„Schwergewitterlage“
Unwetter-Front rollt auf Deutschland zu: Starkregen, Hagel, aber auch tropische Rekordhitze
VonChristoph Gschoßmannschließen
Das Wetter in Deutschland wird in der kommenden Woche explosiv: Experten warnen vor Starkregen, aber auch tropischer Rekordhitze.
München – Zuletzt herrschte Kaiserwetter über Deutschland, und auch am Wochenende heißt es: raus zum See oder ab in die Natur. Regen ist nicht zu erwarten. Doch ab der neuen Woche soll sich das ändern. Laut Prognosen werden Schwüle sowie heftige Unwetter, Stürme und Starkregen Deutschland heimsuchen.
Zunächst aber heißt es noch Sonnenbaden: 20 bis 33 Grad melden die Prognosen, auch wenn ein paar Gewitter möglich sind. Diese halten dann ab Montag (19. Juni) endgültig Einzug, auch wenn Vorläufer bereits am Wochenende auftreten können. Aus dem Südwesten breitet sich die Schlechtwetterfront immer weiter in Richtung Osten und Norden aus. Die feuchtwarme Luft birgt eine Menge Unwetter-Potenzial. Neben Starkregen sind Hagel und Sturm-Böen möglich.
Nach Hitze-Welle in Deutschland: Deutscher Wetterdienst warnt vor schweren Gewittern und Hagel
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt beispielsweise bereits für Freitagabend vor schweren Gewittern im Kreis Mecklenburgische Seenplatte und in Teilen des Landkreises Rostock. Möglich seien schwere Schäden an Gebäuden, entwurzelte Bäume und herumfliegende Dachziegel, Äste oder andere Gegenstände. Zudem warnte er mit Warnstufe 3 von 4 vor Überflutungen von Kellern und Straßen sowie über die Ufer tretenden Bächen und kleinen Flüssen. Dem Warnlagenbericht für den Nordosten zufolge können Windböen bis 60 Kilometer pro Stunde und Starkregen bis 25 Liter pro Quadratmeter auftreten. Der DWD spricht zudem von kleinkörnigem Hagel. Auch am Samstag müssen sich die Menschen im Land auf eine ähnliche Wetterlage einstellen. Für Bayern gibt es ebenfalls eine Warnung. Für Baden-Württembergs Wetterlage gibt es nähere Informationen im Ticker.
In der kommenden Woche wird es trotz der Unwetter heiß: Der bisherige Temperaturrekord von 33,2 Grad könnte in der kommenden Woche fallen, wie die Prognosen zeigen. Auf jeden Fall muss Deutschland mit einer tropischen Schwüle klarkommen. Auch nachts fallen die Temperaturen teils nicht unter 20 Grad. In der Mitte und im Süden bleibt das explosive Wetter wohl am längsten aktiv. Auch für Meteorologe Dominik Jung von Wetter.net deutet alles auf eine „Schwergewitterlage“ hin. „Besonders der Dienstag könnte brisant ausfallen. Schwere Gewitter und Unwetter im Westen und Süden stehen an“, warnt der Wetter-Experte. Er spricht von „heftiger Blitz-Aktivität“. Auch laut dem DWD sind ab Montag „Starkregen, Hagel und Sturm-Böen wahrscheinlich“.
Wetter in Deutschland: Brandgefahr steigt ab Montag wieder
Wetter-Experte Jung erklärt weiter: „Danach geht es schwülwarm, teilweise auch noch heiß weiter. Genau um den Siebenschläfer (27. Juni, Anm. d. Red.) herum wird immer wieder mal große Hitze berechnet.“ Auch die Juli-Prognose bleibt bei einem warmen und sehr trockenen Monat, prognostiziert Jung.
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Eine kurze Atempause für die derzeit herrschende Trockenheit und Waldbrandgefahr brachten Regenfälle am Freitag (16. Juni 2023). Der Waldbrandschutzbeauftragte des Landes Brandenburg, Raimund Engel, rechnet daher mit einer entspannten Lage am Wochenende. Aktuell herrschte in zwölf Landkreisen eine sehr geringe Gefahr (Stufe 1) und in zwei südlichen Landkreisen eine geringe Gefahr (Stufe 2). Da ab kommender Woche wieder höhere Temperaturen angesagt seien, könne sich die Lage aber schnell ändern, warnte Engel. Am vergangenen Mittwoch war ein großer Waldbrand auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Jüterbog nach zwei Wochen gelöscht worden. (cgsc mit dpa)
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