28.550 Soldaten verloren
Russlands blutigster Monat im Ukraine-Krieg: Verluste im November so hoch wie nie zuvor
VonChristian Störschließen
Russland verliert im Ukraine-Krieg immer mehr Soldaten. Die täglichen Verluste schnellen in die Höhe. Die Bilanz im November fällt verheerend aus.
Moskau – Seit Februar 2002 führt Russland einen Vernichtungskrieg in der Ukraine. Präsident Wladimir Putin nimmt dabei auf niemanden Rücksicht – weder auf die Soldaten aus der Ukraine noch auf die eigenen Truppen. Das macht sich auch in Zahlen bemerkbar. Die Verluste Russlands sind derzeit offenbar so hoch wie selten zuvor.
Dies liegt vor allem daran, dass sich die Situation an der Front zuletzt immer weiter verschärft hat. Vor allem die russische Offensive auf die Stadt Awdijiwka in der östlichen Region Donbass lässt die Verlustzahlen in die Höhe schnellen. So schrieb der britische Verteidigungsminister Grant Shapp am 27. November auf der Online-Plattform X, der russischen Präsident Wladimir Putin schicke „sinnloserweise mehr Russen in den Tod als jemals zuvor seit Kriegsbeginn“.
Russland erleidet immens hohe Verluste im Ukraine-Krieg
Er bezog sich dabei auf den täglichen Geheimdienstbericht des Verteidigungsministeriums in London, wonach im November durchschnittlich täglich mehr als 900 russische Soldaten getötet oder verletzt worden seien. Bisher lag die höchste Zahl täglicher russische Verluste bei durchschnittlich etwa 770 pro Tag. Das war im März 2023, zum Höhepunkt der russischen Angriffe auf die Stadt Bachmut.
Doch im November hat Russland nach der Statistik des Datenforschers Ragnar Gudmundsson insgesamt etwa 28.550 Soldaten verloren, im Durchschnitt also 952 Soldaten pro Tag. Allein die Zahlen der letzten drei Novembertage waren für Russland geradezu verheerend. An allen drei Tagen überstieg die Zahl der russischen Verluste demnach die Marke von 1000 gefallenen oder verwundeten Soldaten (der ukrainische Generalstab meldet jeweils die Zahlen vom Vortag):
- 29. November: 1140 Verluste
- 30. November: 1180 Verluste
- 01. Dezember: 1280 Verluste
Die Erfolge rund um Awdijiwka sind also teuer erkauft. Dort sind Russland zuletzt die größten Geländegewinne seit dem Frühjahr gelungen. Awdijiwka droht inzwischen die baldige russische Besatzung.
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Wie hoch sind die russischen Verluste im Ukraine-Krieg?
Wie verlässlich sind die Zahlen zu den russischen Verlusten im Ukraine-Krieg? Der britische Geheimdienst hält die Daten des ukrainischen Generalstabs für durchaus plausibel, wenn auch nicht für verifizierbar. Allerdings gehen mittlerweile fast alle Fachleute davon aus, dass die Angaben aus Kiew zu den Verlusten der russischen Streitkräfte der Wahrheit wohl recht nahekommen.
Laut Kiew beläuft sich die Zahl der russischen Verluste im Ukraine-Krieg zum 1. Dezember auf mehr als 330.000 Soldaten. Andere Einschätzungen sind von diesen Werten nicht weit entfernt. So hat das Nachrichtenportal Mediazona inzwischen mehr als 37.000 tote Soldaten namentlich identifiziert. Der russische Dienst der BBC schätzt die Zahl der Todesopfer auf mehr als 88.000.
- 330.040 Soldaten getötet oder verwundet (ukrainischer Generalstab)
- 300.000 Soldaten getötet oder verwundet (Einschätzung der Nato)
- 88.800 Soldaten getötet (BBC News Russian)
- 37.052 tote russische Soldaten sind namentlich bekannt (Mediazona)
Genaue Zahlen sind nur der russischen Militärführung bekannt. Moskau hat jedoch seit mehr als einem Jahr keine Daten mehr zu den Verlusten veröffentlicht. Zuletzt hatte Verteidigungsminister Sergei Schoigu im September 2022 eine offizielle Zahl genannt. „Die Verluste Russlands belaufen sich auf 5937“, sagte er damals. Seitdem schweigt der Kreml zu den Verlusten Russlands im Ukraine-Krieg. (cs)
