Sehr hohe Panzer-Verluste

Russlands Armee kommt gegen Ukraine-Waffe nicht an

  • Patrick Mayer
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Die ukrainischen Streitkräfte trotzen weiterhin der russischen Armee im Donbass. Denn: Eine bestimmte Waffe lässt Wladimir Putins Soldaten chancenlos.

Donbass - Es sind heftige Zahlen zum blutigen Ukraine-Krieg: Laut ukrainischem Nachrichtenportal Ukrinform meldete der Generalstab aus Kiew am Sonntag (29. September) innerhalb eines Tages 153 Gefechte an der Front, die meisten in den Bereichen Pokrowsk und Kurachowe im Donbass, wo die Invasionsarmee aus Russland militärisch am Drücker ist.

Verluste im Ukraine-Krieg: Russland-Panzer sind der Javelin ausgeliefert

Aber: Die Verteidiger in und rund um Pokrowsk (vormals 60.000 Einwohner) halten der durch das Moskau-Regime entsandten nummerischen Übermacht beharrlich stand. So erreichen die Verluste unter russischen Soldaten laut britischer Angaben auch hier in der Region Donezk monatlich Höchststände. Der Blutzoll der russischen Streitkräfte in der heimtückische überfallenen Ukraine ist schlicht gewaltig.

Zudem bleiben viele Panzer auf den Schlachtfeldern zwischen Charkiw, Donbass und Saporischschja zurück - zum Beispiel die noch in der Sowjetunion gebauten T-72-Panzer. Das hat erheblich mit einer Waffe zu tun, gegen die die Armee des Kreml-Autokraten Wladimir Putin schlicht kein Gegenmittel findet: der Panzerabwehrrakete Javelin.

Panzer-Verluste der russischen Armee: Kein Mittel gegen die Javelin der Ukrainer

Die Rede ist von der Javelin, was aus dem Englischen übersetzt Wurfspeer bedeutet. Die Javelin Medium Antiarmor Weapon System, so die sperrige technische Bezeichnung, ist eine Panzerabwehrwaffe, die 1996 in den USA in Produkton ging und feindliche Panzer auf Distanz ausschalten soll, ohne dass die eigenen Panzer-Truppen ins direkte Duell gehen müssen. Und das ist den Ukrainern im enthemmten Blutvergießen gegen Putins Panzer seit Februar 2022 reihenweise gelungen.

Laut der Open-Source-Intelligence-Website Oryx büßte Russland seit Februar 2022 dokumentiert 18.149 militärische Fahrzeuge ein. Darunter waren demnach mindestens 3424 Kampfpanzer wie der T-72 oder der T-80 sowie 4644 Schützenpanzer wie der BMP-1 oder der BMP-3. Während auch die Verluste unter ukrainischen Rekruten bedenklich hoch sind, also unter recht frisch eingezogenen Soldaten, sind die Panzer-Verluste Moskaus im durch Putin begonnenen Krieg um ein Dreifaches höher als jene der Ukrainer.

Russische Panzer-Verluste im Ukraine-Krieg:
militärische Fahrzeuge insgesamt18.149
Kampfpanzer (wie T-72 und T-80)3424
Schützenpanzer( wie BMP-1 und BMP-3)4644

Quelle: Oryx, Stand: 01. Oktober, 10.55 Uhr

Verluste für Russland: Wladimir Putins Panzer werden zum leichten Ziel

Wie gefährlich die Javelin den russischen Panzern wird, zeigt indes ein weiteres Video von den Kämpfen, das das ukrainische Verteidigungsministerium unter anderem bei X geteilt hat. Ort und Zeitpunkt der Aufnahmen lassen sich nicht unabhängig verifizieren. Zu erkennen ist, wie die Lenkwaffe in einem auf einer Straße wartenden Kampfpanzer der Russen einschlägt, obwohl dieser eine Gitter-Vorrichtung gegen Kamikaze-Drohnen auf dem Dach hat. Letztlich vergeblich. Es gibt quasi kein Entkommen.

Und: Kiew erhält absehbar Nachschub an Javelin-Raketen - und zwar in großem Umfang. Das berichtete die Kyiv Post (KP) Ende August. Konkret: Die US-Armee hatte dem Bericht zufolge das Joint Venture Lockheed Martin und Raytheon Javelin damals mit der Produktion von Javelin-Panzerabwehrwaffen im Wert von 1,3 Milliarden US-Dollar beauftragt. Darunter sind demnach 4000 Lenkwaffen für die Ukraine, um zuvor gelieferte Bestände aufzufüllen, schrieb die KP.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
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Javelin-Panzerabwehrwaffe: Schrecken für Wladimir Putins Panzer-Truppen

Zum Verständnis: Die Javelin besteht aus einer schultergestützten Abschussvorrichtung und einer Lenkwaffe mit einer Reichweite von bis zu vier Kilometern sowie einem Gefechtskopf, der eine Hohlladung und einen vorfragmentierten Splittermantel hat. Es handelt sich um eine sogenannte Fire-and-Forget-Waffe: Der infrarotgelenkte Flugkörper steuert selbstständig ins Ziel, nachdem ein Soldat oder eine Soldatin das Ziel erfasst hat. (pm)

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