Kriege im Fokus

Gipfeltreffen angekündigt: Irans Präsident besucht Putin in Moskau – und kritisiert Israel

Ebrahim Raisi und Wladimir Putin beim Treffen der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit im September 2022.
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Ebrahim Raisi und Wladimir Putin während des Treffens der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit im September 2022.
  • Nail Akkoyun
    VonNail Akkoyun
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  • Stefan Schmid
    Stefan Schmid
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Beim Besuch des iranischen Präsidenten Raisi ist der Nahostkonflikt das Top-Thema. Putin und Raisi sprechen auch über ihre weitere Kooperation.

Update vom 7. Dezember, 19.20 Uhr: Während seines Besuchs in Moskau hat der iranische Staatschef Ebrahim Raisi Israel das Bombardement der palästinensischen Bevölkerung im Gazastreifen vorgeworfen. Die Angriffe müssten aufhören, forderte er bei einem Treffen mit Russlands Präsident Wladimir Putin. Raisi sprach von einem Verbrechen, das von den USA und den Ländern des Westens unterstützt werde. Dies sei nicht nur ein Problem der Region, sondern eins der gesamten Menschheit, zitierte die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass den iranischen Politiker. Israel reagiert mit dem Vorgehen im Gazastreifen auf den Terrorangriff der islamistischen Hamas vom 7. Oktober.

Putin und Raisi sprachen sich bei ihrer Begegnung für einen Ausbau der bilateralen Zusammenarbeit aus. Putin nannte dabei den Energiesektor und große Infrastrukturprojekte.

Iran bestätigt „Situation in Gaza“ als Topthema mit Putin

Erstmeldung: Moskau – Einen Tag nach seinem Besuch in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) und in Saudi-Arabien lädt der russische Präsident Wladimir Putin im heimischen Moskau zum nächsten Gipfeltreffen. Im Austausch mit Irans Präsidenten Ebrahim Raisi sollen am Donnerstag, 7. Dezember, eine Vielzahl von Themen besprochen, Priorität soll allerdings die Situation in Gaza genießen. Nichtsdestoweniger dürfte auch Putins eigene Kriegsbemühungen thematisiert werden.

Die iranische Nachrichtenagentur Irna berichtete, dass Raisi auf Einladung Putins nach Moskau komme. Beim Besuch exakt zwei Monate nach dem Hamas-Überfall auf Israel sollen „bilaterale Angelegenheiten“ besprochen werden. Unter anderem, so die Nachrichtenagentur, würden wirtschaftliche Beziehungen auf der Agenda stehen. Aber auch regionale und internationale Fragestellungen sollen diskutiert werden.

„Besonders die Situation in Gaza, werden weit oben auf der Agenda stehen“, wurde vermeldet. Der Iran gilt seit Jahren als größter Unterstützer der Hamas, Raisi selbst hatte die terroristischen Angriffe am 7. Oktober gelobt und diese als Selbstverteidigung des Hamas deklariert. Auch Putin präsentierte sich in den letzten Wochen als Unterstützer der Hamas, verzichtete auf Beileidsbekundungen gegenüber Benjamin Netanjahu nach dem Hamas-Überfall.

Putins Zirkel der Macht im Kreml – die Vertrauten des russischen Präsidenten

Zu den Scharfmachern im Ukraine-Krieg gehört auch Ramsan Kadyrow.
Am 2. März 2007 wählte das tschetschenische Parlament ihn auf Putins Vorschlag zum Präsidenten des Landes
Der russische Außenminister Sergei Lawrow ist so etwas wie „Putins rechte Hand“.
Seit Beginn des Ukraine-Kriegs wiederholt Lawrow seine Vorwürfe, der Westen führe in der Ukraine Krieg gegen Russland.
Putins Zirkel der Macht im Kreml – die Vertrauten des russischen Präsidenten

Russland und Iran besprechen weitere Zusammenarbeit

Dass der Nahostkonflikt, in dem sowohl der Iran als auch Russland ihre Rollen besetzen, dominant sein wird, ist abzusehen. Doch auch die wirtschaftliche Zusammenarbeit dürfte von größter Wichtigkeit für beide Länder sein. Seit dem Beginn des Ukraine-Krieges wurde der Handel intensiviert. Vor dem Hintergrund tiefgreifender westlicher Sanktionen gegen beide Parteien wohl auch aus einer gewissen Not heraus.

Putin und Raisi sind voneinander abhängig und somit dürften nach den „russisch-iranischen Verhandlungen“, wie sie Kreml-Sprecher Dmitri Peskow ankündigte, vor allem ein positives Fazit von beiden Seiten gezogen werden. Selbstverständlich ist nicht zu erwarten, dass besonders heikle Informationen nach Außen gegeben werden. So werden beide Seiten über militärische Hilfen, der Iran gilt als wichtigster Drohnen-Zulieferer für Russland, wohl Stillschweigen vereinbaren. (sch)