender Yleisradio, dass Russland seine Militärbasis in der Stadt ausbaut. Er verstehe sehr gut, dass „Finnland in eine zweite Ukraine verwandelt“ werden solle, sagt Guruljow und fügte an: Es sei unmöglich, diesen Prozess nicht zu bemerken.

Wladimir Putin während einer Eröffnungsfeier einer russischen Sportanlage. (Archivfoto)

Im Ukraine-Krieg: Könnte sich Russland auf Auseinandersetzungen mit baltischen Staaten vorbereiten?

Die Stimmung in Finnlang sei aufgeheizt, behauptet Guruljow. Er habe Berichte aus dem Land erhalten, wonach die Finnen sagen würden „Petrosawodsk gehört uns!“, fügte er an. Das unabhängige russische Medium Proekt berichtete Anfang Oktober, ein Präsidialerlass deute darauf hin, dass Moskau sich auf eine Auseinandersetzung mit Finnland und den baltischen Staaten vorbereiten könnte.

Immer wieder waren aus Russland Stimmen zu hören, wonach sich der Krieg auch auf das Baltikum oder Osteuropa ausweiten könnte. Militärexperten weisen allerdings darauf hin, dass im Falle eines russischen Angriffs auf Nato-Territorium der Artikel 5 greift, der sogenannte Bündnisfall. Ein Angriff auf einen Nato-Staat würde als Angriff auf das gesamte Bündnis gewertet.

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Wird der Bündnisfall ausgerufen, müssen Nato-Mitglieder laut Vertrag Maßnahmen treffen, „um die Sicherheit des nordatlantischen Gebiets wiederherzustellen und zu erhalten.“ Ausdrücklich heißt es dabei „einschließlich der Anwendung von Waffengewalt.“ Das Bündnis beruft sich dabei auf das Recht auf Selbstverteidigung. (fmü)

Rubriklistenbild: © Aleksey Nikolskyi/Imago

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