Rückschlag für Putin

Russlands Verluste im Ukraine-Krieg: Wohl schon Hunderte Nordkorea-Soldaten tot

  • Felix Busjaeger
    VonFelix Busjaeger
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Die Opferzahlen Russlands im Ukraine-Krieg nehmen stetig zu. Nun soll es auch Tote und Verletzte unter den nordkoreanischen Soldaten geben.

Moskau – Der Ukraine-Krieg fordert weiter seinen Tribut: Tagtäglich setzen die Kombattanten auf Offensiven, den Einsatz von Raketen sowie Drohnenattacken. Verluste im Krieg gibt es auf beiden Seiten – Angaben über die eigenen Zahlen machen hingegen weder Russland noch die Ukraine regelmäßig. Der Generalstab der Streitkräfte der Ukraine veröffentlicht hingegen jeden Tag Russlands Verluste im Ukraine-Krieg. Mutmaßlich bedingt durch die jüngsten Vorstöße der russischen Streitkräfte verliert die Armee Tausende Soldaten. Doch vor Beginn der Wintermonate gibt es womöglich eine Veränderung: Unter den Toten sollen sich inzwischen auch Hunderte Kräfte aus Nordkorea befinden.

Wegen Hilfe für Russland: Verluste im Ukraine-Krieg bei Nordkorea-Soldaten könnten steigen

Seit Wochen ist bekannt, dass Wladimir Putin im Ukraine-Krieg Unterstützung durch Soldaten aus Nordkorea erhält. Wo und in welcher Weise die Kämpfer eingesetzt werden, kann indes nicht einwandfrei belegt werden. Berichte legen allerdings nahe, dass die nordkoreanischen Truppen unter anderem in Kursk stationiert wurden. Sie sollen in die bestehenden Verbände der russischen Armee integriert worden sein. Aus ukrainischen Militärkreisen hieß es jüngst, dass Pjöngjangs Kämpfer auch in der Oblast Belgorod gesichtet wurden. Aus der Grenzregion heraus könnte mutmaßlich ein neuer Vorstoß von Putins Armee in Richtung Charkiw erfolgen.

Verluste im Ukraine-Krieg gibt es auf beiden Seiten. Nun sollen Hunderte Soldaten aus Nordkorea getötet worden sein. (Symbolbild)

Erst vor wenigen Tagen berichtete CNN, dass Soldaten aus Nordkorea wohl bereits in der Oblast Charkiw aktiv seien. Anonyme Quellen aus Sicherheitskreisen hätten entsprechende Berichte gegenüber der Nachrichtenseite bestätigt. Wenig später erfolgte dann ein offizielles Dementi aus Regierungskreisen. Wie das Institute for the Study of War (ISW) zudem schreibt, wiesen ukrainische Militärbeamte entsprechende Behauptungen zurück, wonach nordkoreanische „technische Berater“ im besetzten Mariupol im Einsatz seien. Doch nicht nur über die Aufgaben der Nordkorea-Soldaten gibt es unterschiedliche Berichte: Auch bei der Frage nach den Verlusten im Ukraine-Krieg, die Nordkoreas Oberster Führer Kim Jong-un verzeichnen muss, gibt es unterschiedliche Auffassungen.

Im Ukraine-Krieg: Wohl Verluste für Nordkorea – Russland setzt auf schnelle Ausbildung

Unabhängig sind die Angaben zu Russlands oder Nordkoreas Verlusten im Ukraine-Krieg nicht prüfbar. Ein britischer Sender berichtet nun von Hunderten Toten, die mutmaßlich mit einem Storm-Shadow-Angriff in Verbindung gebracht werden können. Ob diese Einschätzung am Ende zutrifft, ist unklar. Doch: Während der Kreml bis zuletzt behauptet hat, dass Soldaten aus Nordkorea nicht an Kampfhandlungen teilnähmen, spricht die Ukraine schon länger von nordkoreanischen Verlusten im Ukraine-Krieg. Und diese sollen regelmäßig steigen. Kim Jong-un warnte indes vor einer weiteren Eskalation und einem nuklearen Krieg.

Bereits in der zweiten Novemberwoche verkündete Präsident Wolodymyr Selenskyj, dass es zu Kämpfen zwischen Ukrainern und Nordkoreanern gekommen sei. Dabei hätte es wohl Tote und Verletzte gegeben. Das russische Militär hat indes im Ukraine-Krieg zwischen Samstag, dem 23. November, und Sonntag weitere 1020 Soldaten sowie vier Panzer und 17 gepanzerte Kampffahrzeuge verloren. Derweil gibt es Berichte, wonach der Ukraine-Krieg 2025 ein Ende finden könnte.

Dass künftig die Verluste Nordkoreas im Ukraine-Krieg weiter steigen könnten, vermutet auch das ISW. Da Russland auf die schnelle Rekrutierung neuen Personals gegenüber einer gründlichen Ausbildung Wert legt, ist es möglich, dass diese Strategie am Ende zu mehr Toten und Verletzten in den Reihen von Kims Soldaten führt. Hintergrund des russischen Vorgehens sollen Verluste im Krieg sein. Die ISW-Analysten kommen zu dem Schluss, dass die schnelle Ausbildung zu gravierenden Wissenslücken führt, was die operative Effektivität erheblich beeinträchtigen könnte. In der Folge könnten die Truppen den kampferprobten Ukrainern unterliegen.

Nordkorea-Soldaten im Ukraine-Krieg: Wohl bis zu 100.000 Kämpfer einsetzbar

Ihre mangelnde Erfahrung in der Kriegsführung ließ vor wenigen Wochen die Vermutung aufkommen, dass Soldaten aus Nordkorea möglicherweise nur für nicht kämpferische Aufgaben eingesetzt werden sollen. Diese Einschätzung gilt inzwischen als überholt. Vielmehr wird davon ausgegangen, dass künftig Berichte über Kämpfe der nordkoreanischen Truppen zunehmen werden. Dass es dabei auch zu Verlusten für Nordkorea im Ukraine-Krieg kommen wird, ist quasi unumgänglich. Gegenwärtig ist zudem umstritten, wie viele Soldaten aus Nordkorea sich tatsächlich in Russland aufhalten. Die USA sprachen zuletzt von etwa 11.000 Kämpfern. Kim kämpft dabei mit einem anderen Problem: Immer mehr Frauen fliehen nach Südkorea.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Laut Bloomberg gehen anonyme Quellen davon aus, dass Pjöngjang tatsächlich bis zu 100.000 Soldaten im Ukraine-Krieg einsetzen könnte. Wie effektiv die Kämpfer aus Nordkorea schlussendlich sind, ist bislang noch unklar. Mark Cancian vom Centre for Strategic and International Studies (CSIS) glaubt, die Armee Pjöngjangs sei „gründlich indoktriniert, aber nur unzureichend einsatzbereit“. Doch Michael Madden, Nordkorea-Experte vom Stimson Center in Washington, verweist darauf, dass die Soldaten darauf trainiert seien, „ein hohes Maß an körperlichen Schmerzen und psychischer Folter auszuhalten“. Seine Schlussfolgerung: „Was ihnen an Kampfkraft fehlt, machen sie durch das wett, was sie körperlich und geistig aushalten können.“ (fbu)

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