Ukraine-Krieg
Nächster Drohnen-Vorfall? Möglicherweise russisches Objekt über Rumänien abgestürzt
- VonKilian Beckschließen
Trümmerteile in Rumänien könnten von einer russischen Drohne stammen. Immer wieder landen Trümmer aus dem angegriffenen Nachbarland im Nato-Staat.
Bukarest – In Rumänien ist nahe der Grenze zur Ukraine möglicherweise erneut eine Drohne abgestürzt. Das Verteidigungsministerium in Bukarest teilte am Freitag mit, man habe am Donnerstagabend (28. März) auf einer landwirtschaftlich genutzten Fläche nahe der Stadt Braila an der Donau „Fragmente identifiziert, die von einem Flugkörper (Drohne) stammen könnten“. Der Vorfall werde untersucht. Braila liegt 30 Kilometer Luftlinie vom ukrainischen Donau-Hafen Reni entfernt, der immer wieder Ziel russischer Angriffe im Ukraine-Krieg ist. Am Karfreitag meldete die ukrainische Luftverteidigung schwere russische Raketen und Drohnenangriffe.
Bereits 2023 stürzten mehrfach Drohnen über Rumänien ab
Im vergangenen Jahr waren mehrmals russische Drohnen in dieser Region auf rumänischem Boden abgestürzt. Der letzte bekannte Vorfall war am 14. Dezember 2023. Rumäniens Außenministerium bestellte damals den russischen Botschafter ein. Die Nato ging nicht von einem von Russland beabsichtigten Angriff auf das Bündnis aus. Rumänischen Medien zufolge stürzte die mutmaßliche Drohne etwa zehn Kilometer südöstlich von Braila auf einer fast nur als Ackerfläche genutzten Landzunge zwischen zwei Donau-Armen (Große Braila-Insel) in der Nähe eines Farmhauses ab. Dort habe sich ein Explosionskrater mit einem Durchmesser von vier Metern gebildet.
Rumänien plant riesigen NATO-Stützpunkt – Bundeswehr-Eurofighter bereits vor Ort
Mitte März kündigte Rumänien an, den größten Nato-Luftwaffenstützpunkt in Europa bauen zu wollen. 10.000 Soldatinnen und Soldaten soll die neue Basis beherbergen. Die ukrainische Kyiv Post zog einen Vergleich zu einer Kleinstadt. Nicolae Crețu, Kommandeur eines rumänischen Luftwaffenstützpunktes, erläuterte Euronews Romania das Ausmaß des Projekts: „Wartungshallen, Treibstofflager, Munition, Ausrüstung, luftfahrttechnisches Material, Simulatoren, Verpflegungseinrichtungen, Unterkünfte; alles, was für den Betrieb und die Aufgaben einer Basis dieser Größe erforderlich ist.“
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Dorin Popescu, rumänischer Militär- und Politik-Analyst, sagte dem Portal, die Basis sei ein Schritt, die Abwehrbereitschaft des Militärbündnisses an der Ostflanke zu stärken. Es sei ein wichtiger Schritt angesichts des Ukraine-Krieges und der anhaltenden Drohungen des russischen Präsidenten Wladimir Putin gegen den Westen. Bereits im November 2023 verlegte die Bundeswehr vier Kampfjets vom Typ Eurofighter auf einen Luftwaffenstützpunkt im rumänischen Constanta. Auch sie sollen dort den Nato-Luftraum sichern. (kb mit dpa)
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